Weltklasse Zürich: Werros Weg zum möglichen Weltrekord

Werro vor Weltklasse Zürich

«Der Weltrekord wird Realität – ich weiss nur nicht, wann»

Audrey Werro hat in zwölf Monaten eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. In Zürich, wo vor einem Jahr alles begann, tritt sie am Donnerstag erstmals als Europameisterin an. Und plötzlich redet die ganze Leichtathletik über ihren Weltrekord.

Publiziert: 19:43 Uhr

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Aktualisiert: 19:48 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Audrey Werro (22) kehrt als Europameisterin zu Weltklasse Zürich zurück
  • Sie ist nah am 800-Meter-Weltrekord von 1:53,28 aus 1983
  • Werro fokussiert auf schnelle Rennen, mentale Stärke und Titelverteidigung

Ihre Fingernägel sind rosa lackiert, ihr Lächeln ist freundlich, ihre Antworten sind ruhig. Audrey Werro (22) sitzt an der Pressekonferenz von Weltklasse Zürich und wirkt tiefenentspannt. Fast ein wenig schüchtern sogar. 

Vor einem Jahr war Werro hier noch ein Underdog. Dann gewann sie in Zürich über 800 Meter ihr erstes Diamond-League-Meeting – und plötzlich ging alles ganz schnell. Ein Jahr später ist aus dem Talent eine Europameisterin und eine der besten 800-Meter-Läuferinnen der Welt geworden. Und Werro steht vor ihrem nächsten Auftritt dort, wo ihre unglaubliche Entwicklung so richtig Fahrt aufgenommen hat.

«Ich bin sehr stolz auf meine Entwicklung in diesem einen Jahr», sagt die Fribourgerin. «Es ist verrückt, es ging alles so schnell!» Dann huscht ein zurückhaltendes Lächeln über ihr Gesicht. «Letztes Jahr habe ich Weltklasse Zürich gewonnen, ich hoffe, das tue ich morgen wieder!»

Keine Reaktion zu Hodgkinson

Auch ihr Status hat sich verändert. Vor zwölf Monaten war Werro noch die aufstrebende Schweizerin, heute sind die Augen global auf sie gerichtet. Mehr Druck? Werro lacht zunächst etwas schüchtern. Dann kommt ein ehrliches: «Ja.»

Weltklasse Zürich: Das Programm des Abends

18.27 Uhr: Hochsprung Frauen
19.08 Uhr: 1500 Meter Frauen
19.12 Uhr: Stabhochsprung Männer
19.22 Uhr: Kugelstossen Männer
19.22 Uhr: 400 Meter Männer
19.34 Uhr: 110 Meter Hürden Männer
19.42 Uhr: 200 Meter Frauen
20.04 Uhr: 400 Meter Hürden Frauen
20.16 Uhr: 3000 Meter Männer
20.29 Uhr: Weitsprung Männer
20.32 Uhr: 100 Meter Frauen
20.42 Uhr: 400 Meter Hürden Männer
20.42 Uhr: Speerwurf Männer
20.50 Uhr: 3000 Meter Steeple
21.08 Uhr: 800 Meter Männer
21.19 Uhr: 100 Meter Hürden Frauen
21.26 Uhr: 1500 Meter Männer
21.41 Uhr: 800 Meter Frauen
21.53 Uhr: 200 Meter Männer

SRF2 live ab 19.30 Uhr

18.27 Uhr: Hochsprung Frauen
19.08 Uhr: 1500 Meter Frauen
19.12 Uhr: Stabhochsprung Männer
19.22 Uhr: Kugelstossen Männer
19.22 Uhr: 400 Meter Männer
19.34 Uhr: 110 Meter Hürden Männer
19.42 Uhr: 200 Meter Frauen
20.04 Uhr: 400 Meter Hürden Frauen
20.16 Uhr: 3000 Meter Männer
20.29 Uhr: Weitsprung Männer
20.32 Uhr: 100 Meter Frauen
20.42 Uhr: 400 Meter Hürden Männer
20.42 Uhr: Speerwurf Männer
20.50 Uhr: 3000 Meter Steeple
21.08 Uhr: 800 Meter Männer
21.19 Uhr: 100 Meter Hürden Frauen
21.26 Uhr: 1500 Meter Männer
21.41 Uhr: 800 Meter Frauen
21.53 Uhr: 200 Meter Männer

SRF2 live ab 19.30 Uhr

Dass sie mit diesem neuen Druck umgehen kann, zeigt sich bei der Frage nach Keely Hodgkinson. Die britische Rivalin hat ihren Start in Zürich abgesagt. Eine Erleichterung für Werro? «Ich muss ganz ehrlich sagen, ich glaube, ich hatte keine Reaktion auf diese Nachricht!» 

Sie könne die Absage verstehen, direkt nach einer fordernden EM. Die für Olympiasiegerin Hodgkinson auf heimischem Boden mit EM-Silber eine Niederlage war. Werro konzentriert sich ohnehin lieber auf sich selbst. Ihr Ziel sei klar: den Sieg vom Vorjahr verteidigen und den Zuschauern eine tolle Performance bieten. Dass mit Femke Broeders-Bol ein weiterer Superstar am Start ist, freut sie. «Das pusht uns gegenseitig.»

Und vielleicht ist genau diese Haltung der Grund, weshalb Werro derzeit so gelassen wirkt. Vor wenigen Tagen in Birmingham hätte ihr Traum von EM-Gold beinahe ein Ende genommen. Im Halbfinal stürzte sie. Werro sprach mit ihrem Mentalcoach – und gewann am nächsten Tag tatsächlich den Europameistertitel. 

Das Ziel ist bereits erreicht

Wird sie morgen gleich nervös sein wie in Birmingham? «Nein, werde ich nicht», sagt Werro bestimmt. Dann folgt eine Antwort, die viel über ihre aktuelle Gelassenheit verrät: «Mein Ziel dieses Jahr war es, Europameisterin zu werden. Dieses Ziel ist geschafft.»

Der grösste Unterschied zu früher liegt für Werro ohnehin nicht nur auf der Bahn. «2025 habe ich meine Schule endlich abgeschlossen. Seit da kann ich mich voll aufs Training und die Erholung konzentrieren.» Dazu komme die Arbeit mit ihrem Mentalcoach. «In den letzten zwei Jahren habe ich viel im mentalen Aspekt gearbeitet.»

Alle reden über den Weltrekord

Und dann ist da natürlich dieses Wort, das seit Wochen über jedem Rennen von Werro schwebt: der Weltrekord. 1:53,80 Minuten ist ihre Bestzeit. 1:53,28 Minuten beträgt die Marke von Jarmila Kratochvilova – seit 1983 steht sie. Werro ist näher dran als jede Läuferin seit Jahrzehnten.

Doch die 22-Jährige wirkt nicht wie eine Athletin, die sich von dieser Zahl verrückt machen lässt. Mit einem Weltrekord habe sie in diesem Jahr nicht gerechnet. «Ich möchte mich einfach auf schnelles Rennen fokussieren, weiterhin Rennen gewinnen.»

Dann sagt sie einen Satz, der viel über ihre neue Gelassenheit verrät: «Ich glaube, mit dieser Mentalität wird der Weltrekord Realität werden. Aber ich weiss nicht, wann das sein wird.» Vor einem Jahr begann in Zürich ihre Reise. Morgen kehrt Werro zurück – nicht mehr als Talent, sondern als die Frau, auf die alle schauen.