(+) ZSK greift nach St. Paulis neuer Hymne
FC St. Pauli
„Werden bombardiert“: Band plant überraschende Änderung für St. Paulis Song Contest
Mit den Punks von „ZSK“ hat die erste bekannte Band den Hut in den St. Pauli-Ring um eine neue Hymne geworfen. In der MOPO spricht Sänger Joshi darüber.
Die Sache läuft, und zwar mit Vollgas. Seit dem 22. September ist es möglich, beim FC St. Pauli Vorschläge für eine neue Stadion-Hymne einzureichen. Noch bis zum 15. Oktober haben Bands und Künstler die Gelegenheit, danach geht es in die mit Spannung erwartete Entscheidungsfindung. Am Start im Rennen um die neue Millerntor-Melodie ist auch Musik-Prominenz.
Der erste Beitrag dieser Art kommt von der bekannten Punkband ZSK, die dem FC St. Pauli seit vielen Jahren verbunden ist, auch mit ihrer „Kein Bock auf Nazis“-Initiative. „Wir gehen mit unserem Song offiziell ins Rennen“, bestätigt Sänger Joshi im Gespräch mit der MOPO. Das punk-rockige Lied ist fertig gemischt und wird zeitnah veröffentlicht. Titel: „Ich liebe Dich, oh FC St. Pauli“. Das sind auch die Zeilen des Refrains, der nicht zufällig an „Diamonds“ von Rihanna erinnert – ein Song, den St. Paulis Ultras abgewandelt singen.
Song-Premiere beim ZSK-Konzert im St. Pauli-Clubheim
Premiere feierte das Lied beim ZSK-Konzert kürzlich im Clubheim. Die Reaktionen waren euphorisch, auf den sozialen Kanälen der Band auch. „Wir werden bombardiert mit positiven Nachrichten“, so Joshi.
Was noch keiner weiß: Bei der finalen Version des Songs wird auch eine Sängerin mit von der Partie sein. „Jule von den Harbour Rebels“, verrät Joshi die Zusammenarbeit mit der Frontfrau der Hamburger Streetpunk-Band. Auch ein Musikvideo wird produziert. Alles sehr professionell. Auch beweglich. So wurde die ursprüngliche Textstelle „Freibeuter der Liga“ nach dem Feedback zum Live-Auftritt noch mal geändert.
St. Pauli-Fans motivierten ZSK zur Teilnahme am Contest
Den Anstoß, einen Song für den Hymnen-Contest zu schreiben, hätten St. Pauli-Fans gegeben, erzählt Joshi. „Wir sind von mehreren Seiten angesprochen worden, ob wir nicht etwas beitragen können.“ Die Fans seien auch die Inspiration für Musik und Text gewesen. „Ich habe mir angehört, was im Stadion gesungen wird und was mir Fans in vielen Gesprächen über ihren Verein erzählen, was der FC St. Pauli für sie ausmacht, warum sie ihn lieben. Das haben wir versucht einzufangen und in einen Song zu gießen. Er soll die Millerntor-Stimmung widerspiegeln.“
Ein Missverständnis will Joshi unbedingt ausräumen. „Es ist kein Cover-Song von Rihanna. Das ist nicht 1:1 und die Akkorde sind auch etwas anders“, betont er. „Grundlage war nicht das Original, sondern die Version, die die Fans im Stadion singen.“
ZSK will bei St. Pauli „etwas Verbindendes schaffen“
Die Absicht hinter der musikalischen Mischung ist klar: möglichst viele Fans erreichen und ansprechen – punkige Klänge und Textzeilen für Traditionalisten und ein Refrain, mit dem jüngere Fans und Ultra-Szene etwas anfangen können. „Wir wollten etwas Verbindendes schaffen“, so Joshi. „Das ist das, was wir immer wieder von Fans gehört haben: Dass es nach dem Streit um die alte Hymne schön wäre, eine neue zu haben, die wieder zusammenbringt. Das haben wir versucht.“