Wasserkocher verboten: Maisachs Mittelschüler dürfen sich keinen Tee mehr machen
Stand: 29.09.2026, 07:00 Uhr
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Ein Arbeitsschutzbüro beanstandete die Wasserkocher wegen Kipp- und Brandgefahr. Schüler könnten sich verbrühen. Die Schulleiterin nennt die Entscheidung ein Beispiel für Überregulierung.
Maisach – Bereits seit einigen Jahren stehen Wasserkocher in einigen Klassenzimmern der 9. und 10. Klassen. „Die größeren Schüler haben sich gerne mal im Winter einen Tee gemacht“, sagt Rektorin Corinna Niedring auf Nachfrage. In der Mittelschule gelte das Klassenleiter-Prinzip, bei dem die Hauptlehrkraft mehrere Fächer unterrichtet, wodurch die Schüler kaum die Räume wechseln. Man richte sich deshalb in den Klassenzimmern gemütlich ein. „Jahrelang war das geduldet, und jetzt ist es ein Thema“, so die Schulleiterin.
Wasserkocher verboten: „Jahrelang war das geduldet, und jetzt ist es ein Thema“
Dem Mittelschulverbund als Sachaufwandsträger waren die Wasserkocher bislang nicht bekannt. Er erfuhr davon erst im Juni. Ein Arbeitsschutzbüro hatte im Rahmen der Sanierung der Schule eine Begehung gemacht – und die Wasserkocher beanstandet. Schüler und Lehrer könnten sich verbrühen, hieß es. Denn die Wasserkocher seien nicht kippsicher aufgestellt, sie stehen auf irgendwelchen Schränkchen, Kabel hängen herunter. Das Wasser zum Befüllen der Kocher muss aus den Toilettenräumen geholt werden, Zapfstellen in den Klassenzimmern gibt es nicht.
Nach Einschätzung der Kommunalen Unfallversicherung Bayern stellen die Wasserkocher zudem eine Brandgefahr dar. Bei elektrischen Geräten mit Wärmeentwicklung sind insbesondere eine geeignete Aufstellung sowie mögliche Brandlasten im unmittelbaren Umfeld zu beachten, heißt es. Feuerfeste Unterlagen fehlen aber in Maisach.
Maisacher Schulleiterin nennt Entscheidung ein Beispiel für Überregulierung
Die Verwaltung schlug deshalb vor, die Wasserkocher zu entfernen sowie einen Betrieb in den Klassenzimmern zu untersagen. Bürgermeister Hans Seidl wies darauf hin, dass die Wasserkocher auch nicht geprüft und abgenommen seien, was zu Problemen mit der Versicherung im Brandfall führen könne. Er verwies auf den Brand im Gernlindner Sportlerheim vor rund einem Jahr. Dort war in der Wohnung der Wirtsleute ein Feuer ausgebrochen. Auslöser war ein Multi-Ladegerät gewesen. „Ich bin der Meinung, dass private Lade- und Elektrogeräte in einem öffentlichen Gebäude nichts zu suchen haben“, so der Rathauschef.
Einstimmig sprach sich die Versammlung des Mittelschulverbundes, zu der auch Schulleiterin Niedring gehört, für die Entfernung der Wasserkocher aus. „Ich verstehe es“, sagt sie. „Es ist schade, aber nicht sehr dramatisch.“ Sie glaube, dass eh nicht so viel Tee getrunken worden sei. Gleichzeitig sei die Entscheidung aber auch ein Beispiel für die Überregulierung in unserem Land.