Waldauer feiern erstmals seit 2009 wieder vier Tage Enten-Kirmes
Stand: 12.10.2026, 08:00 Uhr
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Neu ist eine Blaulichtparty, zu der zum Auftakt am Freitagabend vor allem Feuerwehren und Rettungsdienste eingeladen sind.

Waldau – Die knusprige Ente auf dem Teller, das Ausgraben des Schnapses, der Kirmesvater mit Frack und Zylinder: Traditionen haben bei der Waldauer Enten-Kirmes einen hohen Stellenwert. Sie haben auch am Freitagabend beim Enten-Essen, dem -inoffiziellen Kirmes-Auftakt im Hessischen Hof, eine wichtige Rolle gespielt.
Zur Tradition der Enten-Kirmes gehört der personelle Wechsel. Nachdem Martin Waßmuth im vergangenen Jahr Ulrich Freudenstein als Präsident des Fördervereins abgelöst hatte, stand nun der Wechsel des Kirmesvaters an. Anders als der 30 Jahre amtierende Präsi Freudenstein, wird der Kirmesvater eigentlich für zwei Jahre gewählt. Selbst bei bester Eignung ist für ihn nach drei Jahren endgültig Schluss. So lange hat Marc Buntrock das Amt inne. Beim Abschied erinnerte er daran, wie er vor genau 1099 Tagen eingeführt worden war, ohne zu wissen, was da genau auf ihn zukomme. Nun sei er schlauer, meinte Buntrock. Er blicke auf drei anstrengende, aber auch schöne Jahre mit „seinen“ Kirmesburschen – darunter einige Frauen – zurück, deren Altersspanne von 17 Jahren bis 80 plus reiche. „Das war eine wahnsinnig geile Zeit.“
Das Programm im Überblick
Freitag, 16. Oktober: 19 Uhr Blaulicht-Kirmes – gedacht als Party für alle, richtet sie sich vor allem auch an die Mitglieder von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Polizei und anderen Blaulichtorganisationen (Eintritt: 7 Euro/Vorverkauf 5 Euro)
Samstag, 17. Oktober: ab 9 Uhr ziehen die Kirmesburschen mit Ständchenspiel durch Waldau; 15 Uhr Kinder-Kirmes; 20 Uhr Reiner Irrsinn Show (Eintritt: 15 Euro/Vorverkauf 12 Euro)
Sonntag, 18. Oktober: 10 Uhr Evangelischer Gottesdienst in der Zehntscheune; 11 Uhr Frühschoppen und Frühstück mit der Egerländer Blasmusik des TSV 1891 Kassel-Oberzwehren; 14 Uhr: Kirmes-Festzug; 16 Uhr Musik- und Spielmannszüge, Kaffee und Kuchen; 18 Uhr Party mit Bacardi-Connection, DJ Sascha, Waldauer Landfrauen (Eintritt frei).
Montag, 19. Oktober: 14 Uhr Familiennachmittag auf dem Festplatz; 18 Uhr Varieté „Aus dem Bauch!“ mit Jan Mattheis, Lena Köhn, Svetlana Wottschel und Stanislav Vysotskyi, Livemusik und Vesper (Eintritt: 22 Euro/Vorverkauf 19,50 Euro)
Alle Tickets und weitere Infos gibt es auf Enten-Kirmes.de.
Nach einstimmigem Beschluss, wie Präsident Waßmuth erklärte, hat am Freitag der stellvertretende Vereinsvorsitzende die Nachfolge angetreten: Luis Gutierrrez Carral ist der neue Kirmesvater. „Ich freue mich auf alles, was kommt“, sagte er in seiner Antrittsrede und machte sogleich Vorgänger Buntrock zu seinem Fahnenträger. Damit wurde der Wechsel zum personellen Ringtausch.
Mit Kirmesvater Luis Gutierrrez Carral starten die Waldauer am nächsten Freitag in der Zehntscheune in die 59. Enten-Kirmes. „Erstmals seit dem Jahr 2009 werden wir wieder vier Tage Kirmes feiern“, betonte Präsident Waßmuth zu dem umfangreichen Programm vom 16. bis 19. Oktober (siehe Hintergrund). Neu ist die „Blaulichtparty“ am Freitag, zu der vor allem Mitglieder der Feuerwehren, der Rettungsdienste, der Polizei und anderer Hilfsorganisationen eingeladen sind. Die Idee kommt nicht von ungefähr, laden zum Feiern in Waldau doch traditionell die Kirmesburschen der Freiwilligen Feuerwehr ein. Und zwischen Wehr und Förderverein der Kirmes als Veranstalter gibt es reichlich personelle Überschneidungen, allen voran der wehrführende Präsi Waßmuth.
Traditionell ist daher auch der Kasseler Brandschutzdezernent der Schirmherr der Enten-Kirmes. Heiko Lehmkuhl nahm mit Oberbürgermeister Sven Schoeller die Aufgabe wahr, den ausscheidenden und den neuen Kirmesvater beim öffentlichen Kleiderwechsel zu unterstützen. Frack, Fliege und Zylinder wurden gegen roten Anzug und Krawatte getauscht.
Präsi Waßmuth las dazu aus dem „Buch der Kirmesväter“ vor. Danach solle der Kirmesvater ein Vorbild an Tugend und Fleiß sein, für Disziplinierung und auch dafür sorgen, dass die Gemeinschaft nicht „den Tod des trockenen Dursts“ erleide. Erste Aufgaben des neuen Kirmesvaters war es daher, den Kirmesschnaps auszugraben und auszuschenken. Nach so viel Tradition konnte der gesellige Teil des Kirmes-Auftakts beginnen.