Waymo darf Robotaxis in weiten Teilen von Kalifornien betreiben

Selbstfahrende Autos

Waymo darf Robotaxis in weiten Teilen von Kalifornien betreiben

Die Google-Schwester bekommt Genehmigung für weitreichenden Ausbau seines Services. Lediglich bei starkem Schneefall und Glatteis müssen sie noch pausieren

Andreas Proschofsky

Als Tesla Mitte 2025 den offiziellen Startschuss für seinen Robotaxidienst bekannt gab, schien es für manche Kommentatorinnen und Kommentatoren bloß eine Frage der Zeit, bis das Musk-Unternehmen die Vorherrschaft bei selbstfahrenden Taxis oder gar Fahrtendiensten als Ganzes übernimmt. Ein Jahr später könnte die Realität kaum weiter von dieser Prognose entfernt sein. Die Zahl der wirklich alleine fahrenden Tesla-Robotaxis bewegt sich aktuell im niedrigen zweistelligen Bereich – und ist auf Städte mit besonders laxen Vorschriften beschränkt. Das während der größte Konkurrent seinen Service lieber vorsichtig, aber konsequent ausweitet – und in dieser Hinsicht nun den nächsten großen Erfolg verkünden darf.

Ein autonomes Fahrzeug von Waymo fährt neben dem Elizabeth Tower (auch bekannt als Big Ben) und den Houses of Parliament in London. Das Auto wird im Rahmen von Tests und Kartierungseinsätzen genutzt.
Neben den USA plant Waymo derzeit auch eine internationale Expansion. Als erstes dürfte dabei London an der Reihe sein, wo bereits seit einigen Monaten Testfahrten durchgeführt werden.

Genehmigung

Waymo hat eine Genehmigung für den Betrieb des eigenen Robotaxidiensten in weiten Teilen von Kalifornien erhalten. Konkret werden damit nun 18 von 58 Bezirke des US-Bundestaats abgedeckt, und zwar jene, mit denen ein Großteil der kalifornischen Bevölkerung erreicht werden.

Schon jetzt ist Kalifornien der Bundesstaat, wo Waymo am präsentesten ist, so sind die Robotaxis mittlerweile in fast der gesamten Bay Area von San Francisco bis hinunter nach San Jose unterwegs – inklusive des Silicon Valleys. Auch weite Teile von Los Angeles sind bereits erschlossen. Mit der neuen Genehmigung kann Waymo nicht nur diese Gebiete ausdehnen, sondern auch neue Regionen wie die rund um Sacramento und San Diego abdecken.

Mehr Fahrzeuge notwendig

Während sich Waymo öffentlich über die Genehmigung freut, heißt das natürlich nicht, dass der Service in diesen Städten auch umgehend startet. Immerhin muss dafür auch die passende Infrastruktur aufgestellt werden – von Ladestationen bis zur Reinigung der Fahrzeuge. Zudem wird Waymo auch bald einmal deutlich mehr Fahrzeuge als bisher benötigen, will man nicht die Servicequalität in anderen Regionen verschlechtern.

Aktuell ist das Unternehmen in den USA noch immer mit "nur" etwas mehr als 3.000 Fahrzeugen unterwegs. Allerdings soll diese Zahl in den kommenden Monaten deutlich gesteigert werden. Das nicht zuletzt dank eines neuen Fahrzeugmodells namens Ojaj, das in Kooperation mit der chinesischen Firma Zeekr entstanden ist.

Beschränkungen

Die Waymos sind dabei für so gut wie alle Witterungsbedingungen und Umgebungen zugelassen – von der Stadt bis zu Autobahnen. Ausnahmen gibt es derzeit nur für starken Schneefall oder Hagel – beides in Kalifornien eher seltene Szenarien. Waymo testet seine Gefährte derzeit übrigens sehr wohl auch für solche Bedingungen, das freilich in anderen Regionen.

Während Tesla davon überzeugt ist, selbstfahrende Autos ausschließlich mithilfe von Kameras sicher machen zu können, setzt Waymo auf eine Mischung von Kameras, Lidar und Radar. Das Ziel sei es, einen Computerfahrer zu schaffen, der deutlich besser als Menschen agiert. Die verfügbaren Zahlen scheinen dem Unternehmen dabei recht zu geben: Waymos sind erheblich weniger in Unfälle verwickelt als von Menschen gesteuerte Fahrzeuge – auslösen tun sie sie noch einmal seltener.

Hürden für Tesla

Wie schwer es dagegen Tesla mit seinem Ansatz haben könnte, zeigt gerade das Beispiel Kalifornien gut. Dort betreibt Tesla zwar etwas, was man einen Robotaxidienst nennt, bei diesem sitzen aber Menschen hinter dem Steuer. So hatte auch der kalifornische Regulator vor einigen Monaten explizit angemerkt, dass es sich dabei um einen Limousinendienst handle und Tesla keine Robotaxilizenz hat. Soweit bekannt, hat das Unternehmen auch noch gar nicht versucht, einen entsprechenden Antrag zu stellen – wohl in Angst, einen negativen Bescheid zu erhalten. (Andreas Proschofsky, 16.8.2026)

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