Wie Reifen Elektrobussen neue Reichweite geben sollen

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Winduction: Induktives Laden über Reifen soll Reichweite von Elektrobussen erhöhen

Winduction: Induktives Laden über Reifen soll Reichweite von Elektrobussen erhöhen
Bildquelle: Winduction

Elektrobusse benötigen große Akkus und leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Ein Schweizer Unternehmen verfolgt einen interessanten Ansatz, der das Nachladen im täglichen Linienbetrieb verändern könnte.

Ein Schweizer Start-up arbeitet an einer Ladetechnik, die Elektrobusse unabhängiger von großen Akkus und herkömmlichen Ladestationen machen soll. Dafür nutzt Winduction ein induktives System, das Energie über speziell entwickelte Reifen in die Fahrzeugbatterie überträgt. Ein Pilotbetrieb mit Fahrgästen ist für 2028 vorgesehen.

Ladespulen im Reifen übertragen Energie

Das Konzept kombiniert eine in den Straßenbelag eingelassene Ladeplatte mit Spulen im Busreifen. Sobald das Fahrzeug an einer entsprechend ausgestatteten Haltestelle stoppt, erzeugt die Bodenplatte ein Magnetfeld. Die Empfängerspulen im Rad nehmen die Energie auf und leiten sie an die Batterie weiter. Eine Kabelverbindung ist dafür nicht erforderlich.

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Der Ansatz verkürzt den Abstand zwischen Sender und Empfänger. Laut ETH Zürich gibt Winduction für die Energieübertragung vom Boden bis ins Fahrzeug einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent an. Unabhängige Messungen unter realen Betriebsbedingungen liegen allerdings bislang nicht vor.

Stahlfreie Reifen sind noch erforderlich

Eine technische Hürde stellen herkömmliche Busreifen dar: Ihre Stahlgürtel können im Magnetfeld Energie aufnehmen und sich erwärmen. Winduction entwickelt deshalb gemeinsam mit Partnern einen Reifen ohne diese Stahleinlagen, der zugleich den Belastungen im Linienverkehr standhalten muss.

Das Hinterrad des Busses leitet die Energie von der Bodenplatte in die Fahrzeugbatterie.
Bildquelle: Winduction

Das Hinterrad des Busses leitet die Energie von der Bodenplatte in die Fahrzeugbatterie.

Für eine Buslinie zwischen dem Flughafen Zürich und Oerlikon hat das Unternehmen ein mögliches Betriebsszenario berechnet. Demnach könnten Ladeplatten an zwei von insgesamt 24 Haltestellen genügen. Über einen Betriebstag von 16 Stunden würden die Busse verteilt drei Stunden nachladen. Dadurch könnten kleinere Batterien eingesetzt werden, was Gewicht spart und mehr Platz für Fahrgäste schafft.

In Winterthur entsteht derzeit eine Testinfrastruktur. Der geplante Pilotbetrieb soll zeigen, wie sich das System im regulären Verkehr bewährt. Noch offen sind unter anderem die langfristige Belastbarkeit der Spezialreifen und die tatsächlichen Gesamtkosten.

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Quellen: ETH Zürich, via Ingenieur.de