Werder-Star Füllkrug glänzt als Torjäger und Beschützer – warum es Zoff mit Amiri gab
Stand: 24.10.2026, 19:49 Uhr
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Doppelpack! Niclas Füllkrug liefert beim 3:2-Sieg des SV Werder Bremen in Mainz ab, lobt das Team und spricht über Bundestrainer Jürgen Klopp.
Mainz – Um zu verstehen, wie Niclas Füllkrug tickt, ist folgende kleine Szene mehr als geeignet. Während das Innenverteidiger-Duo Amos Pieper und Marco Friedl nach Werder Bremens 3:2-Erfolg bei Mainz 05 gerade die Fragen der Journalisten beantwortete, kam der Angreifer mit der Trophäe für den „Man of the Match“ vorbei – und bot sie kurzerhand scherzhaft seinem Kapitän Friedl an. Dann sagte er, ernst gemeint: „Verdient hättest du sie.“ Anstatt sich selbst für seinen abermaligen Doppelpack feiern zu lassen, ging es Füllkrug um etwas anderes: Es war ihm zunächst ein Bedürfnis, die Bremer Defensive zu loben.

Niclas Füllkrug bejubelt nächsten Doppelpack für Werder Bremen – und erklärt Zoff mit Nadiem Amiri
„Ich liebe die Jungs da hinten. Was Amos und Marco wegverteidigt haben, wie wuchtig die beiden sind – sie haben ein ganz großes Lob verdient“, stellte der Torjäger klar, der den SV Werder Bremen mit zwei verwandelten Foulelfmetern früh mit 2:0 in Führung gebracht und sein persönliches Tor-Konto damit auf acht Treffer geschraubt hatte. Cheftrainer Daniel Thioune sah in Niclas Füllkrugs Lob der eigenen Abwehr später einen Beleg für die Führungsqualität des Stürmers, der dann – wie sollte es anders sein? – natürlich doch selbst wieder im Mittelpunkt der Bremer Glückseligkeit stand. „Der Junge hat Energie ohne Ende. Diese Energie tut uns unheimlich gut. Wir leben als Mannschaft von seiner Mentalität“, machte Thioune deutlich.
Das war auch unmittelbar nach dem Abpfiff zu sehen gewesen, als es auf dem Platz zu einer hitzigen Auseinandersetzung mit Mainz-Kapitän Nadiem Amiri kam. „Er ist Cedric Itten ein bisschen angegangen, und das geht nicht. Da stehen wir als Mannschaft zusammen und verteidigen uns. Ich habe einfach versucht, die Situation zu klären. Es ist dann leider ein bisschen hitziger geworden anstatt ruhiger“, berichtete Niclas Füllkrug, während Thioune mit großer Zufriedenheit festhielt, wie sehr sich der Angreifer vor die Kollegen stelle. Auch das ein Bild mit Symbolcharakter für Füllkrugs Rückkehr nach Bremen: Der 33-Jährige glänzt mit Toren, marschiert aber auch als Mentalitätsmonster voran – wobei es dabei auch mal knirschen kann.
Niclas Füllkrug jagt Rekorde bei Werder Bremen – und gesteht Irrtum bei der Aufregung um seine Auswechslung
Nach seiner Auswechslung in der 81. Minute wütete der Stürmer verärgert auf der Bank, weil er den Platz gerne schon früher verlassen hätte. „Ich habe schon ein paar Minuten vorher gemerkt, dass wir elf Mann mit 100 Prozent auf dem Platz brauchen. Es wurde immer brenzliger“, sagte „Fülle“ – und gestand lächelnd: „Ich habe die Situation falsch wahrgenommen, da mussten die Jungs auf der Bank leider kurz herhalten.“ Seit dem Signal des Spielers hatte es nämlich schlicht noch keine Spielunterbrechung gegeben, hatte Thioune also gar nicht wechseln können. „Das war mein Fehler. Ich habe gedacht, der Ball war vorher schon zweimal im Aus“, sagte Niclas Füllkrug. Die gute Stimmung aller Beteiligten beim SV Werder Bremen trübte das nicht.
Niclas Füllkrug trifft schließlich weiter, wie er will. Acht Tore nach sieben Spieltagen hatte in der Bundesliga-Historie zuvor nur ein Bremer auf dem Konto: Rudi Völler. Einen weiteren Völler-Rekord könnte Füllkrug zudem in der kommenden Woche einstellen: Sollte er erneut erfolgreich sein, hätte er in sieben Bundesliga-Spielen in Folge ein Tor erzielt. Seine eigene Ausbeute betrachtet der Angreifer des SV Werder Bremen jedoch gelassen: „Ich sitze nicht abends vorm Handy und gucke mir die Torjägerliste an, wirklich nicht.“ Obwohl er sie aktuell anführt.
Von Werder Bremen zur Nationalmannschaft? Niclas Füllkrug reagiert gelassen auf Aussagen von Bundestrainer Jürgen Klopp
Damit gehört Niclas Füllkrug natürlich weiterhin zu den Namen, die für die kommende Länderspielpause gehandelt werden, wenn es um den Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp geht. Auf dessen Aussagen unter der Woche reagierte der Angreifer mit großer Ruhe: „Er hat einfach nur zwei Fakten aufgezählt. Ich bin 33 und schieße ein Tor nach dem anderen. Das war ja keine Meinung von ihm. Was soll ich dazu sagen? Alles, was du als Spieler sagst, ist falsch, ist vorgegriffen, ist unrealistisch. Deswegen, wirklich, interessiert es mich nullkommanull. Ich spiele, um das Beste aus jeder Möglichkeit rauszuholen.“ Und das gelingt Niclas Füllkrug bei Werder Bremen derzeit außerordentlich gut. (bvo/dco)