Was dahinter steckt: Insektenalarm am Duisburger Hauptbahnhof

Was dahinter steckt Insektenalarm am Duisburger Hauptbahnhof

28.07.2026 · 13:34 Uhr

 Viele Eintagsfliegen liegen tot auf dem Boden nach einem Massenflug. Eintagsfliegen sterben nach ein bis vier Tagen. (Symbolfoto)

Viele Eintagsfliegen liegen tot auf dem Boden nach einem Massenflug. Eintagsfliegen sterben nach ein bis vier Tagen. (Symbolfoto)

Foto: picture alliance / blickwinkel/Hecker/Sauer/Hecker/Sauer

Duisburg · Dichte Insektenwolken am Hauptbahnhof Duisburg sorgten in der Nacht zum Sonntag für Aufsehen. Viele hielten die Tiere für Motten, doch eigentlich schwirrten dort andere Insekten durch die Bahnhofshallen.

Am Hauptbahnhof in Duisburg haben sich in der Nacht zum Sonntag Tausende weiß geflügelte Insekten versammelt. Die Tiere schwirrten in großer Zahl um die Leuchtröhren des Bahnhofs. Auf Aufnahmen, die in den sozialen Medien veröffentlicht wurden, sind dichte Insektenwolken zu sehen.

Die ungewöhnlich große Ansammlung am Bahnhof sorgte bei Nutzerinnen und Nutzern für Aufsehen. Auf Tiktok verbreiteten sich die Videos schnell. Dort schrieben die Nutzer etwa von einer „Motten-Invasion“, einem „Viecher-Angriff“ und einem Gefühl von „Apokalypse“. Die Beiträge erreichten auf Tiktok Zehntausende Likes.

Was steckt hinter der Insektenansammlung?

Während die Insekten auf den ersten Blick wie Motten aussehen, handelt es sich laut einer Sprecherin des Nabu NRW um Eintagsfliegen. Sie verbringen zwei bis drei Jahre als Larven in relativ sauberem Wasser, bevor sie bei warmem Wetter massenhaft schlüpfen. Nach dem Schlüpfen paaren sie sich und sterben kurz nach der Eiablage durch die Weibchen.

„Der Massenflug garantiert den Fortbestand der Art, da sich so schnell ein Partner finden lässt“, erklärt die Nabu-Sprecherin gegenüber unserer Redaktion. „Das ist zwingend notwendig, da die einzelnen Tiere nicht länger als ein bis vier Tage überleben, bevor sie an Erschöpfung sterben, verhungern oder gefressen werden.“

Dass sich die Tiere ausgerechnet am Duisburger Hauptbahnhof sammelten, obwohl dieser nicht unmittelbar am Rhein liegt, sei auf den ersten Blick ungewöhnlich, so die Nabu-Sprecherin. Der Bahnhof liege jedoch vergleichsweise nah am Fluss und sei in der Nacht hell erleuchtet. Vermutlich seien die Eintagsfliegen vom Licht angezogen und dadurch vom Wasser weggeleitet worden. „Vermutlich fallen diese Tiere für den Arterhalt wohl aus, denn befruchtete Weibchen müssten sich vom Lichtkegel losreißen, um dann wieder Gewässer aufzusuchen", erklärt sie. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass die Insekten dort irgendwann erschöpft zu Boden fallen und sterben.

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