Wetterphänomen dieses Jahr wohl sehr stark: Was das in den nächsten Monaten für Bayern bedeutet
Stand: 11.08.2026, 06:30 Uhr
Kommentare
Ein „Godzilla“, ein „Monster“ im Pazifik: Viele Menschen fürchten sich ob des aktuellen Sommers vor schlimmen Szenarien durch „El Niño“. Was das für Bayern bedeutet.
München – Ein Sommer der Extreme: Historische Pegelstände, Hitzerekorde, ausgedörrte Landschaften – und nun kündigt sich zusätzlich ein globales Wetterphänomen an, das die Lage weiter verschärfen könnte. El Niño verstärkt sich derzeit rasant im Pazifik, in sozialen Medien kursieren bereits Schreckensszenarien. Eine Expertin des Deutschen Wetterdienstes ordnet ein, was das für Bayern wirklich bedeutet.

- El Niño verstärkt sich 2026 stark und dürfte seinen Höhepunkt zwischen Oktober und Dezember erreichen.
- Für Bayern lässt sich laut DWD kein statistisch belastbarer Zusammenhang zwischen El Niño und dem hiesigen Wetter nachweisen.
- Globale Wetterextreme durch El Niño sind wahrscheinlich – chaotische Zustände in Bayern aber nicht zu erwarten.
In sozialen Medien kursieren Videos, die von einem „Godzilla-El-Niño“ oder einem „Monster im Pazifik“ sprechen. Gudrun Mühlbacher, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD) am Standort München, ordnet das Phänomen auf Anfrage ein. „Die Wahrscheinlichkeit für einen starken oder sehr starken El Niño ist in diesem Jahr deutlich höher“, erklärt die Expertin. Gleichzeitig stellt sie klar, dass für El-Niño-Auswirkungen auf Bayern kein statistisch robuster Zusammenhang nachweisbar sei. Zwar gebe es Statistiken, die Folgen insbesondere auf den europäischen Spätwinter zeigten – doch auch das könnte laut Mühlbacher nur ein „zufälliges Rauschen in den Daten“ sein.
Wetterphänomen dieses Jahr wohl sehr stark: Was das für Bayern die nächsten Monate bedeutet
El Niño ist eine natürliche Klimaschwankung im tropischen Pazifik, bei der sich die Wasseroberfläche stärker als üblich erwärmt und die Passatwinde abschwächen. Als Gegenstück zu La Niña beeinflusst das Phänomen weltweit Wetter- und Niederschlagsmuster. Der aktuelle El Niño verstärkt sich dabei deutlich: Die Wassertemperaturen in der betroffenen Region stiegen von +0,98 °C im Zeitraum April bis Juni auf +2,1 °C Mitte Juli 2026. Klimamodelle gehen davon aus, dass das Phänomen seinen Höhepunkt zwischen Oktober und Dezember erreicht und mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit mindestens bis Anfang 2027 anhält.
Daten des DWD zeigen: Beim Niederschlag lässt sich für Bayern kaum ein Zusammenhang mit El Niño erkennen. Bei der Temperatur zeigt sich immerhin eine leichte Tendenz – bayerische Sommer fallen in El-Niño-Jahren etwas wärmer aus, mit Abweichungen meist zwischen -0,6 und +1,1 °C. In La-Niña-Jahren hingegen tendieren die Temperaturen eher ins Kühle (-1,0 bis +0,2 °C). Eine verlässliche Prognose lasse sich daraus aber nicht ableiten, betont die Expertin.
Dass die kommenden Monate global betrachtet mehr Wetterextreme bringen könnten, gilt als wahrscheinlich. Für Mitteleuropa und damit auch für Bayern lässt sich daraus jedoch kein Katastrophenszenario ableiten. „Es gibt viele Zahnrädchen, die für die Gestaltung unserer Witterung zusammenspielen. Im globalen Zusammenspiel solcher Telekonnektionen spielt El Niño natürlich eine Rolle, dominant ist diese für Europa aber nicht“, so Mühlbacher. Ein „Godzilla“ ist für Bayern also nicht zu erwarten. Ob Herbst, Winter, Frühjahr und Sommer 2027 Extreme mit sich bringen, dürfte laut DWD und Columbia Climate School kaum mit den aktuellen Geschehnissen im Pazifik zusammenhängen. (Quelle: Anfrage DWD, Columbia Climate School)