Willingen: 1,2 Millionen Euro für die Festhalle in Schwalefeld
Stand: 23.08.2026, 13:10 Uhr
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Erfreuliche Nachricht für die Gemeinde Willingen: Sie erhält zur Förderung der Dorfentwicklung und der Dorfmoderation eine Zuwendung zur Aufwertung der Festhalle Schwalefeld.
Willingen-Schwalefeld – Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent Ländlicher Raum Karl-Friedrich Frese hat den Bewilligungsbescheid über 1,2 Millionen Euro an Bürgermeister Thomas Trachte und den Schwalefelder Ortsvorsteher Stephan Leyhe übergeben.
Rund 3 Millionen Euro werden investiert, die Gemeinde bringt rund 1,8 Millionen Euro selbst auf. Frese hebt den besonderen Stellenwert des Vorhabens hervor: „Die Dorfkneipen, in denen sich die Menschen früher getroffen und Gemeinsamkeit gepflegt haben, gibt es kaum noch.“ Daher sei Geld, das in die Schaffung einer Alternative zum Zusammenkommen gesteckt werde, immer gut angelegt.
Bürgermeister Trachte bedankte sich für die hohe finanzielle Unterstützung zur Aufwertung der Festhalle: „Der Gemeinde Willingen ist durchaus bewusst, dass solch hohe Summen in der Dorfentwicklung äußerst selten sind.“ Ziel sei es, eine moderne, barrierefreie Veranstaltungsstätte zu gewinnen, die optimale Nutzungsmöglichkeiten für Vereine oder andere Interessenten biete und ein erweitertes gastronomisches Angebot vorweisen könne. „Ohne eine solch zentrale Veranstaltungsmöglichkeit ist lebendiges dörfliches Leben auf Dauer kaum zu halten“, so der Bürgermeister. Ein Veranstaltungszentrum wie die Festhalle trage dazu bei, die sozialen Strukturen zu festigen und das Wir-Gefühl der Ortsbevölkerung zu stärken.
Dem Dank an Landkreis und Land Hessen schloss sich Ortsvorsteher Leyhe an. Er freute sich besonders darüber, dass die Festhalle durch die Sanierung künftig ganzjährig genutzt werden kann. „Die Festhalle ist für die Menschen im Ort etwas ganz Besonderes“, betonte Leyhe. Ein Blick in den Schwalefelder Terminkalender zeige, wie vielfältig die Nutzungsmöglichkeiten seien – vom Chor, der die Räume als Proberaum nutzen könne, über Familienfeiern bis hin zu weiteren Veranstaltungen.
Die Festhalle wurde ursprünglich als Scheune errichtet. Ihr ortstypischer Charakter ist bis heute im Erscheinungsbild deutlich erkennbar und macht einen Teil ihrer besonderen Atmosphäre aus. Umso wichtiger sei es, diesen Charakter zu erhalten und die Halle gleichzeitig für die Anforderungen der Zukunft fit zu machen. Mit der Sanierung werde aus der ehemaligen Scheune ein modernes und vielseitig nutzbares Versammlungszentrum, in dem sich die Geschichte des Gebäudes und die Ansprüche an eine zeitgemäße Nutzung miteinander verbinden. Zusammen mit dem neuen Dorfgemeinschaftsraum entstehe damit ein wichtiger Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und ein Ort, der auch künftig Raum für Gemeinschaft, Feiern und Veranstaltungen biete.
Einen aufregenderen Start in das Amt des Ortsvorstehers könne er sich kaum vorstellen, sagte Leyhe. Sein besonderer Dank galt seinem Vorgänger Christopher Leeser für die maßgebliche und entscheidende Vorarbeit sowie dem gesamten alten Ortsbeirat.
Aufwertungspläne für 3 Millionen Euro
Aufgrund einer veralteten Heizungsanlage steht die Festhalle derzeit nur im Sommer zur Verfügung. In der erneuerten Halle können ganzjährig Feiern stattfinden und Gruppen unterschiedlicher Größen sie nutzen. Das Projekt hat somit nicht nur für den Ort Schwalefeld, sondern für die gesamte Uplandgemeinde einen hohen Stellenwert, heißt es in der Pressemitteilung.
Nicht zu vergessen sei zudem, dass die Funktionen des Schwalefelder „Hauses des Kurgastes“ in der neuen Festhalle gebündelt werden. Nach deren Optimierung kann das „Haus des Kurgastes“ geschlossen und veräußert werden – Einnahmen, die der Gemeinde und damit im weiteren Sinne auch der Ortsgemeinschaft Schwalefeld zugutekommen.
Beim Außenumbau ist geplant, Fassade und Mauerwerk zu erneuern und bodentiefe Fenster einzubauen. Ein neu gestalteter Eingang soll mehr mehr Licht hineinlassen und zum modernen Erscheinungsbild beitragen.
Im Erdgeschoss sollen neue Böden und Holz-Wandverkleidungen montiert werden. Moderne Licht- und Heiztechnik und neue Leitungen werden installiert. Es entstehen ein neuer Thekenbereich und neue Toilettenanlagen. Angebaut wird ein neues Obergeschoss: Treppe und Fahrstuhl erschließen einen zusätzlichen Veranstaltungsraum für 80 bis 100 Personen mit Theke, Buffet, Technik- und Lagerräumen sowie weiteren Toiletten.
Bei der Bauausführung werden ortsbildprägende Materialien verwendet: Tondachziegel im Farbton anthrazit, Fassadenverkleidung aus Naturschiefer oder heimischem Holz, Dachrinnen, Fallrohre und Schneefanggitter aus Kupfer- oder Titanzinkblech sowie Dachanschlüsse, Aufbauten und Kamineinfassungen aus Walzblei, Zink oder Kupfer.