Wegen anzüglicher Songtexte: Kultkomiker schießt gegen Schlager-Klassiker von Roland Kaiser
Stand: 15.07.2026, 08:08 Uhr
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Roland Kaiser und seine schlüpfrigen Songtexte: Ein Kultkomiker knöpft sich die Schlager-Hits vor und erklärt, warum sie heute im Radio keine Chance hätten.
München – Er nimmt selten ein Blatt vor den Mund: Ingo Appelt (59) mischt seit den 1990er-Jahren mit seinem direkten Humor die deutsche Comedy-Szene auf. In seinem Bühnenprogramm hat er sich nun ein absolutes Schlager-Schwergewicht als Aufhänger gesucht: Roland Kaiser (74). Die Verbindung der beiden? Beide sind SPD-Mitglieder – und laut Appelt läuft man sich in Berlin „ab und zu mal“ über den Weg.
Bei einem dieser Treffen soll Roland Kaiser dem Komiker verraten haben, dass manche seiner alten Hits heutzutage gar nicht mehr im Radio gespielt würden. Für Ingo Appelt ein gefundenes Fressen: Genüsslich seziert er die Klassiker auf der Bühne. Bei „Manchmal möchte ich schon mit dir“ fragt er sein Publikum vielsagend, worauf der Schlagersänger da wohl anspielt – und lässt die Antwort demonstrativ im Raum stehen. Sein Fazit: Heute würde das glatt als „sexistisch“ durchfallen. Und bei „Zieh dich nicht aus, Amore Mio“ gäbe es eine #MeToo-Debatte.
Ingo Appelt knöpft sich schlüpfrige Songtexte von Roland Kaiser vor – dennoch bleibt er „ein Held“
Auch vor dem Mega-Hit „Santa Maria“ macht Ingo Appelt nicht halt. Bei der Zeile „Nachts an deinen schneeweißen Stränden, hielt ich ihre Jugend in den Händen“ hakt er mit gespielter Unschuld nach: „Was hielt der in den Händen?“ Böse Absicht unterstellt der Comedian der Schlager-Ikone dabei aber keineswegs. Im Gegenteil: Dass Roland Kaiser seit über 50 Jahren auf der Bühne steht und trotz gesundheitlicher Rückschläge unermüdlich weitersingt, macht ihn für Appelt schlichtweg zu „einem Helden“.
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Und was sagt der Kaiser selbst zu seinen pikanten Texten? Im Podcast „May Way – Promi Deep Talk“ von Journalistin Tanja May (53) hat der 74-Jährige genau dazu Stellung bezogen. Er zieht dabei den Vergleich zu seinem verstorbenen Freund Udo Jürgens (80, † 2014): „Mein großer Kollege und wirklich über Jahre guter Freund, Udo Jürgens, hat ja immer solche Sachen auch bedacht in seinen Texten – und mir geht’s ähnlich.“
Für den gebürtigen Berliner ist das keine bloße Provokation, sondern klare künstlerische Überzeugung. „Ich habe immer verbotene Sachen gesungen“, erklärt Roland Kaiser offen. Seine Begründung: „Liebe ist ja nicht nur Hand in Hand am Strand spazieren gehen, sondern es hat ja noch ein paar Sachen, die tiefer gehen. Das habe ich auch nie ausgeklammert.“ Eine Einstellung, die nicht nur Ingo Appelt mit einem Augenzwinkern aufgreift: Auch Schlager-Kollegin Kerstin Ott (44) stellte den Hit-Garanten in einer TV-Show genau wegen dieser zweideutigen Textzeilen zur Rede. (sk) Verwendete Quellen: Instagram, „May Way – Promi Deep Talk“