Trockenheit und Hitze: Waldbrand bei Madrid breitet sich stark aus

Trockenheit und Hitze

Die starke Trockenheit und extreme Hitze sorgt auf der iberischen Halbinsel weiterhin für große Waldbrandgefahr. Nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid sind nach Angaben der Behörden bei einem Waldbrand bereits rund 13.000 Hektar verbrannt. Bisher seien die Flammen nicht unter Kontrolle, wie der staatliche TV-Sender RTVE am Sonntag berichtete. Entwarnung gab es hingegen bei einem weiteren großen Waldbrand im Nordosten Spaniens.

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Mehr als 500 Einsatzkräfte seien damit beschäftigt, Brandschneisen anzulegen und die Flammen so einzudämmen. Bisher sei es gelungen, das Feuer nahe der Stadt Guadalajara von Ortschaften fernzuhalten, sagte die Umweltministerin von Kastilien-La Mancha Mercedes Gomez. Unterstützt werden sie unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit (UME).

Die Kräfte am Boden würden von 25 Löschflugzeugen unterstützt. Vorsichtshalber seien aber 20 Gemeinden mit insgesamt rund 800 Einwohnerinnen und Einwohnern evakuiert worden, sagte Gomez. Todesopfer wurden nicht gemeldet. Angesichts von Dürre und geringer Luftfeuchtigkeit ist die Waldbrandgefahr derzeit in weiten Teilen Spaniens extrem hoch.

Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer in Spanien bereits mehr als 80.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrandinformationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Damals gab es jedoch erst im August die schlimmsten Brände, als die verbrannte Fläche von Ende Juli von rund 47.000 Hektar bis Anfang August binnen weniger Tage auf 380.000 Hektar stieg.

Entwarnung nördlich von Saragossa

Entwarnung gab es hingegen bei einem weiteren großen Waldbrand in der Region Aragonien im Nordosten Spaniens. Nach Angaben der Regionalregierung sei der am Donnerstag bei Ores in der Provinz Saragossa ausgebrochene Brand inzwischen weitgehend unter Kontrolle.

Rund 14.400 Hektar wurden dort vernichtet, sagte Aragoniens Regionalpräsident Jorge Azcon. Mehr als 1.100 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen. Mehr als 400 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschhubschrauber und Löschflugzeuge kämpften gegen die Flammen.

Feuerwehrleute beim Bekämpfen eines Brandes in der spanischen Region Aragonien
Ein weiterer Brand in Aragonien ist laut Behörden inzwischen unter

Spanien und die Nachbarn Portugal und Frankreich sowie andere europäische Länder kämpfen wegen der Trockenheit und Hitze seit Wochen gegen eine ganze Serie von Waldbränden. Bei einem Brand vorige Woche in der südspanischen Region Andalusien starben 13 Menschen – mehrheitlich ältere, in der Provinz Almeria wohnende Ausländer, darunter sieben Briten und drei Belgier. 7.000 Hektar Land brannten nieder.

Extremwetter

Zwar lassen sich einzelne Extremereignisse nicht direkt auf eine bestimmte Ursache zurückführen, klar ist laut Weltklimarat aber: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen, Hitze und Dürre häufiger und intensiver.

Dutzende Waldbrände in Algerien

Auch in Algerien haben Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen rund 70 Waldbrände gezählt – angefeuert von hoher Hitze in dem nordafrikanischen Land. Mehr als 40 davon seien inzwischen unter Kontrolle, teilte Algeriens Zivilschutzbehörde am Sonntag mit. Die Brände wüteten in neun der rund 70 Provinzen des Landes, besonders betroffen sei Skikda an der Mittelmeer-Küste.

Neben Löschfahrzeugen waren auch Flugzeuge und Hubschrauber der Armee im Einsatz, um die Brände zu bekämpfen. Betroffen sind neben Wäldern auch landwirtschaftliche Flächen und Palmenhaine. Die Staatsagentur APS berichtete heute, dass die Löscharbeiten andauerten. Berichte über Opfer gab es nicht.

Die aktuelle Hitzewelle in Algerien wird den meteorologischen Behörden zufolge noch einige Tage andauern. In einigen Gegenden werden dort Temperaturen von bis zu 49 Grad Celsius erwartet. Die hohe Hitze und starke Winde dürften die Ausbreitung der Waldbrände noch verstärkt haben.

Über 900 Brände in Kanada

Auch Kanada kämpft derzeit mit schweren Waldbränden. Mit Stand Samstag waren es über 900 an der Zahl, die Situation ist laut Behörden angespannt. Wegen des Rauches, der in den Nordosten der USA gezogen war, kam es auch zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen den USA und Kanada.

US-Präsident Donald Trump drohte dem nördlichen Nachbarn, den USA müssten die durch die Luftverschmutzung entstandenen Kosten in den US-Metropolen ersetzt werden. Zudem schien auch eine Beeinträchtigung des Finales der Fußball-WM im MetLife Stadium in New Jersey kurz möglich, am Sonntag wurde jedoch bekanntgegeben, dass die Partie bei klarem Wetter stattfinden könne.