Waldbrände bei Madrid: Erste Evakuierte sollen zurückkehren können
Stand: 27.07.2026 • 13:26 Uhr
Bei der Bekämpfung der Waldbrände in der Nähe der spanischen Hauptstadt Madrid verzeichnen die Einsatzkräfte kleine Fortschritte. Erste Evakuierte könnten im Laufe des Tages an ihre Wohnorte zurückkehren.
Bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in der Nähe von Madrid zeichnen sich erste Fortschritte ab: Noch heute sollten erste Evakuierte zurückkehren können, kündigte ein Regierungsvertreter der Region Madrid an. Die Behörden betonten jedoch, dass Sicherheitsbedingungen erfüllt sein müssten.
Demnach sei geplant, einen Campingplatz in El Escorial westlich von Madrid wieder zu eröffnen. Von dort waren 4.500 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Zudem sollten Bewohner eines Seniorenheims im ebenfalls westlich von Madrid gelegenen San Martín de Valdeiglesias wieder zurückkehren können.
Aktuelle Waldbrände mittleren und großen Ausmaßes in Spanien.
Fortschritte bei Bekämpfung des Feuers
Die Brandbekämpfung bei den Bränden im Süden und Westen Madrids verlaufe "langsam, aber positiv", erklärte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Die Rettungskräfte der Region Madrid bezeichneten die Nacht zum Montag im Onlinedienst X als "intensiv". Man habe jedoch Fortschritte in der Bekämpfung des Feuers gemacht.
Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben. Demnach ist das Feuer nach wie vor nicht unter Kontrolle.
Schlechtere Wetterbedingungen drohen
Grande-Marlaska sagte, die Einsatzkräfte hätten eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern können, doch der Wind mit Böen aus häufig wechselnden Richtungen erschwere ihre Arbeit. Im Laufe des Tages wird mit weiteren Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h gerechnet, welche die Löscharbeiten erschweren würden.
Ab Mittwoch wird zudem insbesondere für Zentralspanien mit steigenden Temperaturen, weniger Luftfeuchtigkeit und stärkeren Windböen gerechnet. Somit seien Montag und Dienstag die zentralen Tage in der Brandbekämpfung, so der spanische Innenminister, denn dann würde sich die Bedingungen deutlich verschlechtern.
Sánchez in Castellón erwartet
Ein weiterer Brand wütet aktuell in der Nähe der Stadt Valencia im Osten des Landes. In der dortigen Provinz Castellón wird heute Ministerpräsident Pedro Sánchez erwartet. Auch dieser am Samstag ausgebrochene Brand ist nicht unter Kontrolle, nach aktuellem Stand breitet sich das Feuer jedoch nicht weiter aus.
In der Region haben die Flammen bereits eine Fläche von 6.500 Hektar Land verwüstet. Wegen der beispiellosen Brände in der Umgebung der Hauptstadt sowie nahe der Stadt Valencia im Osten des Landes mussten insgesamt 75.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Unterdessen wächst im Land die Kritik an mangelnder Vorsorge gegen die Waldbrände. Die Vegetation sei nach den starken Regenfällen im Winter hoch gewachsen. Einst habe eine aktive Forstwirtschaft dieses Unterholz beseitigt, erklären Forstwirte. Auch der Rückgang der extensiven Viehzucht mit Kühen, Ziegen und Schafen, die das Gestrüpp abweiden, trage dazu bei, dass die Wälder voller ausgetrockneter und damit leicht brennbarer Vegetation seien.
Mit Informationen von Hans-Günter Kellner, ARD-Studio Madrid.