Von München nach Peking nur mit dem Zug – so könnte die Reise klappen
Stand: 18.07.2026, 21:00 Uhr
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Eine Zugfahrt von München nach Peking – geht das ohne Russland, Ukraine und Iran? Die Route ist möglich, aber extrem anspruchsvoll.
München – Eine Landverbindung zwischen München und Peking existiert, und theoretisch lässt sich die gesamte Strecke auf Schienen bewältigen. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und dem aktuellen Iran-Konflikt ist die klassische Route über die Transsibirische Eisenbahn allerdings keine Option mehr. Doch es gibt eine alternative Strecke – auch wenn sie deutlich komplizierter ausfällt und nicht ganz ohne Bus und Fähre auskommt.
- Die Zugreise von München nach Peking führt über die Türkei, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan nach China.
- Russland, die Ukraine und der Iran werden dabei komplett umfahren.
- Die reine Fahrtzeit beträgt mindestens rund 118 Stunden, realistisch dauert die Reise anderthalb bis zwei Wochen.

Über Istanbul und den legendären Doğu-Express bis nach Aserbaidschan
Los geht es am Münchner Hauptbahnhof mit einer Fahrt über mehrere Zwischenstopps und Umstiege zum Bahnhof Halkali in Istanbul. Diese Fahrt dauert laut Deutscher Bahn knapp 50 Stunden und führt über Budapest, Rumänien und Bulgarien in die Türkei.

Von Istanbul bringt ein Hochgeschwindigkeitszug Reisende in gut vier Stunden nach Ankara. Dort wartet ein echtes Highlight: der Doğu-Express nach Kars. Die legendäre Strecke gilt als eine der schönsten weltweit und erstreckt sich über mehr als 1300 Kilometer durch malerische Landschaften – Fahrtzeit: 26 bis 32 Stunden.

Ab Kars wird es kompliziert. Eine modernisierte Bahnlinie zwischen Kars, Tiflis und Baku ist zwar vorhanden, aktuell aber nicht für Passagiere freigegeben. Laut der Website rail.cc muss man deshalb per Bus von Kars zum Grenzort Sarp ans Schwarze Meer fahren, den Grenzübergang nach Georgien zu Fuß passieren und anschließend per Bus nach Batumi gelangen. Von dort geht es mit dem Zug über Tiflis weiter nach Baku. Shahina Travel zufolge verkehrt zwischen Tiflis und der aserbaidschanischen Hauptstadt inzwischen wieder ein Nachtzug – die Fahrt dauert rund neun Stunden. In Baku steht dann die wohl abenteuerlichste Etappe an: Eine Frachtfähre ohne festen Fahrplan bringt Reisende über das Kaspische Meer nach Aktau in Kasachstan. Die Überfahrt dauert zehn bis zwölf Stunden, die Wartezeit ist unberechenbar, da die Fähre erst ablegt, wenn sie voll ist.
Quer durch Kasachstan und China – die letzten Etappen nach Peking
Von Aktau aus rollt ein Schlafwagen in rund zwei Tagen und sechs Stunden quer durch Kasachstan bis nach Almaty. Die anschließende Verbindung nach Urumqi in China verkehrt nur einmal wöchentlich – aktuell dienstags. Knapp 24 Stunden später erreicht man die Hauptstadt des uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang – Glückwunsch, man hat chinesisches Staatsgebiet erreicht.

Von dort existiert eine Direktverbindung nach Peking, die je nach Zugtyp zwischen 30 und 40 Stunden dauert. Insgesamt ergibt sich eine reine Fahrtzeit von mindestens 118 Stunden. Mit Wartezeiten und Übernachtungen sollte man für die gesamte Reise von München nach Peking mindestens anderthalb bis zwei Wochen einplanen (Quellen: rail.cc, TravelChinaGuide, 12goasia, vivaperipheria, Deutsche Bahn).