„Wegwerfmenschen“: Kriegsflotten-Skandal enthüllt Trumps brutale Sicht auf seine US-Soldaten – und das Ziel

Stand: 19.08.2026, 20:09 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Trotz Rekordbudgets berichten Marineangehörige von maroden Zuständen an Bord. US-Expertin Sandra Navidi erklärt in ihrer Kolumne die wahren Absichten von Donald Trump.

New York, USA – Jeff Bezos Luxusjacht ist ein schwimmender Palast, der noch eine Begleitjacht mit Hubschrauberlandeplatz mit sich führt. Diese Jachten haben nur eine Funktion, nämlich eine einzige Person, Jeff Bezos, zu beglücken. Verschimmelte Duschen, mit Fäkalien überlaufende Toiletten, ekliges rationiertes Essen, keine Seife, Zahnpasta und Damen-Hygiene-Artikel: So sieht es demgegenüber auf dem US-Flugzeugträger Abraham Lincoln für 5000 Marineangehörige aus. Nach neun Monaten auf hoher See in engster Behausung, ohne Tageslicht, ständigem Lärm, chronischem Schlafmangel und ohne Aussicht auf Heimfahrt häufen sich die Berichte über Selbstmordversuche. Angehörige erzählen Schreckliches. 

Amerika steht an einem historischen Wendepunkt, an dem es sich und die Weltordnung neu kalibriert. Vor dem Hintergrund einer oft unübersichtlichen Nachrichtenlage, ordnet die deutsch-amerikanische Juristin und Wirtschaftsexpertin, Sandra Navidi,  lebt, das aktuelle Geschehen ein.

Amerika steht an einem historischen Wendepunkt, an dem es sich und die Weltordnung neu kalibriert. Die deutsch-amerikanische Juristin und Wirtschaftsexpertin, Sandra Navidi, ordnet ein. © Sandra Navidi

Mittlerweile gibt es derartige Berichte auch von anderen Kriegsschiffen. Durch den völlig unvorbereiteten Angriffskrieg mit dem Iran und die geheim gehaltene Zerstörung von US-Basen ist die Versorgung der Schiffe zusammengebrochen. Gerne hätte die Administration dies weiter geheim gehalten. Donald Trump hat die Berichte denn auch als Fake News abgetan und angemerkt, dass die Matrosen am besten noch viel länger auf dem Schiff bleiben sollten. Aber Trump hat sowieso Wichtigeres zu tun: Er hat das Redesign der Flotte nach seinem Geschmack im Visier.

Er will eine Zitat goldene Flotte, mehr im Stil der des Zweiten Weltkriegs. Solche Umgestaltungen hätten zwar Funktionseinbußen und Milliarden an Zusatzkosten zur Folge, macht aber nichts, weil das Pentagon eine Billion Dollar pro Jahr zum Verpulvern hat. Im nächsten Jahr soll dieses Rekordbudget sogar auf 1,5 Billionen Dollar erhöht werden. 

„Wegwerfmenschen“: Kriegsflotten-Skandal enthüllt Trumps brutale Sicht auf seine US-Soldaten

Ja, wo bleibt denn eigentlich das ganze Geld, denn bei der verrottenden Kriegsflotte kommt es ja wohl nicht an. Tja, weiß man nicht so genau, denn das Pentagon ist inzwischen achtmal in Folge durch seine jährliche Finanzprüfung gefallen. Das heißt: Unglaublich viel Geld verpufft einfach in schwarzen Löchern. Aber wichtiger als die Finanzen ist hier das Menschenbild, das offenbar wird. Die Administration hat die katastrophalen Zustände auf den Kriegsschiffen schon seit Monaten ignoriert. Weil es ihnen egal ist.

Trump, der sich gern als starker Oberbefehlshaber inszeniert und Militärkulissen als politische Bühne nutzt, hat für Militärangehörige nur Verachtung übrig. Sie sind für ihn Suckers und Losers. Die meisten von ihnen kommen aus sozial schwächeren Schichten, und viele von ihnen sind nicht weiss. Trump und die Administration betrachten sie im Wesentlichen als Kanonenfutter, ja als Wegwerfmenschen. Insofern geht es hier primär um ein moralisches und erst sekundär um ein Staatsversagen.