Wiener S-Bahn-Stammstrecke: Nach langer Sperre drohen weitere Einschränkungen

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Wiener S-Bahn-Stammstrecke: Nach langer Sperre drohen weitere Einschränkungen

Der gesamte Abschnitt Meidling bis Floridsdorf soll laut Medienbericht 2028 einmal wöchentlich in der Nacht gesperrt werden. Die ÖBB spricht von "Wartungsfenstern"

Die Wiener S-Bahnen werden von den ÖBB betrieben, diese bestätigen dem STANDARD die bislang noch nicht bekannten Einschränkungen im Jahr 2028.

Wien – Die ohnehin belastete Wiener S-Bahn-Stammstrecke soll auch nach dem Ende der geplanten 14-monatigen Sperre zwischen Praterstern und Hauptbahnhof ab September nicht zur Ruhe kommen. Der Abschnitt zwischen Meidling und Floridsdorf soll nämlich auch danach, von Jänner bis Dezember 2028, wöchentlich in der Nacht von Montag auf Dienstag für Instandhaltungsarbeiten gesperrt werden, berichtet die "Krone" am Samstag.

Die ÖBB bestätigten die Pläne auf Nachfrage des STANDARD. Mit den Wartungsfenstern werde den Forderungen der Behörde nachgekommen, um eine systemgerechte Anlagenbereitstellung zu gewährleisten. Die nächtlichen Sperren finden zu jenen Tagesrand- und Nachstunden statt, "in denen Fahrgaststromanalysen die geringste Nachfrage ergeben haben", so der Konzern. Somit wolle man die Auswirkungen auf Reisende so gering wie möglich halten.

Die umfangreichen Streckensperren auf der Wiener S-Bahn-Stammstrecke sowie weitere Öffi-Sommerbaustellen haben die gewohnten Wege vieler Fahrgäste und Pendlerinnen auf den Kopf gestellt. Ein massiver Kabelbrand am 13. August hat die Situation zusätzlich verschärft: Bis einschließlich 6. September verkehren auf der gesamten Strecke zwischen Hauptbahnhof und Floridsdorf keine S-Bahnen, auch die Verbindung zum Flughafen ist stark eingeschränkt. Ab 7. September folgt dann die mehr als einjährige Hauptsperre des Abschnitts Hauptbahnhof–Praterstern bis Ende Oktober 2027. Täglich nutzen bzw. nutzten rund 250.000 Menschen diese Verbindung.

Geplante Sanierung

Die lange Sperre ist seit 2023 geplant: Entlang der Stammstrecke müssen Bauwerke ersetzt werden, die teilweise seit rund 150 Jahren in Betrieb sind – darunter Viaduktbögen im zweiten Bezirk, die Donaukanalbrücke sowie mehrere Brücken und Einschnittsmauern. Diese Bauarbeiten sind bei laufendem Betrieb laut ÖBB nicht möglich. Nach Abschluss der Sanierung soll auf der modernisierten und digitalisierten Strecke ein Zweieinhalb-Minuten-Takt möglich sein – vergleichbar mit dem U-Bahn-Intervall.

Als Ersatz sollen ab 7. September dichtere Intervalle auf U1, U2, U4 und U6 sowie den Straßenbahnlinien O, 18 und 62 für Entlastung sorgen. Einen eigenen Schienenersatzverkehr zwischen Praterstern und Hauptbahnhof gibt es nicht – Fahrgäste müssen auf das bestehende Netz ausweichen. Eine von den Grünen beauftragte TU-Studie rechnet zu Stoßzeiten mit rund 11.300 Fahrgästen pro Stunde, die auf andere Routen ausweichen müssen. Der Schulbeginn dürfte die Lage weiter verschärfen. DER STANDARD hat ausführlich berichtet. (red, 29.8.2026)

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