„Was seid ihr denn für ein Volk?" – Schiedsrichter bricht Spiel ab

Stand: 13.08.2026, 18:15 Uhr

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12.08.2026, xpsx, Fussball Gruppenliga, Germania Grosskrotzenburg - Teutonia Hausen 
v.l. Julian Schäfer (Hausen), Nicolas Rob-Ledo Michel

Julian Schäfer (Mitte) feierte mit Aufsteiger Teutonia Hausen den ersten Saisonsieg, Nicolas Michel (rechts) ging mit Germania Großkrotzenburg als Verlierer vom Platz. © Patrick Scheiber/Patrick Scheiber/Scheiber

Die Partie zwischen dem FC Gelnhausen und Türk Gücü Hanau endet beim Stand von 1:1 vorzeitig. Wer den diskriminierenden Zwischenruf aus dem Funktionsteam gerufen hat, muss nun das Sportgericht klären.

Offenbach – Der erste Wochenspieltag der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost wurde überschattet vom Abbruch der Partie zwischen dem FC Gelnhausen und Türk Gücü Hanau. Wer diesen zu verantworten hat, muss das Sportgericht klären.

Eintracht Oberissigheim setzte sich mit einem knappen 1:0 über Verbandsliga-Absteiger 1. FC Langen auf Platz eins der Tabelle. Aufsteiger Teutonia Hausen feierte mit einem 1:0 bei Germania Großkrotzenburg den ersten Saisonsieg.

FC Gelnhausen – Türk Gücü Hanau abgebrochen. Es sah nach einem normalen Gruppenligaspiel aus, doch dann änderte ein Zwischenruf kurz vor Ende beim Stand von 1:1 alles. „Was seid ihr denn für ein Volk“, soll jemand aus dem Bereich des Gelnhausener Funktionsteams gerufen haben. Schiedsrichter Dominic Dylka von der SG Kiebitzgrund brach nach Schilderung von Türk Gücüs Trainer Daniel Strack daraufhin wegen Diskriminierung das Spiel ab. „Bis dahin war es ein ganz normales Fußballspiel“, ergänzte der Coach.

Die Darstellung des Heimvereins hört sich allerdings anders an. Es habe nach dem Ruf von Gästeseite ausgelöste Tumulte vor der GFC-Bank gegeben. Nach Aussage von Gelnhausens Trainer Patrick Falk habe der Schiedsrichter nach Auflösung der Rudelbildung die Partie fortsetzen wollen, doch die Gastmannschaft soll ein Weiterspielen aufgrund der vorherigen Äußerung abgelehnt haben.

Türk Gücü war durch Marcel Cimen in Hälfte eins in Führung gegangen, hatte dann aber in Durchgang zwei durch einen von Sebastian Wagner verwandelten Strafstoß den Ausgleich kassiert. Da sich Türk Gücüs Tim Krützmann wegen Foulspiels noch eine Rote Karte einhandelte, mussten die Gäste in Unterzahl den Punkt verteidigen. Mit dem Abbruch war das Match vorzeitig beendet. Über die Spielwertung wird nun das Regionalsportgericht zu befinden haben.

Germania Großkrotzenburg – Teutonia Hausen 0:1 (0:0). Noah Teuber gelang in der 73. Minute der einzige Treffer der Partie. Der sorgte für Freude beim Aufsteiger aus Obertshausen und für lange Gesichter in Großkrotzenburg. Das ausgeglichene Match erlebte in der 19. Minute den ersten Höhepunkt, als der Großkrotzenburger Matej Buketa den Ball mit der Hacke ans Lattenkreuz des Gästetores verlängerte. Kurz vor der Pause trat Hausen erstmals gefährlich in Aktion, doch Kolin Koch entschärfte die Chance von Marco Di Maria. In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel. Die Germania fand offensiv kaum mehr statt. Dann traf der gut freigespielte Teuber mit einem Schuss in die lange Ecke. Wenig später flog Großkrotzenburgs Innenverteidiger Laurin Geis nach einer vermeintlichen Notbremse mit Rot vom Platz. „Hausen hat mit Mann und Maus alles verteidigt und somit nicht unverdient gewonnen“, meinte Großkrotzenburgs Sprecher Gerald Trageser.

Spvgg. Dietesheim – FSV Bad Orb 1:2 (0:0). „Das war ein Spiel, das wir eigentlich nicht verlieren dürfen“, meinte Dietesheims Trainer Peter Hoffmann. Entschieden wurde das Match am Wingertsweg eine Viertelstunde vor Schluss, als Bad Orbs Georg Tjart mit einem Sonntagsschuss erfolgreich war. In der ersten Halbzeit waren die gastgebenden Gelb-Schwarzen überlegen, münzten ihre Torchancen aber nicht in Zählbares um. Nach starker Einzelleistung von Nathanael Elsesser stand es kurz nach der Halbzeit plötzlich 0:1. Dietesheim antwortete beinahe postwendend mit dem 1:1 durch Vitor Da Silva. Das Match war nun ausgeglichen und ein Remis wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen. Es kam jedoch anders. Neben dem 1:2 mussten die Gastgeber noch einen umstrittenen Platzverweis für Pedro Cerqueira in der Nachspielzeit hinnehmen.

Kickers Obertshausen – SG Bruchköbel 3:0 (1:0). Die SG Bruchköbel wartet weiter auf den ersten Punkt und das erste Saisontor. In Hälfte eins machten die Gäste jedoch ein gutes Spiel und forderten die favorisierten Kickers immens. Fünf Minuten vor der Pause brachte der bei der 0:1-Niederlage in Oberau noch fehlende Marius Krikser Obertshausen in Führung. In Durchgang zwei hatte das Team der beiden Trainer Antonio Capriglione und Christos Tsifnas dann leichteres Spiel. Ein von Nikolai Ermert sehenswert verwandelter Freistoß sorgte für klare Verhältnisse, Krikser legte noch einen weiteren Treffer zum 3:0-Endstand nach. „Am Ende hätten wir höher gewinnen können, doch das Ergebnis ist so in Ordnung“, resümierte Capriglione.

Eintracht Oberissigheim – 1. FC Langen 1:0 (1:0). Verbandsliga-Absteiger 1. FC Langen produzierte in der Anfangsphase im eigenen Strafraum einen Fehlpass, den Elias Zafar prompt mit dem 1:0 bestrafte. Die Partie war danach zweikampfbetont, aber arm an Torchancen. Langen verteidigte gut, so dass die Eintracht aus ihrer leichten Feldüberlegenheit bis zur Pause kein weiteres Kapital schlagen konnte. „In der zweiten Halbzeit hat Langen noch mehr gedrückt, doch wir haben die langen Pässe alle gut verteidigt“, erzählte Eintracht-Trainer Janis Gräfe. Das intensive Duell blieb bis zum Schluss spannend, da es die Hausherren versäumten, den vorentscheidenden Konter zu setzen. „Das war ein Duell zweier Mannschaften, die beide vorne dabei sein könnten“, war Gräfe von der Qualität des Spiels angetan.