Wie geht es weiter mit der Reinhardswaldschule? Sonderpädagogischer Träger könnte Gelände übernehmen

Stand: 20.07.2026, 06:04 Uhr

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Zieht hier, wo sich jetzt noch die Reinhardswaldschule befindet, bald ein Bildungsträger ein? Das wird sich in den kommenden Wochen klären.

Zieht hier, wo sich jetzt noch die Reinhardswaldschule befindet, bald ein Bildungsträger ein? Das wird sich in den kommenden Wochen klären. © Clara Pinto

Nach der Schließung 2027 könntedie Reinhardswaldschule in Fuldatal weiter für Bildung genutzt werden. Ein Träger plant dort Schulbetrieb und Wohn- sowie Arbeitsmöglichkeiten.

Fuldatal – Ein Dreivierteljahr nach der Ankündigung, dass die Reinhardswaldschule im Fuldataler Schocketal 2027 ihren Betrieb einstellen wird, zeichnen sich erstmals konkrete Perspektiven für die Nachnutzung des Geländes ab. Nach Angaben von Fuldatals Bürgermeister Tore Florin gibt es einen aussichtsreichen Interessenten, der den Standort weiterhin für Bildungszwecke nutzen möchte.

Demnach haben bereits Gespräche zwischen dem Land Hessen, dem Landkreis Kassel, der Stadt Kassel und der Gemeinde Fuldatal stattgefunden. Im Mittelpunkt stehe derzeit ein Träger aus dem Bereich der „sonderpädagogischen Bildung und Betreuung“. Vorgesehen ist, die Gebäude weiterhin schulisch zu nutzen und das Angebot durch Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu ergänzen.

„Das würde gut zum Gebäude passen und ist auch baurechtlich vergleichsweise unkompliziert“, sagt Florin. Zwar gebe es weitere Interessenten für das Areal, die Planungen dieses Bewerbers seien jedoch am weitesten fortgeschritten. In den kommenden Monaten soll eine Grundsatzentscheidung darüber fallen, ob sich die Beteiligten auf die Ziele und Rahmenbedingungen einer Übernahme verständigen können.

Nach Angaben des Bürgermeisters besteht sowohl bei der Stadt Kassel als auch beim Landkreis großes Interesse an einer solchen Lösung. Hintergrund sei der hohe Bedarf an Schulplätzen im sonderpädagogischen Bereich.

Bürgermeister Florin betont, dass es zahlreiche Bewerbungen gegeben habe – viele Interessenten hätten sich auch direkt bei ihm gemeldet. Und das, obwohl die Fläche faktisch dem LBIH gehört. Auch der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), dem die Liegenschaft gehört, bestätigt laufende Gespräche. Man führe „zurzeit Gespräche mit einem Interessenten“, heißt es dort auf HNA-Anfrage. Nähere Auskünfte zum laufenden Verfahren seien zurzeit aber nicht möglich.

Die Zukunft des Geländes war seit der Ankündigung der Schließung offen. Die Reinhardswaldschule dient seit 1951 als Fort- und Ausbildungsstätte für hessische Lehrkräfte. Das Land hatte im vergangenen Jahr angekündigt, den Tagungsbetrieb spätestens 2027 einzustellen. Als Grund wurden die seit der Corona-Pandemie „stark gesunkene Auslastung und die daraus resultierende Unwirtschaftlichkeit“ genannt. Nicht nur der Reinhardswaldschule geht es dabei an den Kragen, auch die andere hessische Tagungsstätte in Weilburg schließt. Dort befinden sich die Räume der Tagungsstätte der Lehrkräfteakademie und des ansässigen Staatlichen Schulamtes derzeit in einer gemeinsamen Liegenschaft. Der Tagungsbetrieb soll laut Pressemitteilung noch bis maximal 2029 aufrechterhalten bleiben. (Clara Pinto)