Neue Umfrage wirbelt Berliner Wahlkampf auf: Linke springt auf 22 Prozent – CDU und AfD gleichauf abgehängt
Wende vor der Berlin-Wahl: Linke legt kräftig zu – CDU und AfD gleich auf
Stand: 22.08.2026, 13:55 Uhr
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In rund einem Monat wird in Berlin gewählt. Zuletzt lag die CDU knapp vor der Konkurrenz. Eine neue Umfrage sorgt jetzt für neuen Wind im Wahlkampf.
Berlin – Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus zeichnet sich ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Zuletzt deutete eine Umfrage von Insa im Auftrag der Boulevardzeitung Bild auf einen leichten Vorsprung der CDU gegenüber der Partei Die Linke. Demnach führte die Unionspartei die Umfragen mit 20 Prozent an. Die Linkspartei kam auf 19 Prozent, gefolgt von der AfD (17 Prozent), den Grünen (16 Prozent) und der SPD (15 Prozent).

Eine neue Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag von t-online sorgt nun aber für neuen Wirbel. Einen Monat vor der Wahl in Berlin liegt die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp plötzlich bei 22 Prozent. Damit kann sich die Partei laut der Forsa-Umfrage einen merklichen Vorsprung vor CDU und AfD aufbauen. Denn beide liegen der Befragung zufolge bei 18 Prozent.
Umfrage zur Berlin-Wahl 2026: Union und AfD gleichauf – Linke mit deutlichem Vorsprung
Auf Platz vier folgen die Grünen mit 16 Prozent. Deutlicher Verlierer ist laut der Forsa-Erhebung die SPD. Sie kommt gerade einmal auf 12 Prozent und würde im Vergleich zur Insa-Umfrage drei Prozentpunkte verlieren. Nicht im Landesparlament vertreten seien dagegen die FDP (3 Prozent) und das BSW (4 Prozent). Sonstige Parteien können 7 Prozent auf sich vereinen. Für die repräsentative Umfrage hat Forsa 1535 Personen im Zeitraum vom 4. bis 18. August online befragt. Wie bei allen Umfragen kommt es auch hier zu einer Fehlertoleranz. Diese liegt laut t-online bei +/- drei Prozentpunkten.
Das sind die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten bei der Berlin-Wahl 2026:
| Partei | Spitzenkandidatin/Spitzenkandidat |
|---|---|
| Die Linke | Elif Eralp |
| CDU | Stefan Evers |
| AfD | Kristin Brinker |
| Die Grünen | Werner Graf |
| SPD | Steffen Krach |
| FDP | Christoph Meyer |
| BSW | Alexander King |
Die Ergebnisse der Umfrage lassen eine Reihe von Koalitionen zu. Rein rechnerisch wäre eine Zusammenarbeit zwischen Linken, Grünen und SPD möglich. Das Bündnis käme auf 50 Prozent der Gesamtstimmen. Da rund 14 Prozent der Stimmen laut der Befragung von Forsa durch Scheitern an der 5-Prozent-Hürde entfallen würden, wäre eine Koalition bereits ab 44 Prozent möglich. Damit könnten auch CDU, Grüne und SPD miteinander eine Regierung bilden.
Ein Bündnis zwischen CDU und AfD wäre aufgrund eines Unvereinbarkeitsbeschlusses jedoch nicht machbar. Zumal es dafür die Zustimmung einer oder mehrerer anderer Parteien bräuchte. Dass Grüne, SPD oder Linke dem zustimmen würden, gilt jedoch als noch unwahrscheinlicher. Auch eine Koalition aus CDU und Linken ist wenig wahrscheinlich. Denn auch hier gibt es einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Außerdem würde die Unionspartei eine zentrale Wahlforderung der Linken wohl nicht mittragen.
Berlin-Wahl 2026: Linke stellen harte Forderung nach Enteignung von Immobilienkonzernen
Denn der Wahlkampf wird von Seiten der Linken vor allem mit der Forderung nach Enteignung großer Immobilienkonzerne geführt. Damit will die Partei einem Volksbegehren aus dem Jahr 2021 nachkommen. Damals hatten sich fast 60 Prozent der Berlinerinnen und Berliner für die Vergesellschaftung der Unternehmen als Mittel gegen steigende Mietpreise ausgesprochen. Die Union hatte das aber abgelehnt. Auch SPD‑Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hatte kürzlich vor einem Schaden für den Wirtschaftsstandort Berlin gewarnt.
Die Linke pocht jedoch auf die Umsetzung des Volksbegehrens. „Die Berlinerinnen und Berliner haben beim Volksentscheid ‚Deutsche Wohnen & Co. enteignen‘ für die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne gestimmt. Der Auftrag, dieses Votum umzusetzen, geht an jeden neuen Senat in Berlin, egal wer ihn anführt“, sagte Maximilian Schirmer, Landesvorsitzender von Die Linke Berlin, auf Anfrage unserer Redaktion. Die soziale Frage in Berlin sei maßgeblich die Mietenfrage. „Ein Mietendeckel auf Bundesebene ist von dieser Bundesregierung nicht zu erwarten, im Gegenteil: Sie schaut den explodierenden Mieten tatenlos zu. Daher ist die Vergesellschaftung neben einem kommunalen Wohnungsbauprogramm und der Bekämpfung von Mietwucher ein wichtiger Baustein, um das Wohnen wieder bezahlbar zu machen“, so Schirmer weiter. Ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum schrecke Arbeiterinnen und Arbeiter ab und schade damit ebenfalls der Wirtschaft in der Bundeshauptstadt.
Die CDU und ihr Spitzenkandidat Stefan Evers warnen dagegen, dass Enteignungen den Wohnungsbau lahmlegen könnten. „Die Antwort liegt im Wohnungsbau – und nicht im Enteignen. Nur neue Wohnungen werden das Problem lösen“, zitierte die CDU Evers in einem Facebook-Post. Weiter heißt es in dem Post, dass die CDU-geführte Landesregierung in der Legislaturperiode rund 80.000 Wohnungen gebaut habe. Das bereits beschlossene Schneller-Bauen-Gesetz und eine neue Bauordnung sollen das in Zukunft noch beschleunigen.
Berlin-Wahl 2026: Alle Infos im Überblick
Die Wahl in Berlin findet in gut einem Monat am 20. September 2026 statt. Dann sind rund 2,4 Millionen Personen aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbenachrichtigungen werden laut der offiziellen Webseite berlin.de zwischen dem 10. und 30. August verschickt. 2023 sorgten mehrere Pannen bei der Wahl dafür, dass sie wiederholt werden musste.
Wer am Ende die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, bleibt abzuwarten. Umfragen vor einer Wahl sind kein verlässliches Mittel, wie das Ergebnis aussehen wird. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen sorgen für zunehmende Unsicherheiten bei den Umfrageinstituten. Umfragen können lediglich ein Stimmungsbild zu einem bestimmten Moment zeigen. (Quellen: t-online, Bild, Facebook, Die Linke Berlin, berlin.de) (nhi)