Warnschuss? Stimmungskiller? Wie Werder mit der 0:7-Blamage gegen Twente Enschede umgeht

Stand: 03.10.2026, 19:42 Uhr

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Warnschuss, Stimmungskiller oder weiter zur Tagesordnung? Wie der SV Werder Bremen mit dem 0:7-Debakel gegen Twente Enschede umgeht.

Enschede/Bremen – Testspiele, das wissen Profis, Verantwortliche, Fans und Medien, sollten nicht überbewertet werden. Denn wie ihr Name schon sagt: Sie sind zum Testen gedacht, und dabei kann natürlich auch mal etwas schiefgehen. Lange Thema bleiben solche Spiele deshalb in der Regel nicht – der SV Werder Bremen erlebt derzeit allerdings eine Ausnahme. Schließlich war beim krachenden 0:7 (0:6) gegen Eredivisie-Club Twente Enschede am Freitag nicht nur etwas, sondern auch wirklich alles schiefgegangen, was schiefgehen kann. Ein fußballerischer Offenbarungseid, der nach zuletzt starken Bundesliga-Auftritten ebenso überraschend wie erschreckend daherkam. Und deshalb unweigerlich zur Frage führt: Hat die sportlich bedeutungslose Partie tatsächlich das Potenzial zum Stimmungskiller bei Werder?

Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer versucht, das 0:7-Testspiel-Debakel gegen Twente Enschede einzuordnen.

Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer versucht, das 0:7-Testspiel-Debakel gegen Twente Enschede einzuordnen. © gumzmedia

Peter Niemeyer über Werder Bremens Testspiel-Debakel: „Wir müssen die Themen deutlich ansprechen“

Kurzfristig, so viel kann festgehalten werden, hatte sie es definitiv. Am Freitag gab es keinen einzigen Bremer Protagonisten, dem auch nur ansatzweise nach Lächeln zumute war. Im Gegenteil: Trainer Daniel Thioune ging mit der Mannschaft öffentlich bisher ungekannt hart ins Gericht („Ich habe überhaupt kein Verständnis und auch keine Akzeptanz dafür. Das war gar nichts, in allen Bereichen“) – und strich ihr den freien Samstag. Die Profis mieden derweil die Mikrofone, sodass es an Leiter Profifußball Peter Niemeyer war, das Debakel irgendwie einzuordnen und dessen möglichen Einfluss auf die kommende Bundesliga-Aufgabe bei Borussia Dortmund (Freitag, 20.30 Uhr) auszuloten.

„Ihr erlebt mich ruhig“, sagte der 42-Jährige zu den mitgereisten Reportern, „weil ich finde, dass es wichtig ist, das Spiel gut zu analysieren und klare Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Darüber hinaus müssen wir die Themen deutlich ansprechen.“ Die Themen. Sie waren zahlreich und ergaben eine lange Mängelliste, angefangen von fehlender Konzentration über zu wenig Einsatzbereitschaft bis hin zu phasenweiser Kopflosigkeit. Gepaart mit der brutalen Effizienz des Gegners waren das die Zutaten des 0:7. Am Samstagvormittag hat Thioune seinen Spielern all das per Video vor Augen geführt. Damit das Team in Dortmund bestenfalls wieder gänzlich anders agiert.

Peter Niemeyer verspricht nach Werder Bremens Debakel in Enschede: „Wir werden uns gegen den BVB mit anderem Gesicht präsentieren“

„Wir werden uns am Freitag mit einem anderen Gesicht präsentieren“, versprach Niemeyer. „Und auch mit anderem Personal. Die Jungs aus der Nationalmannschaft kommen bis dahin ja zurück.“ Niemeyers Kalkül sieht vor, dass Karl Hein, Marco Friedl, Cedric Itten und Co. Enschede-unvorbelastet für frischen Wind sorgen, der das 0:7 schnell aus der Kabine bläst: „Ab Montag gilt es, dass wir uns in der neuen Woche mit frischen Gesichtern vernünftig auf die Bundesliga vorbereiten.“

Denn wenn es nach der Pleite in Holland überhaupt so etwas wie eine Erkenntnis für Werder Bremen gibt, dann ist es laut Niemeyer diese hier: „Es funktioniert nur, wenn wir es gemeinsam angehen, und zwar alle mit 100 Prozent.“ Dass das zum Erfolg führen kann, haben Leipzig und Augsburg, in Teilen auch Köln, in dieser Saison schon erfahren. Dass es aber auch bitterböse in die andere Richtung kippen kann, „wenn wir nicht ans Limit gehen“ (Thioune), hat das denkwürdige 0:7 von Enschede gezeigt. (dco)