Weilrod plant Hitzeschutzaktionsplan – aber keine Klimaanlagen in Kitas

Stand: 13.09.2026, 13:56 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Viel Platz ist im Baugebiet Neuerborn nicht mehr. Auf der Verkaufsliste der Gemeinde Weilrod  stehen nur noch sieben Grundstücke entlang der Merzhäuser Straße und ein Bauplatz im Inneren des Gebiets.

Viel Platz ist im Baugebiet Neuerborn nicht mehr. Auf der Verkaufsliste der Gemeinde Weilrod stehen nur noch sieben Grundstücke entlang der Merzhäuser Straße und ein Bauplatz im Inneren des Gebiets. © Schneider

Die Gemeinde Weilrod bildet eine Arbeitsgruppe für einen kommunalen Hitzeschutzaktionsplan. Bürgermeister Esser lehnt Klimaanlagen in Kitas wegen Verkeimungsgefahr ab.

Weilrod – Der Juli war bereits brüllend heiß und auch der August hat, was die „Ü30“-Tage anbelangt, alle bisherigen Wetteraufzeichnungsrekorde gerissen. Das Thema Hitzeschutz war deshalb auch Gegenstand der Bürgerversammlung am Mittwoch im Dorfgemeinschaftshaus in Cratzenbach. Eine Bürgerin hatte von den Plänen der Verwaltung, einen „kommunalen Hitzeaktionsplan im Bereich Klimaanpassung und gesundheitlicher Hitzeschutz“ zu erstellen, gehört und wollte von Bürgermeister Götz Esser (FWG) wissen, was geschehen soll, damit extreme Sommerhitze erträglicher wird.

Esser sagte, die Gemeinde Weilrod tue bereits einiges für den Hitzeschutz. Mit Sonnensegeln an Spielplätzen und Klimafolien an Fenstern von Kindertagesstätten sei es aber nicht getan. Er verwies darauf, dass die Gemeindevertretung beschlossen habe, im Bau- und Umweltausschuss eine interfraktionelle Arbeitsgruppe unter Mitwirkung von Verwaltung und Feuerwehr zu bilden und diese mit der Erstellung eines Hitzeschutzaktionsplans, der auch Großschadensszenarien etwa bei Waldbränden beinhalten soll, zu beauftragen. Damit werde die strategische Grundlage für den gesundheitlichen Hitzeschutz und die kommunale Klimaanpassung an die Empfehlungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, des Deutschen Wetterdienstes sowie der WHO angepasst auf die örtlichen Verhältnisse. Natürlich könne das nur schrittweise erfolgen, sagte Esser. Alle Fördermöglichkeiten würden geprüft. Damit verfolge die Gemeinde Weilrod das Ziel, die Gesundheit ihrer Bürger – betroffen seien insbesondere Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Vorerkrankungen – nachhaltig zu schützen und frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren. Den Einbau von Klimaanlagen in Kitas wie von der Bürgerin vorgeschlagen, lehnte Esser ab. Klimaanlagen seien wegen der mit ihrem Betrieb einhergehenden Verkeimung eher schädlich. Er begrüßte es zwar, dass Klimaanpassungsprojekte der Kommunen mit Bundesmitteln gefördert werden, kritisierte zugleich aber auch, dass die Beantragung solcher Zuschüsse so kompliziert sei, dass viele Kommunen sogar schon darauf verzichteten. Besser wäre es, wenn der Bund die Mittel den Kommunen im Rahmen des Bürokratieabbaus gleich zur Verfügung stelle, statt sie „um Fördertöpfe herumtänzeln zu lassen“.

Auch wenn das Publikum bei der Bürgerversammlung mit nur einer Handvoll Cratzenbachern sehr überschaubar war, berichteten Esser und Parlamentsvorsteher Matthias Rumpf (FWG) über etliche Projekte aus der Gesamtgemeinde. Etwa vom Besiedlungsfortschritt im Altweilnauer Baugebiet Neuerborn und dem aktuellen Planungsstand beim Wohnprojekt der Caritas am Roder Kreisel. Allen Unkenrufen zum Trotz hätten sich die Baugrundstücke im Gebiet Neuerborn geradezu rasant verkauft, nur noch acht Grundstücke warteten auf Käufer. Die Gemeinde stehe deshalb schon wieder vor dem Problem des zunehmenden Siedlungsdrucks auf Weilrod, weshalb man nun zügig weitere neue Bauflächen im Gebiet Bangert in Hasselbach sowie Starksborn/Raupenfeld in Oberlauken entwickele. Auch beim geplanten neuen Gewerbegebiet oberhalb von Riedelbach gebe es reges Interesse, berichtete Esser.

Zügig voran gehe es auch beim Caritas-Projekt in Rod. Der kirchliche Sozialverband will dort ein innovatives Wohnprojekt für pflegebedürftige Menschen jeden Alters in unterschiedlichsten Lebensphasen mit optionaler Tagespflege und Sanitätsdienstleistung bauen. Konkret sollen dort in dreieinhalbgeschossiger Bauweise 37 barrierefreie Wohnungen, zwei Wohngruppen mit je 12 Plätzen sowie eine Tagespflege mit 17 Plätzen errichtetwerden. Der Bebauungsplan sei fertig und mit dem Bau könne schon bald begonnen werden. Laut Esser rechnet die Caritas mit dem Bezug der Anlage „Mitte 2028“.