Tödliche Gefahr bei Gewitter: Diese Fehler machen viele und riskieren dabei ihr Leben
Wie schützt man sich vor Blitzen? Was bei Gewittern zu tun – und zu vermeiden ist
Stand: 22.08.2026, 14:04 Uhr
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Gleißende Hitze und schwüle Luft begünstigen heftige Wetterphänomene wie Wärmegewitter. Zu den heimtückischsten Risiken gehören Blitze. Wie man sich davor schützt.
Gleißende Hitze und schwüle Luft machen immer häufiger Platz für heftige Wetterereignisse, die von Hagel und Sturmböen begleitet werden. Zu den heimtückischsten Risiken gehören Blitze. Wie kann man sich schützen und während eines Gewitters bei Blitzeinschlägen verhalten? Hier ein Ratgeber gegen Blitzeinschläge, um gefährliche Situationen besser einzuschätzen und das eigene Verhalten anzupassen.
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Dieser Artikel von Redazione Cronache entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Besonders kritisch sind plötzliche Wetterumschwünge nach sehr heißen Tagen, wenn sich Wärmegewitter rasch aufbauen. Viele Menschen werden davon in der Freizeit überrascht, etwa am Meer, in den Bergen oder in Parks. Ein falscher Reflex, zum Beispiel der spontane Schutz unter einem einzelnen Baum oder der Verbleib im Wasser, kann die Gefahr zusätzlich erhöhen und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Wichtig ist, die typischen Warnsignale wie dunkle, schnell aufziehende Wolken, erste Donner in der Ferne oder auffrischenden Wind rechtzeitig wahrzunehmen. Wer in diesen Momenten rasch reagiert, kann sich meist noch in Sicherheit bringen. Dieses Vademecum fasst die wichtigsten Verhaltenstipps in unterschiedlichen Situationen zusammen – von der Bergtour über den Strandaufenthalt bis zum Gewitter in der Stadt oder zu Hause.
Blitzeinschlag: Die gefährlichsten Orte und typische Risiken
Die meisten tragischen Unfälle ereignen sich im Freien, häufig in den Bergen, am Meer, am Strand, in der Nähe von Flüssen oder mitten auf Wiesen. Bäume, Stangen und Strommasten sind die wahrscheinlichsten Ziele für Blitze, aber auch eine aufrecht stehende Person in einem weiten, flachen Gelände läuft Gefahr, getroffen zu werden. Erhöhte und exponierte Punkte sind generell besonders gefährdet.
Auch metallische Strukturen wie Masten oder große Zäune können Blitzströme weit übertragen und so Menschen in der Nähe gefährden. Offene Flächen ohne Unterstand erhöhen das Risiko zusätzlich, vor allem wenn der Körper einen deutlich herausragenden Punkt bildet. Wer sich in solchen Situationen aufhält, sollte schnellstmöglich versuchen, einen geschützten Ort aufzusuchen, bevor das Gewitter direkt über einem steht.
Fernhalten von Metall und Wasser: Wie man Blitztreffer vermeidet
Man sollte sich von einzelnen Bäumen fernhalten, besonders wenn sie hoch sind und lange, weit ausladende Äste haben. Metallische Gegenstände wie Stöcke oder große Werkzeuge gilt es abzulegen und sich von Metallkonstruktionen wie Zäunen, Masten oder Telefonkabinen zu entfernen. Ebenso ist es wichtig, jeglichen Kontakt mit Wasser zu vermeiden – das betrifft Strände, Boote, natürliche Gewässer, Duschen und Rohrleitungen gleichermaßen.
Wer im Freien von einem herannahenden Gewitter überrascht wird, sollte nicht warten, bis der Regen einsetzt, sondern sofort handeln. Es empfiehlt sich, tiefer gelegene Bereiche aufzusuchen, ohne sich direkt unter Vorsprünge oder frei stehende Bäume zu stellen. Auf freien Flächen sollte man in die Hocke gehen, die Füße eng zusammenstellen und den Körper möglichst klein machen, um die Angriffsfläche für Blitze zu reduzieren und gefährliche Schrittspannungen zu minimieren.
Weit verbreitete Irrtümer über Blitze erhöhen Lebensgefahr
Wenig bekannt ist, dass Blitze nicht nur bei starkem Regen auftreten, sondern auch einige Kilometer entfernt vom eigentlichen Gewitter einschlagen können. Das bedeutet, dass bereits Donner in größerer Entfernung ernst genommen werden sollte. Metall zieht Blitze nicht an: Es ist daher nicht gefährlich, kleine Metallgegenstände wie eine Armbanduhr oder Schlüssel in der Hand zu halten, sofern man sich nicht in exponierter Lage befindet.
Allerdings ist Metall ein guter Leiter für Elektrizität, weshalb man sich von ausgedehnten metallischen Objekten wie Zäunen und Geländern fernhalten sollte, da diese bei einem Einschlag den Strom zu Personen ableiten können, die sie berühren. Auch nasse Kleidung oder ein durchnässter Boden können dazu beitragen, dass sich elektrische Ströme weiter ausbreiten. Falsche Vorstellungen über Blitze können dazu führen, dass Menschen in eigentlich sicheren Situationen panisch reagieren und dadurch erst in Gefahr geraten.
Besondere Vorsicht vor Unwettern in den Bergen
Das Gebirge ist der risikoreichste Ort, aber auch alle offenen, exponierten Gebiete sind kritisch, insbesondere in der Nähe von Wasser. Bevorzugte Ziele sind hohe oder herausragende Punkte, auch eine Person mitten auf einer Wiese, sowie Objekte mit spitzer Form. Wer sich im Freien aufhält, sollte Abstand zu Masten oder Bäumen halten. In größerer Höhe empfiehlt der Zivilschutz, Aufstiege und Wanderungen auf besonders ausgesetzten Routen sofort zu unterbrechen.
Man sollte Grate, Gipfel und Abschnitte mit Stahlseilen oder Metallleitern umgehend verlassen, sobald sich ein Gewitter ankündigt. Beim raschen Abstieg in niedrigere Lagen ist es wichtig, in der Gruppe mindestens zehn Meter Abstand zueinander zu halten, um Mehrfachverletzungen durch einen einzigen Einschlag zu vermeiden. Am sichersten ist es, entlang von Geländeeinsenkungen zu gehen und möglichst nicht auf höchsten Punkten oder Kämmen zu verweilen.
Das richtige Verhalten am Meer und an Seen
Am Meer oder an einem See sollte man sich von der Wasserlinie fernhalten, da sich der Strom eines Blitzeinschlags über das Wasser bis zu einigen Dutzend Metern ausbreiten kann. Auf weiten, flachen Flächen wie Stränden ist man besonders exponiert. Regenschirme, Sonnenschirme oder Angelruten sind abzulegen, und man sollte sich nicht hinlegen, sondern mit eng beieinander stehenden Füßen aufrecht stehen bleiben, um den Kontaktpunkt zum Boden zu minimieren und die Intensität einer möglichen Entladung zu verringern.
Wenn sich der Himmel verdunkelt oder Donner zu hören ist, sollte der Strand verlassen und das Ende des Gewitters in einem Gebäude abgewartet werden. Geschlossene, massive Strukturen bieten deutlich mehr Sicherheit als Zelte oder provisorische Unterstände. Boote, Kanus und Einbäume sind kein sicherer Zufluchtsort, da sie auf freier Wasserfläche sehr exponiert sind und Blitzschläge direkt in die Besatzung weiterleiten können.
Blitzeinschlag: Sicherheitsregeln beim Camping
Wer sich während eines Gewitters auf einem Campingplatz aufhält, sollte in einem gemauerten Gebäude Schutz suchen oder, falls keines vorhanden ist, im Inneren eines Autos. Wohnwagen oder Camper sind hingegen keine sicheren Zufluchtsorte, da ihre Konstruktion und Erdung oft unzureichend sind. Befindet man sich in einem Zelt, sollte man es vermeiden, die Zeltwände zu berühren und sich mit Isomatten oder Rucksäcken so gut wie möglich vom Boden zu isolieren.
Zelte bieten generell nur einen sehr begrenzten Schutz vor Blitzen, besonders wenn sie auf freiem Feld oder nahe hohen Bäumen stehen. Deshalb ist es ratsam, den Standort schon bei der Auswahl des Campingplatzes sorgfältig zu wählen und exponierte Flächen zu meiden. Bei aufziehendem Gewitter ist es besser, das Zelt zurückzulassen und einen sichereren Unterschlupf aufzusuchen, anstatt im vermeintlichen Schutz der Plane zu verharren. Anfang des Jahres kam auf diese Weise ein deutscher Tourist in Peru ums Leben.
Elektrik, Fenster und mehr: Verhaltensregeln in der Wohnung
Auch wenn das Risiko in geschlossenen Räumen im Vergleich zum Außenbereich stark reduziert ist, sollten einige gezielte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. In der Wohnung ist es sinnvoll, die Stecker von elektrischen Geräten zu ziehen und Abstand zu Türen und Fenstern zu halten, wobei letztere geschlossen werden sollten. Es wird empfohlen, keine an das Stromnetz angeschlossenen Elektrogeräte zu benutzen und besonders empfindliche Geräte zu trennen.
Nach Möglichkeit sollte auf die Nutzung des Festnetztelefons verzichtet werden, und man sollte keine Rohrleitungen oder andere metallische Elemente berühren, die mit dem Außenbereich verbunden sind. Zudem wird geraten, den Kontakt mit fließendem Wasser zu begrenzen und Hausarbeiten wie Geschirrspülen oder Duschen auf die Zeit nach dem Ende des Gewitters zu verschieben. So lässt sich das ohnehin geringe Restrisiko zusätzlicher Stromwege über Leitungen und Wasserleitungen weiter verringern.
Gewitter in der Stadt und in Parks: Falls möglich, in den Untergrund
Bei einem plötzlichen Gewitter in der Stadt ist es dringend ratsam, Parks und baumbestandene Flächen zu meiden. Was die Benutzung von Regenschirmen betrifft, die oft als „Blitzmagnet“ gelten, erklären Fachleute, dass nicht der Schirm an sich gefährlich ist, sondern die Tatsache, sich ungeschützt im Freien aufzuhalten, auch wenn ein spitz zulaufender Gegenstand das Risiko erhöhen kann. Wer sich in Sicherheit bringen möchte, sollte ein Café, ein Geschäft oder, wenn möglich, eine U-Bahn-Station aufsuchen, die als besonders sicher gilt.
Gebäude in dicht bebauten Stadtgebieten verfügen häufig über Blitzschutzanlagen oder sind durch ihre Bauweise besser geschützt als freistehende Strukturen. Dennoch sollte man auch in der Stadt vermeiden, unter einzelnen, sehr hohen Bäumen Schutz zu suchen oder sich nahe großer Metallkonstruktionen aufzuhalten. Unterführungen und Tunnel bieten in der Regel einen guten Schutz, solange sie nicht überflutet sind.
Gesundheitliche Folgen und der sicherste Schutzort bei Blitzen
Durchströmt der elektrische Strom das Herz, kann er einen Herzstillstand auslösen, während die Beteiligung der Nerven- oder Atemzentren zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch Verbrennungen infolge eines Blitzeinschlags können tödlich sein oder schwere Verletzungen verursachen. Neurologische Schäden, Hörstörungen oder dauerhafte Muskel- und Gefäßschäden sind weitere mögliche Folgen eines Blitzunfalls.
Vollständigen Schutz vor Blitzen bietet ein Gebäude mit Blitzableiter oder eine Faraday’sche Käfigkonstruktion, also ein leitfähiger Behälter, der das Innere von äußeren elektrischen und elektromagnetischen Feldern abschirmt. Die Karosserie eines Autos wirkt wie ein solcher Faraday-Käfig: Wird das Fahrzeug von einem Blitz getroffen, fließt der elektrische Strom an der Oberfläche ab, ohne den Innenraum zu erreichen, sodass die Insassen unverletzt bleiben. Deshalb gilt das Auto als einer der sichersten Orte während eines Gewitters, vorausgesetzt, Türen und Fenster sind geschlossen und der Kontakt zu metallischen Teilen im Innenraum wird möglichst verringert.