Großeinsatz in Spanien: 56 deutsche Feuerwehrleute kämpfen gegen Waldbrände
Waldbrände in Spanien: Deutsche Feuerwehrleute helfen – 40-Meter-Flammen vor Athen
Stand: 01.08.2026, 20:48 Uhr
Spanien bekommt bei der Bekämpfung der Waldbrände Unterstützung von Feuerwehrleuten aus Deutschland. Auch in Frankreich wüten weiter Brände.
Zamora – Update vom 1. August, 20:36 Uhr: In Griechenland verschärfte sich die Waldbrand-Situation rund um den Badeort Porto Germeno, der etwa 60 Kilometer westlich von Athen liegt. Heftige Winde trieben das Feuer immer weiter auf den Küstenort zu; Fernsehbilder zeigten Flammenfronten von bis zu 40 Metern Höhe. Eine dichte schwarze Rauchwolke legte sich über die Region.
Der Landwirt Minas Tzortzanis fasste das Ausmaß laut der Bild mit den Worten „totale Zerstörung“ zusammen. Die griechischen Einsatzkräfte setzten am frühen Abend auf abflauende Winde, um Löschflugzeuge und Hubschrauber in den Kampf gegen die Flammen zu schicken. Wegen der einsetzenden Dunkelheit war ihr Einsatz jedoch nur für begrenzte Zeit möglich.
Erstmeldung: In Spanien hat sich die Waldbrandlage zuletzt etwas entspannt: Die verheerenden Brände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind weitgehend eingedämmt. In der nordwestlichen Provinz Zamora arbeiteten Einsatzkräfte zuletzt noch daran, verbliebene Brandherde in Wohnhäusern zu löschen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Auch 56 Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen helfen dabei aktuell.

Die Feuerwehrleute trafen am heutigen Samstag (1. August) in der spanischen Provinz Zamora ein und haben den Kampf gegen die dortigen Waldbrände aufgenommen. „Wir sind eben eingetroffen. Unser erstes Team wird gleich unmittelbar ausrücken zu den Bränden“, sagte Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die spanischen Behörden hatten die spezialisierte Einheit über das EU-Katastrophenschutzverfahren angefordert – ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage ist.
Deutsche Feuerwehrleute in Spanien: „Großer Bedarf, dass wir sofort in die Brandbekämpfung einsteigen“
Der Konvoi, bestehend aus Kräften der Städte Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen, hatte sich bereits am Donnerstag (30. Juli) in Bewegung gesetzt. 21 Fahrzeuge rollten in den Nordwesten Spaniens. „Man sieht hier die Rauchwolken und Löschflugzeuge und Hubschrauber“, schilderte Frenser die Lage vor Ort.
Die Gegend sei ländlich und bergig. Erschwerend kommt hinzu: Der Wind frische immer wieder auf und fache das Feuer neu an. Die Dringlichkeit ist für Frenser unmittelbar spürbar. „Es ist großer Bedarf da, dass wir sofort in die Brandbekämpfung einsteigen.“ Erste Priorität hat die Kontrolle von Boden und Bäumen auf Glutnester – nur so lässt sich das Gelände sicher machen.
Erleichterung gab es zudem in der ostspanischen Provinz Castellón: Der große Brand im Gebiet Vall d‘Uixó nördlich von Valencia, bei dem mehr als 9.500 Hektar zerstört wurden, weitete sich nicht weiter aus. Rund 2.800 Menschen durften daraufhin in ihre Häuser in den Gemeinden Eslida und Artana zurückkehren. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden inzwischen aufgehoben.
Auch in Frankreich wüten weiterhin Feuer – tausend Hektar verwüstet
In Frankreich ist die Lage zweigeteilt: Im südfranzösischen Departement Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand erneut aufgeflammt und hat sich schnell ausgebreitet – innerhalb weniger Stunden wurden rund 1.000 Hektar verwüstet, etwa 2.500 Menschen mussten evakuiert werden, wie der Spiegel berichtet. Rund 720 Feuerwehrleute waren in der Nacht im Einsatz, um sensible Bereiche zu schützen und das Feuer einzudämmen.
An der Atlantikküste rund um Bordeaux hingegen zeichnet sich eine Stabilisierung ab: Der dortige Großbrand, der eine Fläche von geschätzten 42.000 Hektar – etwa viermal so groß wie Paris – verwüstet hat, sei zwar noch nicht vollständig unter Kontrolle, die Lage aber stabil. Von den rund 224.000 Betroffenen durften bereits 198.000 in ihre Heimatorte zurückkehren. (Quellen: dpa, Spiegel) (sp)