Vuelta: Pogacar verpasst Sieg im Sprint - Erfolg für Brennan

Matthew Brennan kurz vor dem Ziel der 2. Etappe

2. Etappe der Vuelta Pogacar im Sprint geschlagen - Erfolg für Brennan

Stand: 23.08.2026 • 18:46 Uhr

Radsport-Superstar Tadej Pogacar ist in ungewohnter Rolle als Sprinter am nächsten Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt vorbeigerast. Den Tagessieg holte sich Matthew Brennan.

Im Roten Trikot des Gesamtführenden belegte der Weltmeister im Ziel der 214,3 km langen zweiten Etappe von Monaco ins französische Manosque den dritten Platz. Pogacar, der seinen ersten Gesamtsieg bei der Vuelta anpeilt, war gegen Tagessieger Matthew Brennan (Visma-Lease a Bike) chancenlos.

Erster großer Etappensieg für Brennan

Der 21-jährige Brite feierte seinen ersten Etappensieg bei einer der großen Landesrundfahrten. Noch vor Pogacar landete der Spanier Pau Miquel (Bahrain Victorious).

In der Gesamtwertung hat Pogacar nun neun Sekunden Vorsprung auf seinen belgischen Klassiker-Rivalen Wout van Aert. Brennan (+0:10 Minuten) ist hinter seinem Teamkollegen van Aert Dritter

Pogacars rührende Begegnung mit Tarling

Im Ziel war Tadej Pogacar das so herbeigesehnte Rote Trikot allerdings ziemlich egal. Im kleinen Raum hinter dem Siegerpodest der Vuelta führte der erste Weg des Slowenen zu Joshua Tarling, der eine Woche zuvor bei einem fürchterlichen Rennunfall in Portugal seinen kleinen Bruder Finlay verloren hatte.

Pogacar beugte sich hinab, nahm Tarling fest in den Arm und flüsterte dem bewegten Briten ganz persönliche Worte ins Ohr. "Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Josh gewinnt", sagte Pogacar über Tarling, der beim Sieg des Superstars im packenden Auftaktzeitfahren von Monaco geschlagen Dritter geworden war: "Ich habe Josh wirklich die Daumen gedrückt." Der junge Brite nahm die Worte des Weltmeisters gerührt und dankbar auf: "Ich bin so glücklich, wie ich sein kann."

Slowene erstmals in Rot

So sehr sich Pogacar nach dem Rennen als Champion zeigte, so sehr hatte er das bereits im Rennen gezeigt. 28 Tage nach seinem fünften Tour-Sieg machte er bei seinem ersten Vuelta-Start seit sieben Jahren dort weiter, wo er in Frankreich aufgehört hatte.

Statt in Gelb nun eben in Rot, erstmals in seiner Karriere. In dem Trikot, das er auch auf der 2. Etappe am Sonntag erfolgreich verteidigte und in drei Wochen in Granada tragen will, um mit dem Vuelta-Sieg seine Rundfahrt-Sammlung zu komplettieren.

Hayters Hoffnungen verflogen

Zwischenzeitlich hatte sich der Brite Ethan Hayter (Soudal Quick-Step), der Rot und den Etappensieg beim Auftaktzeitfahren in Monaco am Samstag um nur neun Hundertstel an Pogacar verloren hatte, Hoffnungen auf eine Revanche gemacht.

Der 27-Jährige fuhr als führender Solist über die Sprintwertung 36 Kilometer vor dem Ziel und sammelte so sechs Bonussekunden. Im Anschluss ließ er sich ins Peloton um Pogacar zurückfallen, im Finale wurde Hayter aber aufgehalten und erreichte das Ziel mit 31 Sekunden Rückstand auf dem 80. Rang.

Dritte Etappe auch in Frankreich

Auch die dritte Etappe am Montag wird in Frankreich ausgefahren. Die Strecke führt über 174 km von Gruissan-Aude nach Font Romeu. Nach dem Col de Mont-Louis (1. Kategorie) folgt ein 9,9 km langer Anstieg ins Ziel. Am Dienstag steht eine 104,8 km lange Bergetappe in Andorra an. Spanien erreicht die Vuelta erst auf der 5. Etappe.

Quelle: sid/red