Willingen nutzt gegen Fritzlar Freiräume effektiv
Stand: 20.09.2026, 20:05 Uhr
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Fünfter Erfolg nacheinander: Der SC Willingen hat im Spitzenspiel gegen den FC Domstadt Fritzlar seine Serie fortgesetzt. Gegen den Gruppenliga-Neuling konterten und verteidigten die Upländer stark.
Willingen - – Nach dem Abpfiff der Partie verwies Matthias Bott auf „ein persönliches Déjà-vu“: Er sei beim Gegner auf etliche ältere Kollegen getroffen, gegen die er schon in der Verbandsliga gespielt habe, erklärte der spielmachende Spielertrainer des SC Willingen. Um dann nahtlos folgen zu lassen: „Uns war bewusst, dass wir über die Länge des Spiels gute Chancen haben würden, es für uns zu entscheiden.“ Man kann diesen Satz so lesen: Irgendwann würden den älteren Herren beim Gegner die Körner ausgehen. Dann schlüge die Stunde des SCW. Gekommen ist es so. Mit dem 5:1 (1:1) fügten die Upland-Fußballer dem FC die höchste Niederlage seit mehr als zwei Jahren zu.
Ins Bild passte, dass bis zur Halbzeit wenig auf dieses klare Ergebnis hingedeutet hatte. Fritzlar gehörten die ersten 20 Minuten, die erste Topchance, die Jonah Schilling gegen den technisch starken Niklas Bolten vereitelte (6.), und das erste Tor: Tristan Lorenz verlängerte eine Flanke von Antonio Bravo-Sanchez mit dem Kopf ins lange Eck (25.). Der frühere Regional- und Hessenliga-Spieler Bravo-Sanchez zeigte ebenso wie die andere Fritzlarer Ex-Größe Ingmar Merle, insgesamt unauffälliger, in Ansätzen, was er noch kann.
Der erste Treffer ist typisch für alle folgenden
Vier Minuten später glich der SCW aus. Der Treffer solle typisch werden. Lasse Winkler ging über rechts nach vorn, bediente Florian Heine. Dessen Rückpass nach innen verwertete Jonas Dicke ohne viel Mühe. Trainer Sebastian Kesper erkannte im 1:1 einen Wendepunkt. Bis dahin habe ihm etwas der Mut der Seinen gefehlt, gegen die hoch stehende Fritzlarer Dreierkette und die „sehr offenen Schienenspieler“ in die freien Räume zu gehen. Das änderte sich nach der Pause.
Gleich nach Wiederanpfiff ging Heine die Linie entlang und passte abermals genau auf Dicke – 2:1 (46.). „Danach gab es einen Knick in unserem Spiel“, fand Fritzlars Trainer Muhammed Gülsen. Entscheidend seien aber insgesamt „Kleinigkeiten“ gewesen, „die auf diesem Niveau besdtraft werden“. Zweimal bekam sein Team die Chance zum Comeback. Den Schuss von Bravo-Sanchez klärte SCW-Tormann Jakob Schäfer mit einer Hand (55.). Machtlos gewesen wäre er beim Kopfball von Lorenz auf Flanke von Bolten, doch das Spielgerät strich knapp am Kasten vorbei (58.).
Bott: Man hatte unglaublich viel Platz
Im Gegenzug besorgte Maurice Böhmecke ziemlich frei das 3:1. Den Konter eingeleitet hatte Bott mit Pass auf Heine, der seinen dritten Scorerpunkt machte. „Man hat gesehen, dass Fritzlar defensiv die ein oder andere Schwäche hat“, sagte Kesper. Bott ergänzte: „Wenn man die ersten Spieler überspielt hatte, hatte man unglaublich viel Platz.“
Hätte der SCW jeden Konter konsequent zu Ende gespielt, das Resultat wäre noch höher ausgefallen. So blieb es bei den weiteren Toren des gerade eingewechselten Ben Pohle auf Pass von Sebastian Müller (67.) und Jonah Schilling (82.). Er verwertete Botts präzisen Ball mit dem Kopf aus vier, fünf Metern. Der Innenverteidiger krönte damit eine exzellente Leistung. Sein Nebenmann Sören Vogel stand ihm nicht nach. „Die ganze Viererkette macht es aktuell gut, aber was Jonah und Sören weggeräumt haben, das war schon sehr stabil“, lobte Kesper.
Und der Gast? Zum zweiten Tor fehlten nur Zentimeter, als Freistoß-Künstler Merle aus gut 20 Metern das Lattenkreuz traf (88.). Eine Siegchance hatte der FC am Ende nicht. (Gerhard Menkel)