„Wilsberg“-Star schlägt Alarm wegen Sparkurs bei TV-Erfolgsformaten: „Es gibt nur Wiederholungen“

Stand: 23.08.2026, 18:59 Uhr

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Sparkurs, Wiederholungen, weniger Drehtage: Ein beliebter „Wilsberg-Star“ rechnet mit dem Zustand der öffentlich-rechtlichen Sender ab.

Essen – Es ist ein offenes Geheimnis in der deutschen Fernsehlandschaft, doch selten spricht jemand so klar darüber wie Heinrich Schafmeister (69): Der Schauspieler, den Millionen Zuschauer als Kultfigur Manni Höch aus der ZDF-Krimireihe „Wilsberg“ in Erinnerung haben, ergreift das Wort – und spart dabei nicht mit Kritik an der aktuellen Lage im deutschen TV-Geschäft.

Der ehemalige „Wilsberg“-Star Heinrich Schafmeister kritisiert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Der ehemalige „Wilsberg“-Star Heinrich Schafmeister kritisiert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. © IMAGO / BREUEL-BILD

In einem Interview mit Bunte zeichnet der gebürtige Essener ein ernüchterndes Bild vom Zustand der öffentlich-rechtlichen Sender. Diese stünden massiv unter dem Druck einer Politik, die ihnen den finanziellen Rückhalt zunehmend entziehe. Die Folge sei unübersehbar im Programm: „Es gibt nur Wiederholungen oder immer mehr sehr billig produzierte Stoffe für die Mediatheken.“

Ex-„Wilsberg“-Star Heinrich Schafmeister war „schon 70-mal beim Arbeitsamt“

Besonders bitter: Ausgerechnet jene Formate, die das Publikum seit Jahrzehnten begeistern, geraten unter den Rotstift. Schafmeister nennt die Leidtragenden beim Namen – darunter Krimiklassiker, die zur DNA des deutschen Fernsehens gehören: „Außerdem spart man an Drehtagen oder produziert weniger von den erfolgreichen Formaten wie ‚Polizeiruf 110‘, ‚Tatort‘ oder schafft sie gleich ganz ab wie ‚Ein Fall für Zwei‘.“ Hinzu komme, dass die Filmförderung international nicht konkurrenzfähig sei, weshalb viele deutsche Produktionen ins Ausland abwanderten.

Für Schafmeister ist das kein abstraktes Branchenproblem, sondern gelebter Alltag. Bereits in einem früheren Gespräch mit der Tageszeitung Rheinische Post hatte er beschrieben, wie prekär das Leben als Schauspieler selbst für etablierte Gesichter sein kann: „Ich war in meinem Leben schon 70-mal beim Arbeitsamt.“ Dass sich an den strukturellen Schwächen des Systems seither wenig geändert hat, macht seinen aktuellen Appell umso dringlicher.

Schon gewusst? So sah „Wilsberg“-Gesicht Leonard Lansink (70) zu Beginn seiner Karriere aus. Verwendete Quellen: Bunte (Ausgabe vom 20. August), rp-online.de