Wenn Geld Angst macht: Woher die Angst kommt und wie man trotzdem anfängt

Stand: 22.08.2026, 08:00 Uhr

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Frau sitzt gestresst am Laptop

Wenn Geld Angst macht. ©  IMAGO / Westend61

Viele Frauen fühlen beim Thema Geld nicht Desinteresse. Sie fühlen Angst. Was dahintersteckt und warum sie kein Hindernis sein muss.

Es gibt ein Gefühl, das beim Thema Geld und Investieren auftaucht und das selten beim Namen genannt wird. Nicht Desinteresse. Nicht Unwissenheit. Angst. Angst, etwas falsch zu machen. Geld zu verlieren, das nicht zurückkommt. Sich zu blamieren. Eine Entscheidung zu treffen, die bereut wird.

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Was dabei auffällt: Diese Angst wird meistens nicht ausgesprochen. Sie tarnt sich als Aufschub, als Recherchebedürfnis, als Überzeugung, noch nicht bereit zu sein.

„Angst vor dem Thema Geld ist normaler als die meisten denken“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Was sie von anderen Ängsten unterscheidet: Sie hat konkrete Konsequenzen. Wer aus Angst nicht anfängt, verliert Zeit, die nicht wiederkommt.“

Woher die Angst kommt

Geldangst hat meistens mehrere Quellen, die sich überlagern.

Vergangene Erfahrungen. Was in der Kindheit über Geld gelernt wurde, prägt. Wer in einer Familie aufgewachsen ist, in der Geld Anlass für Stress, Streit oder Scham war, verbindet Geld mit negativen Gefühlen. Was dabei im Erwachsenenalter passiert: Der Reflex bleibt, auch wenn die Situation längst eine andere ist.

Fehlende Vorbilder. Was Frauen beim Thema Investieren seltener hatten als Männer: Menschen im eigenen Umfeld, die es getan haben und darüber gesprochen haben. Was fehlendes Vorbild bedeutet: Das Unbekannte bleibt unbekannt. Was unbekannt ist, macht mehr Angst als was vertraut ist.

Gesellschaftliche Botschaften. Investieren wurde lange als Männerthema kommuniziert. Was dabei bei Frauen ankam: Das ist nichts für mich. Was nichts für mich ist, macht Angst, wenn man trotzdem damit konfrontiert wird.

Die Angst vor dem Verlust. Was Verlust Aversion bedeutet: Verluste werden psychologisch doppelt so stark gewichtet wie Gewinne. Was das für den Einstieg bedeutet: Die Vorstellung, 100 Euro zu verlieren, fühlt sich schlimmer an als die Vorstellung, 100 Euro zu gewinnen sich gut anfühlt. Was dabei rational stimmt: Verluste sind beim langfristigen Investieren vorübergehend. Was emotional stimmt: Das Gehirn weiß das nicht.

Was Angst beim Investieren bedeutet

Angst ist kein Signal, nicht zu investieren. Sie ist ein Signal, dass das Thema wichtig ist und ernst genommen werden sollte.

Was dabei hilft, die Angst einzuordnen: zwischen realen und unrealen Risiken unterscheiden.

Reales Risiko: Ein ETF-Depot schwankt. Was dabei in einer Krise passiert: Der Wert fällt temporär. Was langfristig passiert: Er erholt sich. Der MSCI World hat in jedem historischen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr eine positive Rendite erzielt.

Unreales Risiko: Alles verlieren. Was bei einem breit gestreuten ETF passieren müsste, damit das gesamte Geld weg ist: Alle 1.500 enthaltenen Unternehmen weltweit müssten gleichzeitig pleite gehen. Was das bedeutet: Das ist kein realistisches Szenario.

Was die Angst meistens mit dem unrealen Risiko verwechselt: Das reale.

Was trotz Angst möglich ist

Angst wartet darauf, zu verschwinden, bevor gehandelt wird. Das ist der Fehler. Angst verschwindet meistens nicht vor dem ersten Schritt. Sie verschwindet danach.

Was dabei hilft:

Klein anfangen. Ein ETF-Sparplan über 25 Euro ist kein Risiko, das existenziell bedrohlich ist. Was dabei passiert: Das Geld ist investiert. Der Markt macht, was er macht. Nach einem Monat ist meistens klar: Es war nicht so schlimm wie befürchtet.

Wissen aufbauen, ohne zu warten. Was beim Lesen und Verstehen entsteht: weniger Unbekanntes. Was weniger Unbekannt bedeutet: weniger Angst. Was dabei nicht passieren sollte: auf vollständiges Wissen warten, bevor gehandelt wird.

Die Angst benennen. Was dabei der erste Schritt ist: zugeben, dass Angst vorhanden ist. Nicht als Schwäche, sondern als Information.

Eine Entscheidung treffen, die rückgängig gemacht werden kann. Was ein ETF-Sparplan ist: flexibel. Er kann pausiert, reduziert oder beendet werden. Was kein unwiderruflicher Schritt ist, ist leichter zu tun.

Fazit

Geldangst ist real. Sie ist verbreitet. Und sie ist kein Grund, nicht anzufangen.

Was dabei der einzige Weg durch die Angst ist: hindurch. Nicht darum herum, nicht warten bis sie weg ist. Einen kleinen Schritt machen, obwohl sie da ist.

Was dabei fast immer passiert: Der nächste Schritt ist leichter.