Wandern auf den Spuren des Bergbaus: Halde Höchen – warum sich diese neue Wanderschleife besonders lohnt
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Wandern auf den Spuren des Bergbaus Halde Höchen – warum sich diese neue Wanderschleife besonders lohnt
Bexbach · Ein neuer Abstecher führt Wanderer hinauf auf die Bergehalde Höchen. Er ist nur 1,3 Kilometer lang, hat aber eine spannende Geschichte und jede Menge zu bieten.
29.09.2026 , 07:00 Uhr
Die neue 1,5 Kilometer lange Haldenschleife bietet mehrere Aussichtspunkte, einer davon liegt auf dem 494 Meter hohen Haldengipfel.
Foto: Stadt Bexbach
Wo früher Kohle abgebaut wurde, führen heute Wege durch Natur und Bergbaugeschichte. Das findet man auch am Höcherberg, der über viele Jahrzehnte ein bedeutender Standort des Steinkohlen-Bergbaus an der Saar war. In Orten wie Frankenholz und Höchen prägten die Gruben, Förderschächte und Halden das Landschaftsbild und das Leben der Menschen. Davon erzählt auch der neue Wanderflyer „Grubenwege Höcherberg“. Er gibt einen Überblick über die verschiedenen Strecken, auf denen diese Relikte erwandert werden können. Die Wege werden so zu einer Zeitreise in die Bergbaugeschichte und dies mitten in wildromantischer Natur. Alle sind entsprechend mit Wegetafeln und typischen Symbolen markiert, zum Beispiel Schlägel und Eisen, einer Kohlenlore oder einer Grubenlampe.
Sie umfassen insgesamt 22 Kilometer, sind aber in vier zusammenabhängende Teilabschnitte gegliedert. Diese sind wiederum eigene Rundtouren. Nun hat das Netz der Grubenwege Frankenholz, Schacht III, Höchen und Nordfeld Zuwachs bekommen – in Form der neuen Schleife Bergehalde Höchen. Der neue 1,3 Kilometer lange Abstecher liegt im Zentrum des Wegenetzes und ist direkt an die Wege Schacht III und Höchen angebunden.
Vom Trampelpfad zum Wanderweg
Kürzlich wurde die Bergehalde offiziell eröffnet – auch Bürgermeister Christian Prech und Landrat Frank John waren vor Ort. Passend zu einem neuen Wanderweg ging es zu Fuß auf Tour: vom Wanderparkplatz unterhalb des Höcher Turms auf dem Grubenweg Höchen zur Bergehalde Schacht III, wo dann die neue Haldenschleife absolviert wurde.
Mit der offiziellen Eröffnung findet zugleich eine zähe Geschichte ein glückliches Ende. Denn es dauerte viele Jahre, bis aus dem Abstecher ein offizieller Weg wurde. Der Frankenholzer Thomas Klein hatte sich hartnäckig dafür eingesetzt, dass aus einem schwer zugänglichen Trampelpfad ein offizieller Weg hinauf auf die Bergehalde wurde. Es existierte zwar ein Schild, aber den Schlenker selbst gab es nicht. Allerdings war der Ergänzungspfad hinauf auf die Halde bereits im großen Konzept der Saarpfalz-Touristik vorgesehen. Bis allerdings alle notwendigen Abstimmungen erfolgt waren, verging jedoch viel Zeit. Für Klein war das Ganze eine Herzensangelegenheit, schon als Kind verbrachte er viel Zeit auf der Halde, seinem „Abenteuerspielplatz“.
Zur offiiziellen Eröffnung der Haldenschleife wurde oben am Aussichtspunkt das Band durchgeschnitten (von links): Thomas Klein, Landrat Frank John, Bürgermeister Christian Prech und Torsten Czech.
Foto: Stadt Bexbach
Blick bis in die Vogesen und den Schwarzwald
Dass sich der Aufwand und das Warten gelohnt haben, zeigte sich spätestens oben auf der Bergehalde. Bei der Eröffnung konnten sich die Beteiligten dort oben davon überzeugen, dass das Prozedere die Mühen wert war. Die Bergehalde von Schacht III bietet nämlich einen besonderen Höhepunkt: 494 Meter über dem Meeresspiegel liegt der Höcher Haldengipfel, es ist der höchste Punkt, den man auf einer Steinkohlebergehalde in Deutschland erreichen kann, betont Klein. Auch deswegen ist die Fernsicht phänomenal – natürlich nur, wenn die Bedingungen passen: Dann sieht man weit über das Saarland und sogar darüber hinaus bis in den Pfälzerwald, die Vogesen und in den Schwarzwald.
Hier oben wurde symbolisch das Band zur neuen Strecke durchschnitten. Anschließend erklang das Steigerlied, gesungen von der Kameradschaft St. Barbrara Bexbach, berichtet Klein. Und er verrät, dass sich der Schlenker gleich vierfach lohnt. Es gibt insgesamt vier Aussichtspunkte, die jeweils einen Namen tragen, nämlich der Schaumberg-Blick, der Göttelborner Höhe-Blick, der Stiefel-Blick und der Pfälzerwald-Blick.
Thomas Klein begleitete die Wanderung nicht nur, er informierte auch über die Geschichte des Bergbaus am Höcherberg und die Besonderheiten der Bergehalde. Bürgermeister Prech stellte den neuen Flyer „Grubenwege Höcherberg“ vor. Prech sieht in den Wanderwegen eine gute Möglichkeit, die Bergbaugeschichte in der Region sichtbar zu halten. „Der Bergbau hat Bexbach und insbesondere Höchen und Frankenholz über viele Jahrzehnte geprägt. Auch heute sind noch viele Spuren davon in unserer Landschaft zu finden“, betonte er.
Für Thomas Klein endet damit eine andere, viel längere Wanderung: Sein großer Wunsch, die Erschließung der Höcher Bergehalde, ist nun Wirklichkeit geworden.
Der Flyer „Grubenwege Höcherberg“ mit allen Informationen zu den Strecken und den einzelnen Stationen ist auf der Homepage der Stadt Bexbach (Stadt Bexbach: Downloadportal) zu finden oder in gedruckter Form im Kulturbahnhof Bexbach, Bahnhofstraße 39, erhältlich. Details zu den einzelnen Touren und zur neuen Haldenschleife findet man zudem auf der Seite der Saarpfalz-Touristik www.saarpfalz-touristik.de/.
(nlk)