Weiße T-Shirts mit Aufschrift „Das letzte Hemd“ hängen an Ortsschildern

Stand: 19.08.2026, 19:51 Uhr

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Die Aktion „Das letzte Hemd“ hier am Ortsschild Eschwegewahrscheinlich initiiert aus politisch rechten Kreisen.

Die Aktion „Das letzte Hemd“, hier am Ortsschild Eschwege, ist wahrscheinlich initiiert aus politisch rechten Kreisen. © Foto: Nadine Fischer

An Ortsschildern in Eschwege, Niederhone und Grebendorf hängen seit einigen Tagen weiße T-Shirts auf Kleiderbügeln. Die Aktion stammt wohl aus dem rechtspopulistischen Protestmilieu.

Eschwege/Grebendorf – Aufmerksame Verkehrsteilnehmer werden es schon entdeckt haben. An Ortsschildern wie in Grebendorf, Niederhone oder am Hessenring in Eschwege hängen oder hingen seit einigen Tagen weiße T-Shirts auf Kleiderbügeln. Aufschrift „Das letzte Hemd“. Was soll das? Ein Junggesellenabschied? Ein Jugendstreich? Eine Hinterlassenschaft von Open-Flair-Besuchern? Eher nicht. Bundesweit tauchen derzeit vielfach Berichte über derartige T-Shirts oder Hemden an unterschiedlichsten Ortseingängen auf. Es scheint eine Protestaktion gegen die Regierung zu sein – wohl initiiert aus politisch rechten Kreisen.

Populistische Aktion wohl nicht strafbar

Die Aktion „Das letzte Hemd“ hier am Ortsschild Grebendorfwahrscheinlich initiiert aus politisch rechten Kreisen.

Die Aktion „Das letzte Hemd“, hier am Ortsschild Grebendorf, wahrscheinlich initiiert aus politisch rechten Kreisen. © Foto: Nadine Fischer

Die Aktion läuft bereits seit einigen Wochen in Schleswig-Holstein oder zuletzt auch in Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern wurden bereits solche Shirts entdeckt. Jetzt ist der Protest auch in Hessen angekommen. Der Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen sind bislang keine weiteren Fälle als die in Eschwege, Niederhone und Grebendorf bekannt. Hinweise auf den Urheber gibt es in Grebendorf nicht. Das Aufhängen der T-Shirts an den Ortsschildern ist nach Angaben des Polizeipräsidiums nicht automatisch ein Gesetzesverstoß. „Maßgeblich sind die konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalls.“ Allerdings dürften die Verkehrszeichen nicht verdeckt werden. Wenn das passiere, heißt es, „wird die Polizei weitere Maßnahmen prüfen“.

„Das letzte Hemd hat keine Taschen“, lautet eine alte deutsche Redewendung. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden: Was auch immer jemand im Leben besitzt, am Ende, wenn er stirbt, kann er nichts davon mitnehmen. „Sein letztes Hemd hergeben“ wiederum bedeutet, alles zu opfern oder das Letzte herzugeben, was man besitzt. Die jetzt aufgetauchte Aktion kann vieles bedeuten: Es kann ein Protest gegen steigende Preise sein, gegen zu hohe Steuern und Abgaben, gegen die Bundesregierung oder gegen das Gefühl, immer mehr leisten und dafür immer weniger bekommen zu müssen. Es kann eine politische Botschaft sein, oder zunächst einmal nur ein bewusst gesetztes Fragezeichen am Straßenrand.

Eine Botschaft ohne Unterschrift

Durch die Kriminalinspektion Staatsschutz wird der bekannt gewordene Sachverhalt nun geprüft und bewertet. Die Sicherheitsbehörden vermuten die Unterstützer nach Informationen des NDR allerdings im rechtspopulistischen Protestmilieu. Die Aktion habe nach einer Demonstration in der vergangenen Woche im sächsischen Plauen Fahrt aufgenommen, heißt es. Dort hatten vornehmlich Rechtsradikale gegen die Politik der Bundesregierung demonstriert. „Das letzte Hemd“ – der symbolische Verweis auf Armut – soll offenbar Frust und Wut auf den Staat und die Politik ausdrücken. Medien in anderen Bundesländern ordnen die Organisatoren dort ebenfalls in die Kategorie „Rechtspopulismus“ ein.

Noch hat sich niemand dazu bekannt. Und so flattern die weißen T-Shirts weiter im Wind. Eine Botschaft ohne Unterschrift, die gerade deshalb ziemlich viel Raum für Interpretation lässt.