Waldbände wüten in NRW – Zug mit rund 120 Passagieren evakuiert

Stand: 13.08.2026, 08:15 Uhr

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Mehrere Brände haben in NRW Feuerwehren und Bahn beschäftigt. Besonders betroffen ist die Strecke zwischen Krefeld und Neuss. Im Sauerland und in Hagen zeigte sich zudem, wie schnell sich Feuer ausbreitet.

Krefeld/Meerbusch – Ein Böschungsbrand von rund zwei Kilometern Länge hat am Mittwoch, 12. August, den Zugverkehr auf der Strecke zwischen Krefeld und Neuss lahmgelegt – und zwang einen Zug mit rund 120 Passagieren bei Kaarst zur Evakuierung. Am Donnerstagmorgen ist die Strecke weiterhin gesperrt. Das Feuer ist zwar gelöscht, doch Fachleute untersuchen die Trasse noch auf mögliche Schäden. Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann, hängt laut einem Bahn-Sprecher vom Ergebnis dieser Untersuchung ab. Für die evakuierten Fahrgäste bestand keine Gefahr.

Bahnstrecke Krefeld-Neuss wegen Böschungsbränden gesperrt

Etwa 200 Einsatzkräfte waren mit dem Löschen von Böschungsbränden entlang der Bahnstrecke Krefeld-Neuss beschäftigt. © --/Feuerwehr Meerbusch/dpa

Ein Zug mit rund 120 Passagieren musste am Mittwochnachmittag bei Kaarst deswegen zum Stehen gebracht und evakuiert werden, weil eine Weiterfahrt wegen des Brandes nicht möglich war. Gleichzeitig kämpften zahlreiche Feuerwehrleute bis in die Nacht gegen die Flammen – erschwert durch anhaltende Trockenheit, die die Ausbreitung des Feuers begünstigte. Vereinzelt entzündeten sich bereits gelöschte Stellen erneut. Ein Übergreifen auf angrenzende Wälder und Wohnsiedlungen konnte die Feuerwehr aber verhindern.

Flammen richteten Schaden an – Züge verspätet

Die Flammen richteten an der Infrastruktur erheblichen Schaden an. Laut einer Feuerwehrsprecherin wurden die Bahntrasse sowie Kabelkästen in Mitleidenschaft gezogen. Als wahrscheinliche Ursache des Brandes gelten Funken, die von einem Güterzug ausgegangen sein sollen. Betroffen sind laut dem Portal „Zuginfo.NRW“ die Linien RE 7, RE 10 und RB 37. Zwischen Krefeld und Düsseldorf wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „Die Strecke ist zwischen Neuss Hbf und Krefeld Hbf beeinträchtigt. Genaue Informationen zur Dauer der Beeinträchtigung liegen leider noch nicht vor. Grund dafür ist ein Feuerwehreinsatz“, heißt es dort zudem. Und: „In der Folge kommt es jetzt zu Verspätungen, Teilausfällen und Ausfällen auf dem kompletten Laufweg. Kurzfristig kann es zu Änderungen im Zuglauf kommen.“

Oberhalb von Sundern-Stemel im Sauerland ist außerdem bereits am Mittwoch, 12. August, ein großer Waldbrand ausgebrochen, der zunächst auf rund 100.000 Quadratmeter, im weiteren Verlauf sogar auf bis zu 200.000 Quadratmeter (etwa 28 Fußballfelder) geschätzt wurde, bevor die Feuerwehr die Fläche am Abend auf ca. 80.000 m² eingrenzen konnte. Zum Einsatz kamen rund 250 Kräfte aus Sundern, benachbarten Kommunen wie Balve sowie den Kreisen Unna und Olpe, unterstützt von Löschfahrzeugen im Pendelverkehr, Mulchern und einem Löschhubschrauber, der Wasser aus dem nahen Sorpesee holte – weshalb der Sorpedamm für die Bevölkerung gesperrt wurde. Auch die Ortsdurchfahrt von Stemel war gesperrt, und der Hochsauerlandkreis rief die Bevölkerung wegen der starken Rauchentwicklung, die weit über Sundern hinaus sichtbar war, dazu auf, das Gebiet zu meiden.

In Hagen-Haspe brach zudem ebenfalls am Mittwochabend gegen 20.45 Uhr ein Waldbrand aus, der sich von einem brennenden Holzstapel auf einen angrenzenden, steilen und unwegsamen Hang ausbreitete und dort mehrere Hundert Quadratmeter Wald erfasste. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr Hagen bekämpften das Feuer über Stunden bis in die Nacht, unterstützt von der Drohneneinheit der Feuerwehr Gevelsberg, DRK, THW und Polizei; da eine direkte Brandbekämpfung im Gelände kaum möglich war, wurde vor allem von einem Waldweg aus von oben gelöscht, wofür mehrere Großfahrzeuge zur Wasserversorgung positioniert wurden. Für die Feuerwehr war der Einsatz zudem eine Premiere, da erstmals die neu beschafften geländegängigen ATV-Fahrzeuge zum Einsatz kamen. Wegen starker Rauchentwicklung wurden Anwohner per Warn-App NINA aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten; die Brandursache am Holzstapel war zunächst unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.