Schweizer Goldmünzen haben «deutliches Wertsteigerungspotenzial» | cash
Raritäten
Seltene Schweizer Goldmünzen sind im Vergleich zu ihren Pendants aus anderen Ländern zu «sehr attraktiven Preisen» erhältlich, sagt ein Experte.
aktualisiert um 19:52
Von Reto Zanettin

Ein Zehn-Dukaten-Stück der Stadt Luzern aus dem Jahr 1622.
Quelle: Sincona/ZVGDas Goldvreneli ist ein - wenn nicht DER Klassiker - unter den Schweizer Goldmünzen. Dabei gibt es andere Stücke, die unter Münzliebhabern begehrt sind. Ein Beispiel sind Zehn-Dukaten-Münzen aus Gold, die 35 Gramm schwer sind und in früheren Jahrhunderten in verschiedenen Ländern geprägt wurden - allerdings kaum je als Umlaufmünze zu Zahlungszwecken, «sondern vielmehr als Statussymbole und zu Repräsentationszwecken», wie Michael Hardmeier vom Zürcher Auktionshaus Sincona sagt. Den Münzherren - Könige, Kaiser beziehungsweise Schweizer Stadtregierungen - hätten die Golddukaten als Geschenke bei Staatsbesuchen oder als Anerkennung für besonders verdiente Mitglieder des Hofstaats gedient.
Dieser geschichtliche Hintergrund erklärt, warum die Zehn-Dukaten-Münzen der verschiedenen Länder wie der Schweiz, Österreich und Polen generell aussergewöhnlich oder sogar höchst selten sind. Das macht faire Vergleiche möglich. Hierbei zeigt sich: «Die Preise für die Mehrfachdukaten aus der Schweiz sind heute mehrheitlich deutlich tiefer als die Preise für Stücke aus Ländern wie Österreich und Polen», so Hardmeier.
Der Numismatiker gibt drei Beispiele:
- Zehn-Dukaten-Münze aus dem Jahr 1622 von Luzern. Status: Höchst selten. Startpreis in der kommenden Auktion: 75'000 Franken. Realistischer Zuschlagpreis: Zwischen 120'000 und 150'000 Franken.
- Zehn-Dukaten-Münze aus dem Jahr 1642 von Ferdinand III. von Österreich. Status: Unikal. Zuschlagspreis an einer Auktion im Jahr 2019: 950'000 Euro beziehungsweise zirka 900'000 Franken.
- Zehn-Dukaten-Münze aus dem Jahr 1631 von Albrecht Wallenstein. Status: Höchst selten. Zuschlagspreise an bisherigen Auktionen: Zwischen 200'000 bis 450'000 Franken.
Die Gegenüberstellung der drei Goldmünzen zeigt, dass die Preise für die Stücke aus dem Ausland um ein Vielfaches höher sind als der Preis für das Stück aus der Stadt Luzern.
Ein Grund für die Preisunterschiede ist laut Hardmeier die für Schweizer Münzen vergleichsweise kleine Zahl der Sammler beziehungsweise Käufer. «Weniger Käufer stellen eine geringere Nachfrage, wodurch die Preise für Münzen aus der Schweiz nicht so stark gestiegen sind wie die Preise für Münzen des Auslandes, obwohl die Schweizer Prägungen in Attraktivität, Seltenheit und Erhaltung ausländischer Prägungen nicht im Geringsten nachstehen.»
Folglich gebe es sehr schöne Schweizer Münzen zu «sehr attraktiven» Preisen. «Solche Schweizer Münzen haben - wegen der im Vergleich sehr attraktiven Preise - gegenüber ausländischen Münzen ein deutliches Wertsteigerungspotenzial», sagt der Münzspezialist.
Freilich kann niemand mit Sicherheit sagen, ob eine Münze wie das Zehn-Dukaten-Stück aus Luzern von besagten 75'000 Franken aus zunächst auf 120'000 bis 150'000 Franken und daraufhin weiter und weiter steigt. Mitentscheidend dürfte sein, wie sehr sich neben inländischen auch ausländische Sammler für Schweizer Münzen interessieren.
Kaufgelegenheiten bietet ihnen eine für Ende Oktober angesetzte Auktion. Dabei soll «eine aussergewöhnliche Sammlung Schweizer Goldmünzen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden», wie es in der Medienmittelung von Sincona heisst.
Sollten die Preise für Schweizer Münzen in den nächsten Jahren tatsächlich steigen, werden jene belohnt, die heute kaufen. Das erinnert an Aktien. Wer sie günstig kauft, hat Chancen auf künftige Gewinne. Hardmeier ist allerdings der Auffassung, dass man Münzen nicht als reine Anlageobjekte erwerben sollte. «Die Freude und Faszination an den Münzen sollten immer vorhanden sein. Münzen sind Liebhaberobjekte und Zeitzeugen. Mit Münzen hält man die Geschichte in den eigenen Händen.»