Weltwetterorganisation: Hitzewellen und Brände verstärken Luftverschmutzung
Luftverschmutzung und Klimawandel hängen eng miteinander zusammen. Höhere Ozon- und Feinstaubwerte durch extreme Temperaturen und Brände verschlechtern die Luftqualität.
Quelle: DIE ZEIT, dpa,
pip
Aktualisiert am 7. September 2026, 7:43 Uhr
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3 KommentareNach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) wirken sich Hitzewellen und Waldbrände auch in Europa negativ auf die Luftqualität aus. Der Klimawandel könnte die weltweiten Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität und zum Schutz der menschlichen Gesundheit beeinträchtigen, hieß es darin. Ihren jährlichen Bericht zu Klima und Luftqualität veröffentlichte die Wetterorganisation der Vereinten Nationen anlässlich des internationalen Tags der sauberen Luft am 7. September.
Steigende Temperaturen begünstigten einerseits extreme Brände, deren toxischer Rauch besonders belastende Feinpartikel enthält. Sie förderten darüber hinaus die Bildung des Reizgases Ozon. Bedingungen wie hohe Temperaturen, stabile Wetterlagen und intensive Sonneneinstrahlung, die während Hitzewellen typisch sind, ließen die Ozonwerte am Boden ansteigen.
Feinstaub und Ozon seien ein Gesundheitsrisiko, heißt es im WMO-Bericht. Langfristige Ozonbelastung wird mit einer höheren Sterblichkeit vor allem durch Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Auch Feinstaubpartikel können tief in die Lunge und den Blutkreislauf gelangen. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle und Lungenembolien. Feinstaub aus Waldbränden sei besonders schädlich, da er eine Vielzahl giftiger Chemikalien enthalte.
Regional überdurchschnittliche Feinstaubbelastung durch Waldbrände
Feinstaub hat laut WMO verschiedene Auslöser, darunter industrielle Aktivitäten, Landwirtschaft, Heizungen in Privathaushalten und den Verkehr sowie Waldbrände. Zwar seien die Emissionen aus Industrie und Verkehr durch strengere Regeln in Europa und Nordamerika in den vergangenen Jahren gesunken. Doch die Zahl extremer Brandereignisse hat sich weltweit seit den 1990er Jahren verdreifacht, wie die WMO aus einer Studie zitiert. Damit nehme auch die Belastung durch Feinstaub zu, der bei Bränden entsteht.
Dem Bericht zufolge lag die Konzentration im Jahr 2025 aufgrund erhöhter Brandaktivität in Nordkanada, Teilen Russlands und im westlichen Zentralafrika über den langfristigen Durchschnittswerten, während der Nordwesten Spaniens nach außergewöhnlichen Bränden im Spätsommer ein Hotspot war.
Da Luftverschmutzung und Klimawandel laut WMO eng miteinander verbunden seien, müssten sie durch koordinierte Maßnahmen statt isoliert bekämpft werden. Dem Bericht zufolge sind verbesserte atmosphärische Beobachtungen notwendig. Trotz der weiten Verbreitung und ihrer potenziellen Schädlichkeit von Luftschadstoffen wie Feinstaub, bodennahem Ozon, Ruß und Mikroplastik würden diese Schadstoffe nicht ausreichend überwacht.