Waldbrand Hürtgenwald: Einsatzkräfte bekämpfen weiter Glutnester

Wichtige Updates

„Wenn es brennt, machen wir ja keine Modenschau“ 

Offenbar keine weiteren Evakuierungen notwendig

Ministerpräsident Wüst dankt Einsatzkräften

Landrat warnt vor steigenden Temperaturen am Nachmittag

Jasmin Kleemann

Jetzt steht fest: Niemand kann heute Nacht nach Gey zurückkehren

Die Einwohner von Gey können heute Nacht nicht in ihren eigenen Betten schlafen. Der Landkreis Düren bittet, bei Verwandten oder Freunden unterzukommen. Zudem ist die Anlaufstelle in Düren, Förderschule Athenée Royal, Rudolf-Diesel-Straße 19, geöffnet.

In seinem Liveblog stellt der Kreis zudem klar: In Gey brennen keine Häuser. Diesbezügliche Informationen im Netz könnten nicht bestätigt werden. Das Feuer sei nach wie vor 150 bis 200 Meter von Gey entfernt. Auch sei der Ort Straß nicht evakuiert worden. Weitere Orte sind nicht vom Waldbrand betroffen und werden auch nicht evakuiert.

Christian Schmitt

Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlagen laut Feuerwehr-Sprecher Peter Berndgen auch in der Nacht Schneisen im Bereich der evakuierten Ortschaft Gey. Damit soll ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.

Mit Einbruch der Dunkelheit habe man die Einsätze der Löschhubschrauber ausgesetzt, sagte Berndgen weiter. In besonders gefährdeten Bereichen sei der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt worden. Viele zusätzliche Löschzüge würden in diese Bereiche geführt. Auch Wege seien erweitert und Gegenfeuer gelegt worden.

Die Hoffnung sei, über Nacht die Situation stabil zu halten. "Im Moment würde ich sagen, gibt es so eine leichte Tendenz zu einer statischen, heißt also einer stabilen Lage", so der Sprecher. (dpa)

Christian Schmitt

Rund 200 frische Einsatzkräfte sind am Abend eingetroffen, um Feuerwehrleute nach einem 24-Stunden-Einsatz abzulösen. Auch Kräfte von Hilfsorganisationen unterstützen. Die Bereitschaftskräfte sollen bis Samstagmorgen vor Ort eingesetzt werden.

Nach Angaben des Kreises Düren sind aktuell rund 400 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, THW und dem Landesbetrieb Wald und Holz im Einsatz. Je nachdem, wie sich die Wetterlage und der Wind entwickelten, würden die Einheiten "an den unterschiedlichen Fronten auch in der Nacht angreifen", sagte Landrat Ralf Nolten (CDU). (dpa)

Christian Schmitt

Viele Bilder des heutigen Tages haben wir in einer Fotostrecke gebündelt:

Christian Schmitt

Laut dem Kreis Düren ist bis einschließlich Montagmorgen die Bereitschaft von Einsatzkräften durchgetaktet. So könne das Feuer auch in der Nacht bekämpft werden. "Schwierigkeiten ergeben sich in der Dunkelheit und bei zu hoher Rauchentwicklung. Dann können Löschhubschrauber nicht mehr fliegen", heißt es. Mithilfe beleuchteter Fahrzeuge und anderer Leuchtmittel werde die Nacht über aber weiterhin vom Boden aus gegen das Feuer gearbeitet.

Christian Schmitt

Inzwischen liegt die Zahl der Verletzten bei fünf. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte Landrat Ralf Nolten. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt. (dpa)

Christian Schmitt

Mittlerweile hat sich auch im nahe gelegenen Hohen Venn ein größeres Feuer entwickelt. Die Rauchwolke ist bis zum Sammelplatz bei Hürtgenwald zu sehen. Im Bereich Monschau kommt es dadurch zu Geruchsbelästigung, teilt der Kreis Düren mit. Es bestehe aber keine Gefahr. "Meiden Sie das betroffene Gebiet, schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Lüftungen und Klimaanlagen aus", heißt es.

Christian Schmitt

Die Lage spitzt sich wieder zu: Da sich der Wind erneut gedreht hat, muss der Sammelplatz für hunderte Einsatzkräfte bei Großhau verlegt werden. Die Einsatzkräfte setzen weiterhin alles daran, das Feuer vom evakuierten Dorf Gey entfernt zu halten.

Laut einem Sprecher gibt es mittlerweile drei verletzte Feuerwehrleute - eine Handverletzung und ein Hitzeschock, zudem ist eine Person beim Einsatz zusammengebrochen. Man geht derzeit davon aus, dass der Einsatz mindestens noch bis Montag andauern wird.

Jasmin Kleemann

Kampf gegen den Waldbrand - die Bilder vom Einsatz 

Jasmin Kleemann

Wohl der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens

Der Waldbrand im Hürtgenwald ist nach Einschätzung der Landesregierung der größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. "Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat", sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte. (dpa)

Jasmin Kleemann

 „Wenn es brennt, machen wir ja keine Modenschau“ 

Frau Klinkenberg (75) aus Hürtgenwald hat gepackt, schon in der Nacht. Als um vier Uhr die Nina-App losging, eine Minute später der Alarm und danach im nahen Ortsteil Gey ein Megafon („Verlassen Sie unverzüglich Ihre Häuser!“), als also keiner mehr schlief in der Voreifel, da holte sie den Wäschekorb: Ordner mit Unterlagen zum Haus, Medikamente, Patientenverfügung, ein paar Kleidungsstücke. „Wenn es brennt, machen wir ja keine Modenschau.“

Unsere Reporterin Annika Fischer war vor Ort und hat mit den vom Brand betroffenen Menschen gesprochen.

Jasmin Kleemann

Wie können Hausbesitzer ihr Hab und Gut vor Feuer schützen?

„Grundsätzlich hilft es, nach Möglichkeit alles Brennbare im Vorfeld wegzuräumen“, erklärt Heiko Basten, Pressesprecher der Feuerwehr Bonn. Insbesondere, wenn ein Objekt nah an einem Waldrand oder an einer Wiese steht. „Bestenfalls hat man einen Umkreis um sein Objekt, wo kein Brandgut mehr vorhanden ist.“

Das kann bedeuten:

  • Terrassen leer räumen
  • Bäume so beschneiden, dass ihre Äste nicht über das Hausdach hängen
  • Autos mehrere Meter entfernt vom Haus parken. Am besten so, dass sie später nicht für einen Löscheinsatz im Weg stehen

Jasmin Kleemann

Evakuierte Einwohner von Gey können Freitag wohl noch nicht zurück

Eine schnelle Rückkehr der evakuierten rund 1800 Einwohner von Gey ist zunächst nicht absehbar. Demnach liefen bereits Planungen, die evakuierten Menschen auch über Nacht unterzubringen, berichtet eine Sprecherin des Landkreises Düren, in dem Hürtgenwald-Gey liegt. (dpa)

Jasmin Kleemann

Der Wind dreht - Feuer noch 150 Meter von Gey entfernt

Die Löscharbeiten in Hürtgenwald halten an, schreibt der Kreis Düren um 15.30 Uhr im Liveblog auf seiner Website. Nach wie vor gehe es darum, den Hürtgenwalder Ortsteil Gey vor den Flammen zu schützen. Das Feuer sei noch 150 bis 200 Meter von Gey entfernt. Die Lage sei dynamisch, da der Wind drehe.

Jasmin Kleemann

Feuer gegen Feuer

Im Kampf gegen den großen Waldbrand in der Gemeinde Hürtgenwald soll nun auch Gegenfeuer als Mittel der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen. Diese Taktik soll Brandschneisen in die Fläche im nordrhein-westfälischen Kreis Düren schlagen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreitet, wie Feuerwehrsprecher Peter Berndgen sagte. 

"Wir haben Expertenteams vor Ort, die genau diese Taktik gerade einsetzen", sagte er. Neben der aus Kanada und Südeuropa bekannten Methode kämen auch Panzer der Bundeswehr und Motorsägen zum Einsatz, um für meist fünfzehn Meter weite Schneisen zu sorgen. Rund 300 Hektar Wald stehen in Flammen. (dpa)

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