Nur 100 Stück in einem halben Jahr: Volvos Luxus-Van EM90 ist der größte Modell-Flop der Markengeschichte

Volvos exklusives Elektroauto ist ein Flop – in diesem Jahr nur 100 Exemplare verkauft

Stand: 02.08.2026, 06:53 Uhr

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Volvo pries den EM90 als „Wohnzimmer auf Rädern“ an. Doch Chinas Käufer wollten ihn nicht. Nur 100 Exemplare wurden in einem halben Jahr verkauft.

Göteborg – Ein rollendes Wohnzimmer für die chinesische Oberschicht – so hat Volvo seinen elektrischen Großraum-Van EM90 einst angepriesen. Auf seiner Website sprach der Autobauer über „das skandinavische Wohnzimmer auf Rädern“. Doch das Wohnzimmer blieb gähnend leer.

Der elektrische Volvo EM90 auf der 21st Shanghai International Automobile Industry Exhibition, April 2025.

Der EM90 wurde für Volvo zum Flop. (Archivbild 2025) © greatyang/VCG/IMAGO

Mit dem EM90 hat Volvo einen vollelektrischen Luxus-MPV (Multi Purpose Vehicle – Mehrzweckfahrzeug) für den chinesischen Markt entworfen. Der EM90 bietet Platz für sechs Personen, hat einen 116-kWh-Akku und bis zu 738 Kilometer Reichweite. Der 268-PS-Motor beschleunigt den Van in 8,3 Sekunden. Innen bietet der Volvo hochwertige Materialien, große Bildschirme und ein Premium-Soundsystem. Präsentiert wurde der Wagen im November 2023 und sollte Markengeschichte schreiben: „Mit dem EM90 definiert Volvo den Reisekomfort neu“, so Volvo. Mit dem XC90 bietet Volvo auch einen Luxus-SUV mit sieben Sitzen.

Volvo bringt elektrischen Luxus-MPV auf den Markt – nur 100 Exemplare verkauft

Die Realität sieht nach einiger Zeit auf dem Markt allerdings anders aus. Die aktuellen Verkaufszahlen, die Volvo Cars selbst veröffentlicht hat, zeigen: Im gesamten bisherigen Jahr 2026 verkaufte der Konzern gerade einmal 100 Exemplare des EM90. Das berichtet das schwedische Automagazin Carup, das den EM90 damit zum größten Modell-Flop von Volvo in der modernen Unternehmensgeschichte erklärt. Das Absatzziel für Elektroautos musste zuletzt auch korrigiert werden. Nur der Sportwagen P1900 aus den 1950er-Jahren habe sich ähnlich schlecht verkauft.

Volvo verkaufte Auto mit Motor des Mutterkonzerns

Der Kern des Problems liegt unter der Karosserie. Der EM90 teilt sich laut Carup seine technische Basis mit dem Zeekr 009 – einem Fahrzeug des chinesischen Mutterkonzerns Geely. Volvo veränderte Grill, Scheinwerfer und Rückleuchten und platzierte sein Markenzeichen darauf. Fachleute nennen dieses Vorgehen „Badge Engineering“.

Laut Carup durchschauten die anspruchsvollen chinesischen Käufer den Trick sofort: Wer Millionenbeträge für ein Luxusfahrzeug ausgibt, kauft keinen umgelabelten Zeekr. Dabei betont das Magazin PC-Welt, dass Volvo dem EM90 durchaus eine eigene Innenausstattung und ein angepasstes Fahrwerk spendiert hat – doch das reichte den Käufern offenbar nicht.

Trotz des EM90-Debakels plant Volvo offenbar weitere Modelle auf Basis chinesischer Konzern-Technik. Der neue XC70 für den chinesischen Markt basiert auf einer Plattform der Geely-Schwestermarke Lynk&Co und verkauft sich bislang deutlich besser – mit 15.300 Einheiten in diesem Jahr. Das elektrische Luxus-Modell ES90 hat unsere Redaktion bereits für Sie getestet. (Quellen: carup.se, volvocars.com, dpa) (jh)