„Keine Reue, keine Schuldgefühle“: Mutter lässt Kinder für Gipfeltour zurück – Wanderer schreiten ein

Wandergruppe in Polen rettet orientierungslose Kinder – Mutter ließ sie für Gipfelbesteigung zurück

Stand: 24.10.2026, 21:33 Uhr

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Gerade bei Outdoor-Aktivitäten ist ein Regenschauer gerade im Frühling keine Seltenheit. Mit der richtigen Ausrüstung ist der aber kein Problem.

Eine Mutter ließ ihre Kinder im polnischen Gebirge zurück, um alleine weiterzuwandern. (Symbolbild) © Holger W. Spieker/Imago

Eine Mutter ließ ihre Kinder im dichten Nebel zurück, um allein einen Gipfel zu erreichen. Wanderer fanden die verzweifelten Jungen und griffen ein.

Bieszczady – Zwei Brüder standen weinend und vollkommen orientierungslos an einem Wanderweg in den polnischen Karpaten, während dichter Nebel die Sicht auf wenige Meter beschränkte. Ihre Mutter war kurz zuvor allein weitergegangen, um noch einen nahegelegenen Gipfel zu erreichen, und hatte die beiden Kinder ohne Aufsicht an einer Weggabelung zurückgelassen. Erst eine vorbeikommende Wandergruppe entdeckte die verzweifelten Jungen und nahm sich ihrer an, bis die Frau nach einiger Zeit zurückkehrte.

Der Vorfall ereignete sich am 17. Oktober 2026 im Bieszczady-Gebirge im Südosten Polens und wurde durch einen Facebook-Beitrag von Mitgliedern des örtlichen Tourismusverbands PTTK öffentlich bekannt. Besonders die Reaktion der Mutter auf die Vorwürfe der Retter sorgte in sozialen Netzwerken für breite Empörung.

Mutter lässt Kinder im Bergnebel zurück: Polnische Wandergruppe leistet Hilfe

Die Mitglieder des PTTK-Ortsverbands Rzeszów waren am 17. Oktober mit einer eigenen Wandergruppe auf dem Bukowe Berdo unterwegs, einem rund 1311 Meter hohen Bergmassiv der Bieszczady, als sie in der Nähe einer Weggabelung an den Wegen nach Muczne auf laute Schreie und Schluchzen trafen. Am Wegrand fanden sie zwei unbeaufsichtigte Jungen vor: einen weinenden Achtjährigen und seinen 14-jährigen Bruder. Beide wirkten verwirrt und ängstlich.

Auf Nachfrage erklärten die Kinder, ihre Mutter habe sie allein gelassen, um ohne sie den rund eine Stunde entfernten Gipfel zu erreichen. Sie habe ihnen gesagt, sie sollten etwa fünfzehn Minuten warten; den Jungen sei es jedoch vorgekommen, als sei bereits deutlich mehr Zeit verstrichen. Während die Gruppe versuchte, die beiden zu beruhigen, löste sich der jüngere Junge zeitweise vom Weg und lief in Richtung des nebelverhangenen, morastigen Geländes. Erst nach rund einer Viertelstunde traf die Mutter wieder am Fundort ein.

„Keine Reue, kein Schuldgefühl“: Mutter zeigt keine Einsicht – Behörden wurden informiert

Nach eigenen Angaben der Wandergruppe reagierte die Mutter auf die Vorwürfe zunächst gelassen und uneinsichtig. Auf die Frage, wie sie minderjährige Kinder bei solchen Wetterbedingungen hoch in den Bergen zurücklassen konnte, habe sie geantwortet, sie sei nur kurz weg gewesen und habe eigentlich weiter nach oben gehen wollen. Die Kinder hätten sie jedoch dazu gezwungen, anzuhalten und ihr geplantes Ziel nicht zu erreichen. „Keine Reue, kein Schuldgefühl“, fasst die Wandergruppe zusammen. Erst als ihr mitgeteilt wurde, dass ihr Verhalten einen Straftatbestand darstelle, sei ihr ein „erzwungenes ‚Entschuldigung‘“ über die Lippen gekommen.

„Wenn sie sich auf dem Wanderweg schon so verhalten hat, kann man sich leicht vorstellen, wie es bei ihr zu Hause zugeht. Mein Gott, das ist schrecklich“, schreibt jemand unter dem Facebook-Beitrag. Ein anderer fordert harte Strafen für die Mutter. Nach Angaben von Ouest-France wurden die örtlichen Behörden in Polen über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Ob gegen die Mutter tatsächlich ein Verfahren eingeleitet wird, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen.

Kein Einzelfall: Jugendliche harren ohne Eltern auf über 2300 Metern Höhe aus

Am selben Wochenende war ein vergleichbarer Fall in den italienischen Dolomiten bekannt geworden, berichtet Il Dolomiti. Ein Elternpaar hatte seine beiden Söhne im Alter von 13 und 16 Jahren bei einer Wanderung zur Bonnerhütte auf rund 2.340 Metern Höhe allein weiterziehen lassen, nachdem die Erwachsenen selbst umgekehrt waren. Die Eltern gingen offenbar davon aus, dass ihre Söhne erfahren genug seien, um die restliche Strecke eigenständig zurückzulegen.

Allerdings war die Hütte zu diesem Zeitpunkt bereits seit einer Woche geschlossen. Die beiden Jugendlichen fanden vor verschlossener Tür in der Kälte keinen Unterschlupf und verbrachten die Nacht im Freien. Gegen ein Uhr nachts klagte einer der Brüder über Schmerzen und Erbrechen. Daraufhin riefen sie um Hilfe. Ein Team der Bergrettung aus der Hochpustertal-Region fand die beiden unterkühlten Jugendlichen in der Nacht und brachte sie sicher ins Tal. (Quellen: Facebook, Ouest-France, Il Dolomiti) (jaka)