Werra-Meißner: Keine Hitzetoten – doch die DLRG warnt vor Gefahren beim Baden
Stand: 27.07.2026, 06:32 Uhr
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Im Juni ertrinken bundesweit mindestens 99 Menschen – so viele wie seit 2003 in keinem Juni. Lebensretter raten im Kreis zu bewachten Badestellen.
Werra-Meißner – Bereits bis Ende Juni hat es in Hessen mehr Hitzetote gegeben als im gesamten Vorjahr. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach waren es rund 600. Für das ganze Jahr 2025 wurden rund 350 gemeldet. Da „Hitzetod“ im Regelfall nicht auf Totenscheinen angegeben wird, setzt das RKI die Gesamtanzahl von Todesfällen und deren Anstieg in Relation mit Hitzeexplosionen.
Vonseiten des Klinikums Werra-Meißner können die Zahlen des RKI nicht bestätigt werden. „Einen klassischen Hitzetod bei Hitzschlag hatten wir in unserem Haus nicht“, heißt es. Ob ein Krankheitsverlauf im Vorfeld der stationären Therapie durch Hitze beeinflusst wurde, sei ohnehin leider nur sehr spekulativ. Auch das DRK gibt Entwarnung. Die Einsatzfahrten im Hitzemonat Juni blieben im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant, berichtet Sven Künzl vom Kreisverband Witzenhausen.
Gerade wenn die Temperaturen steigen, sind Freibäder, Seen und Flüsse beliebte Ziele, um Abkühlung zu suchen. Dabei gilt es jedoch, einige Regeln zu beachten, damit das Vorhaben nicht zur Gefahr wird. „Wer in einem See, Fluss oder Schwimmbad Abkühlung sucht, sollte keinesfalls stark aufgeheizt ins Wasser springen“, sagt Jens Stöber, technischer Leiter Einsatz vom DLRG Bezirk Werra-Meißner. Er empfiehlt, Arme und Beine mit Wasser zu benetzen oder sich abzuduschen und langsam ins Wasser zu gehen. So könne der Körper sich schrittweise an die niedrige Wassertemperatur gewöhnen.
Bundesweit mindestens 99 Menschen ertrunken
Nach Angaben des DLRG-Bundesverbandes sind im Juni dieses Jahres mindestens 99 Menschen ertrunken. Am 13. Juli war etwa aus dem Werratalsee in Eschwege ein 83-Jähriger tot geborgen worden. Das sind so viele, wie seit dem Jahr 2003 in keinem Juni mehr, berichtet Jens Stöber, technischer Leiter Einsatz im DLRG-Bezirk Werra-Meißner in Witzenhausen. „Diese Ertrinkungsstatistik sagt allerdings nicht aus, in wie vielen Fällen Hitze oder Kreislaufprobleme ursächlich waren.“
Gerade bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen könne der plötzliche Wechsel vom aufgeheizten Körper ins deutlich kühlere Wasser zu Atem- und Herz-Kreislauf-Problemen führen. „Grundsätzlich sollte nur baden gehen, wer sich gesundheitlich wohlfühlt“, rät Stöber. Zudem sollte man nur bewachte Badestellen nutzen, nicht allein schwimmen, die eigenen Kräfte nicht überschätzen und auf Alkohol verzichten. „Kinder und Nichtschwimmer müssen am Wasser lückenlos beaufsichtigt werden“, sagt Stöber
Im laufenden Sommer mussten die DLRG-Helfer, die im Werra-Meißner-Kreis Wachdienst in Schwimmbädern und am Werratalsee in Eschwege versehen, laut Stöber bereits mehrmals eingreifen, weil Menschen im Wasser in Schwierigkeiten geraten waren. „Ob dabei jeweils Überhitzung oder Kreislaufprobleme ausschlaggebend waren, lässt sich jedoch nicht verlässlich sagen.“ Bei einem Einsatz lasse sich zudem nicht immer eindeutig feststellen, ob Hitze, eine Vorerkrankung, Erschöpfung oder eine Kombination die Ursache war. Belastbare Zahlen, wie häufig die DLRG wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme im Wasser eingesetzt wurde, liegen nicht vor. (Nicole Demmer)
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