Wahlkampf in Ohio: Republikaner Ramaswamy greift Gegenkandidatin in Werbspot auf extreme Weise an – Trump spricht von »Volltreffer«
Vivek Ramaswamy, republikanischer Gouverneurskandidat in Ohio Foto: Roberto Schmidt / Getty Images
US-Präsident Donald Trump hat sich hinter einen umstrittenen Wahlkampf-Werbespot des republikanischen Kandidaten für den Gouverneursposten in Ohio, Vivek Ramaswamy, gestellt. »Wer würde nicht eine solche Werbung verwenden? Ich würde. Man nennt es: ›Volltreffer‹«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Trump verurteilte auch den noch amtierenden republikanischen Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, der die Werbung zuvor als »zutiefst beunruhigend« bezeichnet hatte und Ramaswamy aufforderte, den Spot zurückzuziehen. Trump schrieb: »Er legte Vivek dringend nahe, die Anzeige zu entfernen«, schrieb Trump. »Er will wohl, dass eine Demokratin gewinnt, und ganz sicher nicht jemanden, der es viel besser kann als er selbst. Ich hingegen schlug vor, Vivek solle die Anzeige online lassen, sodass alle die Mutter einer fehlerhaften, unehrlichen und unfähigen Kandidatin hören können, wie sie erklärt, was für eine Katastrophe ihre Tochter ist, die unkontrolliert lügt, betrügt und stiehlt!«
Ramaswamy tritt gegen die demokratische Gouverneurskandidatin Amy Acton an, die ehemaliges Mitglied von DeWines Kabinett ist. DeWine, der nicht erneut als Gouverneur kandidieren kann, hatte Ramaswamy bislang als seinen Nachfolger unterstützt. Der Biotechmillardär, der 2024 auch republikanischer Präsidentschaftskandidat werden wollte, hat vier Millionen Dollar ausgegeben, um den Wahlkampf-Spot online und im Fernsehen auszustrahlen, der Actons Mutter zeigt.
Acton hatte bereits vor Jahren öffentlich darüber gesprochen, als Zehn- bis Zwölfjährige von ihrem Stiefvater Cledith Arthur sexuell missbraucht worden zu sein. Ihre Mutter habe nichts dagegen unternommen. Es kam zur Anklage. Der Gerichtstermin war laut Acton das letzte Mal, dass sie ihre Mutter gesehen habe.
In seinem Wahlkampfvideo lässt Ramaswamy Actons Mutter seine Gegenkandidatin diskreditieren. Acton sei ihr ganzes Leben eine Lügnerin gewesen, sagt sie in dem Werbespot.
-
5 Min
-
8 Min
-
2 Min
Doch etliche Republikaner wie nun auch DeWine zeigen sich empört angesichts der Kampagne. Senator Jon Husted, der sich in einem knappen Wahlkampf um seine Wiederwahl gegen den Demokraten Sherrod Brown befindet, erklärte, er hätte so einen Werbespot nicht geschaltet. Staatssekretär Frank LaRose, der für das Amt des Staatsrechnungsprüfers kandidiert, pflichtete ihm bei.
Ein weiterer einflussreicher Republikaner aus Ohio, der ehemalige US-Kongressabgeordnete Jim Renacci, postete einen ausführlichen Beitrag auf X. Er forderte darin jeden Republikaner dazu auf, sich von dem Wahlkampf Ramaswamys zu distanzieren.
Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.
Externen Inhalt anzeigen
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Republikanerin Nikki Haley, die sich während der republikanischen Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2024 mit Ramaswamy über den persönlichen Charakter seiner Angriffe gestritten hatte, bezeichnete ihn als »schlechten Menschen«. »Es ist eine Schande, dass er weiterhin ungestraft davonkommt«, schrieb sie auf Social Media.
Ramaswamy hat diese Kritik bisher nicht beeindruckt, er steht zu dem Video. Acton sagte zu CNN, sie sei nicht überrascht vom Handeln ihres politischen Gegners. Doch die weitreichende Empörung beeindrucke sie.
Am 3. November wird in dem Swing State Ohio nicht nur ein neuer Gouverneur gewählt, sondern auch einer der zwei Senatsposten und alle 15 Sitze Ohios im US-Repräsentantenhaus besetzt. Demokratin Amy Acton liegt in den meisten Umfragen knapp vor ihrem republikanischen Widersacher Vivek Ramaswamy auf dem Weg zum Gouverneursposten.
Schmutziger als in Ohio wird der US-Wahlkampf nicht: Die Demokratin Amy Acton hat Chancen, Gouverneurin von Ohio zu werden. Dass sie als Kind von ihrem Stiefvater mutmaßlich missbraucht wurde, schlachtet die politische Gegenseite im Wahlkampf aus. Lesen Sie die ganze Analyse hier .
czl/sol/AP