Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet: Monschau bereitet Evakuierungen wegen Großfeuer im Hohen Venn vor
Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Monschau bereitet Evakuierungen wegen Großfeuer im Hohen Venn vor
15.08.2026 · 20:42 Uhr
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Großfeuer frisst sich durch Naturschutzgebiet Hohes Venn
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Foto: Natacha Freisen/Belga/dpa/Natacha Freisen
Update | Monschau/Eupen · Im Hohen Venn brennen mindestens 1600 Hektar Wald. Zwei Dörfer in Belgien wurden bereits am Samstagnachmittag evakuiert. Jetzt ruft auf deutscher Seite Monschau die Menschen dazu auf, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten und bereitet Notunterkünfte vor.
Wegen des großen Waldbrandes im Hohen Venn bittet die Stadt Monschau Bewohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Geisberg und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit.
Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet. Es handele sich zunächst um eine vorbeugende Maßnahme, hieß es weiter. Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Orte Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.
Es brennt auf 1600 Hektar
Der in Belgien an der Grenze zu Deutschland wütende Waldbrand hat mittlerweile etwa eine Fläche von 1600 Hektar erfasst. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Zum Vergleich: Im Hürtgenwald sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen.
Hoffnung im Hürtgenwald
Beim Brand im Hürtgenwald bezeichnete der Kreis Düren die Situation als „statisch“. Die Einsatzkräfte seien „verhalten optimistisch“, hieß es in einer Mitteilung. Bis zu 1800 Kräfte hätten zusammengearbeitet. Der Einsatz von Lösch-Hubschraubern wurde am frühen Abend gestoppt, weil er nicht mehr notwendig sei.
Allerdings gingen die Löscharbeiten weiter, betonte ein Kreissprecher. Es sei auch noch offen, wann die rund 2000 Menschen aus dem evakuierten Hürtgenwalder Ortsteil Gey wieder in ihre Wohnungen zurückkehren könnten.
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Wegen des Rauchs wurde zudem am Samstag eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte. Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
„Bitte schließen Sie Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien. Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
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