Vier Tore trotz Anlaufschwierigkeiten und Hein-Patzer: Werder feiert nächsten Testspielsieg in Cottbus

Stand: 01.08.2026, 20:35 Uhr

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Der SV Werder Bremen hat das Testspiel bei Energie Cottbus auch dank treffsicherer Talente mit 4:2 (2:1) gewonnen. Der Spielbericht der DeichStube.

Cottbus – Viertes Testspiel, vierter Sieg für den SV Werder Bremen. In einem Härtetest über zweimal 60 Minuten beim Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus, der in der kommenden Woche in die neue Saison startet, haben die Grün-Weißen trotz eines frühen Rückstands mit 4:2 (2:1) gewonnen. Tolcay Cigerci brachte die Hausherren nach einem Patzer von Karl Hein in Führung (6.), doch noch vor der Pause drehten Salim Musah (31.) und Samuel Mbangula (45.) die Partie. Im zweiten Durchgang sorgte dann die bisherige Entdeckung der Vorbereitung, Nachwuchs-Akteur Paul Erevbenagie, für das 3:1 (103.).

Nachdem Axel Borgmann aus der Distanz mit einem schönen Treffer nochmal verkürzt hatte (112.), sorgte Neuzugang Chuki kurz vor Schluss für die Entscheidung (120.). Der Sieg ging für die Grün-Weißen unter dem Strich in Ordnung, weil sich die Bremer nach einer schwachen Anfangsphase immer besser in die Partie arbeiteten und ihre Torchancen konsequent nutzten. Dennoch wurde auch deutlich, dass bis zum Pflichtspielstart in drei Wochen im DFB-Pokal gegen den Lüneburger SK Hansa (22. August) – vor allem im spielerischen Bereich – noch einiges an Arbeit auf die Elf von Cheftrainer Daniel Thioune wartet.

Salim Musah (li.) überzeugt: Der Angreifer traf beim Testspiel-Sieg des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus selbst und bereitete den Treffer von Samuel Mbangula (re.) vor.

Salim Musah (li.) überzeugt: Der Angreifer traf beim Testspiel-Sieg des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus selbst und bereitete den Treffer von Samuel Mbangula (re.) vor. © gumzmedia

Nach Patzer vor frühem Gegentor: Werder Bremen gewinnt XXL-Testspiel gegen Energie Cottbus

Der Coach des SV Werder Bremen setzte in der Lausitz auf ein 3-4-2-1-System. Dabei kehrte auch Romano Schmid nach seinem WM-Urlaub in die Startelf zurück. Dafür fehlten unter anderem Felix Agu und Niklas Stark (Belastungssteuerung), Senne Lynen (Bauchmuskelverletzung) sowie die Langzeitverletzten Mitchell Weiser, Julian Malatini und Keke Topp. Cedric Itten befindet sich weiterhin im WM-Urlaub, Olivier Deman fiel kurzfristig krankheitsbedingt aus. Bei strömendem Regen im LEAG Energie Stadion vor 7.443 Zuschauern erwischte Werder keinen guten Start.

Bereits nach fünf Minuten prüfte Tolcay Cigerci erstmals Karl Hein im Bremer Kasten. Der estnische Nationaltorhüter wirkte dabei leicht unsicher, konnte den Ball im Nachfassen aber festhalten. Nur eine Minute später folgte der Schockmoment: Hein spielte einen riskanten Kurzpass im eigenen Strafraum auf Dariusz Stalmach, Cigerci spritzte dazwischen und lupfte den Ball über den Keeper zum 1:0 für Cottbus ins Netz (6.). Trotz des tiefen Geläufs sahen sowohl Hein als auch Stalmach in dieser Szene nicht gut aus.

Nach schwacher Anfangsphase: Werder Bremen dreht Testspiel gegen Energie Cottbus – dank Salim Musah

Wenig später konnte sich der 24-Jährige allerdings rehabilitieren: Im direkten Duell mit Ex-Bremer Leonardo Bittencourt blieb Hein lange stehen und verhinderte mit einer starken Parade aus kurzer Distanz den schnellen 0:2-Rückstand (12.). Dennoch tat sich Werder Bremen in der Anfangsphase schwer. Hinzu kam die verletzungsbedingte Auswechslung von U23-Talent Mats Heitmann, der nach rund 20 Minuten mit Knieproblemen vom Feld musste. Für ihn kam Kapitän Marco Friedl ins Spiel und absolvierte damit seine ersten Testspielminuten der Vorbereitung. Erst im Anschluss fand Werder offensiv besser in die Partie und kam durch Jens Stage und Justin Njinmah zu ersten gefährlichen Annäherungen.

Obwohl die Bremer nun aktiver wurden, blieb Cottbus zunächst die griffigere Mannschaft. Doch dann zeigte die Werder-Offensive ihre Klasse: Nach einem gefühlvollen Chipball von Schmid legte Stage den Ball im Strafraum sehenswert per Hacke auf Musah ab. Der Angreifer blieb eiskalt und schob den Ball unhaltbar neben den rechten Pfosten zum 1:1-Ausgleich ins Netz (31.). Nachdem die Partie anschließend etwas zerfahrener wurde, nutzte Werder Bremen die nächste Abschlusschance zur Führung. Erneut war Musah beteiligt, der Mbangula am rechten Strafraumeck bediente. Der Belgier traf durch die Beine von Cottbus-Torwart Felix Lotka zum 2:1 (45.).

Werder Bremen gewinnt XXL-Test gegen Energie Cottbus Zweite Halbzeit zunächst ohne große Höhepunkte

Brenzlig wurde es auf der Gegenseite noch einmal, nachdem Stalmach einen zu kurzen Rückpass auf Hein spielte. Der Schlussmann war jedoch hellwach und klärte mit vollem Körpereinsatz vor Energie-Stürmer Copado. Ansonsten ließen die Bremer bis zur Pause kaum noch nennenswerte Chancen zu und hätten ihre Führung durch Njinmah (59.) und Stalmach (60.+4) sogar weiter ausbauen können. Die zweiten 60 Minuten boten nach zahlreichen Wechseln zunächst nur wenige Höhepunkte. Wenn Gefahr entstand, dann zunächst nur durch die Gastgeber.

Justin Butler ließ eine gute Möglichkeit auf den Ausgleich liegen (74.), ehe Alexander Schlager bei seinem Debüt im Trikot des SV Werder Bremen mit einer starken Parade gegen Engelhardt glänzte (76.). Offensiv meldeten sich auch die Bremer nach rund 20 Minuten im zweiten Durchgang wieder an. Nach Vorarbeit des auffälligen Darwin Soylu kam Chuki zu einer guten Gelegenheit (79.), ehe der Spanier wenig später freistehend aus kurzer Distanz über das Tor schoss (88.).

Paul Erevbenagie und Chuki legen beim Testspiel-Sieg des SV Werder Bremen gegen Energie Cottbus nach

Insgesamt hatte Cottbus zwar mehr Spielanteile und wirkte phasenweise gefährlicher im zweiten Abschnitt, Werder Bremen verteidigte den Vorsprung jedoch weitgehend souverän. Den vermeintlichen Schlusspunkt setzte dann Erevbenagie, der auf der linken Seite seine enorme Geschwindigkeit ausspielte und vor dem Tor eiskalt zum 3:1 vollendete (103.). Doch der Zweitligist steckte nicht auf und kam durch Borgmann nach einem präzisen Abschluss aus knapp 20 Metern nochmal zum Anschluss (112.). In der Schlussphase hatten die Bremer dann in einigen Aktionen noch Glück, dass Cottbus nicht doch noch den Ausgleich erzielen konnte.

Stattdessen machte Chuki nach Vorarbeit von Kownacki spät den Deckel auf die Partie (120.). Spielerisch blieb das Niveau unter dem Strich zwar speziell im zweiten Abschnitt überschaubar, trotzdem zeigten sich die Bremer mit vier Toren offensiv sehr effizient. Somit steht für Werder Bremen der vierte Testspielsieg im vierten Vorbereitungsspiel. Weiter geht es für die Thioune-Elf in der kommenden Woche mit einem Doppeltest gegen Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn (8. August). (bvo)

SV Werder Bremen (erste 60 Minuten): Hein – Wojcik, Heitmann (20. Friedl), Coulibaly – Njinmah, Stage, Stalmach, Grüll – Schmid (51. Soylu), Mbangula, Musah

SV Werder Bremen (zweite 60 Minuten): Schlager – Pieper, Friedl (73. Hamouda), Schmetgens – Erevbenagie, Alvero, Covic, Quetant – Chuki, Soylu (93. Höcker) – Kownacki