Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Schwesig gegen AfD – Warten auf das Ergebnis beginnt

Stand: 19.09.2026, 21:21 Uhr

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Warten auf das Ergebnis: Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern beginnt. Bei der MV-Wahl will Schwesig gegen die AfD gewinnen. Alle News im News-Ticker.

Schwerin – Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Wahl: Am Sonntag findet die Landtagswahl im Nordosten statt und die Wählerinnen und Wähler entscheiden mit dem Ergebnis, wie das Bundesland künftig regiert werden soll. Letzte Umfragen vor der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl zeigten zuletzt, dass die AfD weiter vorn liegt, doch die SPD konnte mit ihrer Spitzenkandidatin Manuela Schwesig zuletzt deutlich aufholen. Laut dem Insa-Institut kam die AfD wenige Tage vor dem Wahlgang auf 37 Prozent. Die SPD erreichte 35 Prozent. Alle Entwicklungen zum Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl finden Sie in unserem Ticker:

Während SPD und AfD beim Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl auf einen Wahlsieg hoffen, blickt die CDU am Sonntag wahrscheinlich mit Sorge auf die Prognosen, Hochrechnungen und ersten Ergebnisse. Die Christdemokraten mussten sich erst vor wenigen Tagen der AfD in Sachsen-Anhalt geschlagen geben. Bei der MV-Wahl zeigten Umfragen zuletzt, dass die Partei in der Wählergunst deutlich unter den zehn Prozent lag.

Medienrummel vor der Landtagswahl in MV

Manuela Schwesig will das Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl für sich entscheiden. (Archivbild) © Jens Büttner/dpa

Mecklenburg-Vorpommern-Wahl 2026: Warten auf das Live-Ergebnis

Trotz der Werte in den letzten Umfragen vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern, macht sich der CDU-Spitzenkandidat mit Blick auf das mögliche Ergebnis der Landtagswahl wenig Sorgen. „Ich bin sicher, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern auch im kommenden Landtag vertreten sein wird und eine tragende Rolle spielen wird“, sagte Daniel Peters zuletzt gegenüber dem NDR. Die Christdemokraten kamen bei Insa auf sieben Prozent.

Mit Blick auf das Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl müssen auch die Grünen zittern. Die Partei erreichte in den Umfragen zuletzt etwa fünf Prozent. Weil es für die Grünen knapp aussieht, setzt die Partei auch auf taktische Stimmen aus dem linken Lager. „Wer Schwesig will, muss Grün wählen“, sagte die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Müller, in der TV-Runde der vier kleineren Parteien mit Chancen auf Landtagseinzug im NDR am Dienstagabend. Eine stabile Landesregierung gebe es nur mit den Grünen.

Schwesig ist seit 2017 Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns und Landesvorsitzende der SPD, nun hofft sie mit Blick auf das Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl auf einen neuen Wahlerfolg. Die Diplomfinanzwirtin wurde im brandenburgischen Frankfurt an der Oder geboren und kam 2000 nach Schwerin. 2008 erfolgte für Schwesig der Aufstieg von der Kommunalpolitik zur Landessozialministerin und 2013 zur Bundesfamilienministerin. Die 52-jährige einstige stellvertretende Bundesvorsitzende ist in der SPD gut vernetzt.

Ergebnisse der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Schwesig gegen Holm und Schult

Schwesig setzt in dem auf sie fokussierten SPD-Wahlkampf unter anderem auf ihren Amtsbonus sowie ihre Kritik an der Bundespolitik und präsentiert sich als einzige Alternative zu einer AfD-Regierung. In entsprechenden Rankings liegt Schwesig weit vorn. Ihre bis 2022 recht freundliche Russland-Politik, von der Opposition heftig kritisiert, schadete ihr bei den Wählerinnen und Wählern offenbar nicht. Im September 2021 schaffte Schwesigs SPD mit 39,6 Prozent einen Wahlsieg, obwohl sie im Mai abgeschlagen im Umfragetief gesteckt hatte. Auch die 33 bis 35 Prozent für die SPD in jüngsten Umfragen waren vor einigen Monaten nicht zu erwarten.

Schwesigs größte Konkurrenz beim Rennen um ein gutes Ergebnis bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD, die in dem Bundesland auf eine Doppelspitze setzt. AfD-Landtagsfraktionschef Enrico Schult ist Spitzenkandidat auf der Landesliste – und der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm will Ministerpräsident werden, falls die AfD im neuen Landtag dafür eine Mehrheit findet. Schult und Holm geben sich moderat. Anders als in anderen Bundesländern wird ihr Landesverband nicht vom Verfassungsschutz als verdächtig rechtsextremistisch beobachtet. Gleichwohl stehen auch Schult und Holm zu Mitgliedern wie Dario Seifert, dem jüngst gewählten Generalsekretär des Landesverbands. Der Bundestagsabgeordnete gehörte der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten an.

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern live: Alle Spitzenkandidaten im Überblick

Die CDU setzt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern auf Daniel Peters. Er wird eher auf der konservativen Seite der CDU verortet. Im Wahlkampf präsentiert er sich als „Mann der Mitte“, der sowohl zur AfD als auch zur Linken auf Abstand geht. Es dürfe nicht wieder „eine Partei des politischen Rands“ an der Regierung beteiligt werden, sagt Peters. Für eine Minderheitsregierung zeigt er sich offen. Für die Linke geht Simone Oldenburg ins Rennen, die Grünen setzen auf Claudia Müller. Peter Schabbel ist der BSW-Spitzenkandidat, Jakob Schirmer vertritt die FDP.

  • Manuela Schwesig (SPD)
  • Enrico Schult und Leif-Erik Holm (AfD)
  • Daniel Peters (CDU)
  • Simone Oldenburg (Linke)
  • Claudia Müller (Grüne)
  • Peter Schabbel (BSW)
  • Jakob Schirmer (FDP)

Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl wird international verfolgt

Das Ergebnis der Mecklenburg-Vorpommern-Wahl wird auch international genau verfolgt. Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, ist gegenwärtig eine ganze Schar internationaler Medienteams im Bundesland unterwegs. Ein Bloomberg-Reporter macht sich Notizen von ihrem Auftritt am Stadthafen, ein niederländisches TV-Team befragt sie zur Wahl, Fotografen von Getty und Reuters versuchen, noch ein paar Schnappschüsse von Schwesig vor dem Zirkuszelt zu ergattern. Zudem gab es zahlreiche Anmeldungen für Wahlpartys, um die Reaktionen auf das Ergebnis der Landtagswahl zu begleiten.

Nord Stream ist das Stichwort: Mit der Ostseepipeline gerät Mecklenburg-Vorpommern erstmals ins Blickfeld der internationalen Politik. Es ist die geografische Lage, die das wirtschaftlich schwache Bundesland im Nordosten für das strategische Projekt attraktiv macht. Die Pipeline führt nach Lubmin bei Greifswald. Um die Ostseepipeline gibt es immer wieder politischen Streit – bis über den Atlantik hinweg. US-Präsident Donald Trump wirft der Bundesregierung vor, sich in eine einseitige und gefährliche Abhängigkeit von Russland zu begeben, und sanktioniert schließlich 2019 das Erweiterungsprojekt Nord Stream 2. 

Die Spannungen mit Russland rücken Mecklenburg-Vorpommern zudem auch sicherheitspolitisch ins Rampenlicht. Moskau wirft der Bundesregierung den Aufbau eines maritimen Hauptquartiers zur Koordinierung der Aktivitäten der NATO‑Partner im Ostseeraum in Rostock vor. Das verstößt nach Lesart des Kremls gegen den Zwei-Plus-Vier-Vertrag für die deutsche Einheit. Der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch einflussreiche Ex-Präsident Russlands, Dmitri Medwedew, droht Deutschland gar mit dem Verlust der Souveränität als Folge. (Quellen: dpa, AFP, eigene Recherche) (fbu)