Wegen Spiegel-Selfies: „Sommerhaus“-Star Edda Pilz fliegt aus John Reed – und widerspricht dem Studio
Wegen Selfies im Spiegel: „Sommerhaus“-Star Edda Pilz fliegt fristlos aus Fitnessstudio
Stand: 19.07.2026, 07:19 Uhr
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Influencerin Edda Pilz („Sommerhaus der Stars“) verliert ihre Mitgliedschaft in ihrem Fitnessstudio. Viele Menschen können es verstehen. Das Studio reagiert.
Berlin – Das Filmen in Fitnessstudios sorgt immer öfter für Konflikte. Auf der einen Seite stehen Influencer, die ihre Trainingseinheiten dokumentieren und online stellen möchten. Auf der anderen Seite Mitglieder, die sich durch allgegenwärtige Handykameras und Stative beim Sport beeinträchtigt fühlen. Zahlreiche Fitnessketten haben darauf mit klaren Verboten und im Wiederholungsfall auch mit Hausverboten reagiert. Solche Konsequenzen bekommt jetzt auch die 25-jährige Berlinerin Edda Pilz zu spüren. Die Teilnehmerin der RTL-Sendung „Sommerhaus der Stars“, die zuletzt wegen eines Vorfalls am Flughafen für Aufsehen gesorgt hatte, verlor ihre Mitgliedschaft bei der Fitnesskette John Reed mit sofortiger Wirkung. Die Influencerin meldete sich daraufhin rasch zu Wort.

Auf Instagram zählt Pilz rund 553.000 Abonnenten, denen sie regelmäßig Trainingsvideos, Ernährungsratschläge und Eindrücke aus ihrem Sportalltag zeigt. Knapp vier Jahre lang nutzte sie dafür das John-Reed-Studio im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Dann erhielt sie das Kündigungsschreiben. In einem Instagram-Video machte sie den Inhalt öffentlich: Demnach soll sie am 8. Juli Anweisungen des Studiopersonals missachtet haben. Konkret geht es um Selfies vor dem Spiegel, die sie ohne Erlaubnis im Studio gemacht und anschließend in sozialen Netzwerken gepostet haben soll. Pilz zeigte sich empört: „Willkommen in Deutschland, wo du aus Neid von einer anderen Frau fristlos im Gym gekündigt wirst, weil sie getriggert von deinen Spiegelbildern war. Danke, John Reed.“
Fitness-Kette reagiert auf Kündigung
John Reed widerspricht dieser Darstellung. Dem Sender RTL teilte das Unternehmen mit: „Wir können bestätigen, dass Edda Pilz fristlos gekündigt wurde. Sie hat mehrfach gegen unsere Hausordnung verstoßen und wurde im Vorfeld bereits abgemahnt.“ Zu den genauen Verstößen äußerte sich John Reed nicht.
Die Hausordnung des Studios legt fest: „Den Weisungen des anwesenden Personals ist Folge zu leisten. Jedes Mitglied ist verpflichtet, sich anderen gegenüber respektvoll und freundlich zu verhalten.“ Auch für Foto- und Videoaufnahmen gibt es eine eindeutige Regelung: „Beim Anfertigen von privaten Foto- und Filmaufnahmen ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht Dritter (Recht am eigenen Bild) zu beachten. Das Anfertigen von gewerblichen Foto- und Filmaufnahmen sowie die Verwendung von Bild- oder Videomaterial in sozialen Medien oder sonstigen öffentlichen Plattformen ist ausschließlich nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch die RSG Group zulässig.“ Auch heimliches Filmen mit Smart Glasses ist nicht erlaubt.
Zusätzlich zur Kündigung sprach John Reed ein dauerhaftes Hausverbot aus, das für alle Studios der RSG Group gilt. Zur RSG Group zählen unter anderem McFit und Gold‘s Gym. Laut dem Schreiben droht bei einem Verstoß gegen das Hausverbot eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro.
Instagram-Beitrag von Fitness-Influencern – Nutzer können Kündigung verstehen
Unter ihrem Instagram-Beitrag hält sich die Solidarität mit Pilz in Grenzen. Manche Nutzer können die Reaktion des Studios nicht nachvollziehen, doch ein Großteil schildert eigene negative Erlebnisse mit Influencern, die im Fitnessstudio filmen. Eine Frau kommentiert: „Ich habe meine Mitgliedschaft im John Reed gekündigt, weil ich dort wegen Leuten wie Dir nicht mehr trainieren konnte.“ Ein anderer Nutzer sieht in dem Vorfall sogar einen Anlass, dem Studio beizutreten: „Noch nie so schnell bei einem Fitnessstudio Kunde geworden“, schreibt er. Und eine weitere Person merkt an: „Zum Glück sind die Persönlichkeitsrechte von zahlender Kundschaft doch noch mancherorts wichtiger, als dein Recht auf Vermarktung deiner Person.“ Anfeindungen im Internet sind für Pilz kein neues Phänomen.
Influencerin wehrt sich: Sie war an dem Tag „nicht mal trainieren“
Einige Nutzer hingegen geben an, selbst schon in Studios gefilmt zu haben, ohne Konsequenzen zu erfahren, oder berichten von anderen Fällen, in denen kein Hausverbot ausgesprochen wurde. Ob sie für ihre Aufnahmen eine schriftliche Erlaubnis besaß, ist nicht bekannt. In ihrem Video ergänzt sie allerdings: „Mir ist einfach gerade aufgefallen, dass ich am 8.7. Nicht mal trainieren war.“ (Quellen: Instagram/edda.elisa, Hausordnung der RSG Group GmbH, RTL) (jh)