Verheerender Waldbrand in Spanien: Flammen rücken auf Häuser zu – Hunderte müssen fliehen

Waldbrand in Spanien breitet sich aus: Hunderte Menschen in Valencia müssen ihre Häuser verlassen

Stand: 21.08.2026, 22:27 Uhr

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Ein Großbrand versetzt den Osten Spaniens in Alarmbereitschaft. Die Behörden greifen zu drastischen Maßnahmen – und die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Valencia – Ein schwerer Waldbrand im Osten Spaniens hat am Freitag (21. August) die Evakuierung des Ortes Gátova in der Region Valencia notwendig gemacht. Die Flammen waren im Laufe des Tages immer näher an den Ort in dem Naturpark der Sierra Calderona herangerückt. Dichter Rauch lag über der Gemeinde, das Feuer kam nach Medienberichten bereits bebautem Gebiet nahe. Mehr als 1000 Menschen mussten Gátova daraufhin verlassen und sich in Richtung Süden in Sicherheit bringen.

Waldbrände in Spanien

Ein Hubschrauber unterstützt die Löscharbeiten während der Waldbrände in Spanien. © Agostime/dpa

Ausgebrochen war das Feuer bereits am Donnerstagabend (20. August) im Gemeindegebiet von Segorbe in der Provinz Castellón. Als Ursache gilt ein Blitzeinschlag während heftiger Gewitter. Zunächst wurden die Bewohner von Gátova wegen des Rauchs aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Als sich die Lage verschärfte, ordneten die Behörden um 17:27 Uhr die Evakuierung an, berichtet Las Provincias. Die Betroffenen sollten über die Straße CV-25 in Richtung Olocau fahren.

Wieder Feuer in Spanien: Waldbrand in Sierra Calderona breitet sich aus

Bis zum Nachmittag hatte der Brand mindestens 133 Hektar Waldfläche erfasst. Die Behörden riefen die Alarmstufe zwei aus. Diese gilt, wenn das Feuer die Bevölkerung und nicht zum Wald gehörende Gebäude ernsthaft gefährden könnte. In diesem Fall werde die sofortige Einleitung von Hilfsmaßnahmen erforderlich, wodurch die Regionalregierung zusätzliche Hilfe anfordern konnte. Laut Las Provincias wurde auch die militärische Notfalleinheit UME zur Unterstützung mobilisiert.

Besonders problematisch waren mehrere Bereiche des Waldbrandes, in denen sich die Flammen weiter ausbreiten konnten. Spanische Einsatzkräfte sprachen von drei gefährlichen Abschnitten. Einer davon lag in einem schwer zugänglichen Tal in Richtung des Pico del Águila, ein weiterer in felsigem Gelände zwischen Segorbe und Gátova. Weil Feuerwehrfahrzeuge dort teilweise nicht hinkamen, wurden unter anderem aus der Luft abgesetzte Einsatzkräfte und Löschflugzeuge eingesetzt.

Waldbrand in schwierigem Gelände – starke Winde erschweren die Löscharbeiten

Pablo Vila, der technische Einsatzleiter, spricht von 30 Bodeneinheiten und 17 Löschflugzeugen im Einsatz. „Der Brandherd ist noch lange nicht eingedämmt; er brennt weiter, und wir arbeiten daran, die möglichen Folgen zu minimieren“, so Vila. Die Löscharbeiten wurden zudem durch die Wetterentwicklung erschwert. Noch am Vormittag hatten die Einsatzkräfte versucht, günstigere Bedingungen auszunutzen. Später sorgten veränderte Windverhältnisse für neue Probleme. Rund um Gátova erschweren zudem das bergige Gelände und teilweise schwer erreichbare Brandstellen die Löscharbeiten.

Normalerweise habe der Ort Gátova etwa 450 Einwohner, deren Zahl sich in den Sommermonaten jedoch verdoppele, berichtet der staatliche spanische TV-Sender RTVE nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Für Evakuierte wurde unter anderem in Bétera eine Unterkunft eingerichtet. Noch ist unklar, wann sie in ihre Häuser zurückdürfen.

Der neue Waldbrand trifft Spanien in einem Rekordjahr: Nach Angaben des europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) sind 2026 bereits mehr als 297.000 Hektar bei 425 Bränden verbrannt. Zum Vergleich: Die Fläche ist größer als das Saarland. Auch in anderen europäischen Ländern tobten Waldbrände. (Quellen: dpa, Las Provincias, RTVE) (cln)