Vom Azubi zum „Mister Handwerk“: Wie ein Stuckateur zur Symbolfigur einer Branche wurde

Stand: 12.09.2026, 20:11 Uhr

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Maximilian Buerger aus Wetter ist 22, Meister und Unternehmer. 2026 wurde er zudem zu „Mister Handwerk“ gewählt. Sein Weg begann ungewöhnlich früh.

Wetter – Maximilian Buerger aus Wetter ist Kammer- und Landessieger, zweiter Bundessieger und war Mitglied im Nationalteam der Stuckateure. 2026 wurde der 22-Jährige zum „Mister Handwerk“ gewählt – und macht sein Gesicht jetzt zur Werbung fürs Handwerk.

Maximilian Buerger ist Stuckateur und liebt seinen Beruf.

Maximilian Buerger ist Stuckateur und liebt seinen Beruf. © Maximilian Buerger

Während in NRW die Zahl neuer Ausbildungsverträge 2025 erstmals seit den 1970er-Jahren unter 100.000 gefallen ist, liefert Maximilian Buerger das Gegenbeispiel dafür, wohin eine Handwerkskarriere führen kann: vom Azubi über den Meisterbrief bis zum eigenen Betrieb – und mittlerweile bis ins Rampenlicht.

Berufswahl war für „Mister Handwerk“ kein Zufall

Für Buerger war die Berufswahl kein Zufall, sondern das Ergebnis eines frühen Kontakts mit dem Handwerk. „Ich bin relativ früh mit dem Handwerk in Berührung gekommen und habe schnell gemerkt, dass mir die praktische Arbeit liegt“, sagt er gegenüber wa.de. Besonders der Beruf des Stuckateurs hatte es ihm angetan – wegen der direkten Rückmeldung, die die Arbeit liefert: „Besonders am Beruf des Stuckateurs hat mich fasziniert, dass man am Ende des Tages direkt sieht, was man geschaffen hat. Man arbeitet mit den eigenen Händen, braucht gleichzeitig technisches Verständnis und kann seine Kreativität einbringen.“

Einen klassischen, geradlinigen Werdegang wollte er dabei nie: „Für mich war irgendwann klar, dass ich nicht den klassischen Weg gehen möchte, sondern meinen eigenen Weg im Handwerk.“ Auf die Ausbildung folgte die Weiterbildung zum Stuckateurmeister – seinen Meisterbrief erhielt er am 27. Mai 2024 – und schließlich der Sprung in die Selbstständigkeit. „Ich habe meine Ausbildung gemacht, mich zum Stuckateurmeister weiterentwickelt und anschließend den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Heute führe ich meinen eigenen Betrieb“, sagt er.

Anders als bei manch anderem jungen Handwerker gab es bei Buerger von Anfang an Rückenwind aus der Familie: „Meine Familie und mein Umfeld haben mich auf meinem Weg immer unterstützt. Diese Unterstützung war für mich sehr wichtig und hat mir geholfen, meinen Weg konsequent zu verfolgen.“

Vom Kammersieger zum „Mister Handwerk“

Wer heute einen eigenen Betrieb führt, ist längst nicht mehr nur Handwerker, sondern auch Unternehmer – ein Spagat, den Buerger bewusst gestaltet: „Mein Alltag ist sehr abwechslungsreich. Ich bin nicht nur auf der Baustelle tätig, sondern kümmere mich auch um die Planung, Kalkulation, Angebote, Kundenkommunikation und die Organisation meiner Projekte.“ Den Bezug zur eigentlichen Arbeit will er dabei trotzdem nicht verlieren: „Als Unternehmer muss man viele verschiedene Aufgaben unter einen Hut bekommen. Gleichzeitig möchte ich aber weiterhin selbst handwerklich arbeiten und den direkten Bezug zur Baustelle behalten.“

Neben dem eigenen Betrieb hat Buerger sich in den vergangenen Jahren auch im Wettbewerb einen Namen gemacht: Er wurde Erster-Kammersieger, Erster-Landessieger und zweiter Bundessieger und war zudem Mitglied im Nationalteam der Stuckateure. 2026 kam der bislang größte Titel dazu – einer, der nicht mehr nur die eigene fachliche Leistung, sondern die ganze Branche betrifft. „2026 wurde ich zum Mister Handwerk gewählt. Dadurch bekomme ich die Möglichkeit, das Handwerk auch öffentlich zu repräsentieren und gerade jungen Menschen zu zeigen, welche Chancen eine handwerkliche Ausbildung bieten kann2, erzählt der junge Meister.

Maximilian Buerger ist „Mister Handwerk 2026“.

Maximilian Buerger ist „Mister Handwerk 2026“. © Maximilan Buerger

Diese Rolle als Repräsentant nimmt Buerger sichtlich ernst – auch im Gespräch richtet er sich direkt an junge Menschen, die vor der gleichen Entscheidung stehen wie er einst: „Ich würde jungen Menschen raten, sich nicht von dem Gedanken leiten zu lassen, dass ein Studium automatisch der bessere oder erfolgreichere Weg ist. Das Handwerk bietet unglaublich viele Möglichkeiten – von der klassischen Ausbildung über den Meister bis hin zur Selbstständigkeit und zum eigenen Unternehmen.“

Karriere im Handwerk: Maximilian Buerger setzt ein Zeichen

Wichtiger als die vermeintlich sichere Wahl sei die passende: „Man sollte herausfinden, was einem selbst Spaß macht und worin die eigenen Stärken liegen. Und wenn man sich für einen Weg entscheidet, sollte man diesen auch konsequent verfolgen.“ Sein eigener Weg zeigt, wie flott das gehen kann: „Gerade im Handwerk kann man sehr schnell Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln und am Ende etwas Eigenes aufbauen. Für mich persönlich war die Entscheidung für das Handwerk definitiv die richtige.“

Mit 22 Jahren hat Maximilian Buerger damit bereits erreicht, wovon viele erst Jahrzehnte später sprechen können: einen eigenen Betrieb, einen Meistertitel, nationale Wettbewerbserfolge – und mit „Mister Handwerk“ eine Bühne, um genau das an die nächste Generation weiterzugeben.