„Wir platzen aus allen Nähten“: Fußballplatz am See wird aufgerüstet

Stand: 13.10.2026, 14:08 Uhr

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Gemeinsam erfolgreich: Der TSV Murnau hat sich mit seiner Jugendarbeit überregional einen exzellenten Ruf erarbeitet.

Gemeinsam erfolgreich: Der TSV Murnau hat sich mit seiner Jugendarbeit überregional einen exzellenten Ruf erarbeitet. © Dominik Bartl

Der TSV Murnau schreibt zurzeit eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Die Fußballer wollen deshalb häufiger auf den Platz am Staffelsee zurückgreifen.

Murnau – Wer regelmäßig Fußball-Bundesliga schaut, ob vor dem Fernseher oder im Stadion, dem sticht es sofort ins Auge: Die Clubs werden immer kreativer darin, das Spiel für Anzeigen zu vermarkten. Seit einiger Zeit haben sich doppelstöckige LED‑Werbebanden etabliert. Die blinkenden Anzeigen sorgen dafür, dass die Werbung noch größer ausfällt und noch präsenter wird.

Womöglich haben manche Mitglieder des Murnauer Bauausschusses ein solches Szenario im Kopf gehabt. Denn auch der ortsansässige TSV will den Fußballplatz an der Staffelsee-Bucht mit einer Bande ausstatten. Eine von mehreren Maßnahmen, die dazu dienen sollen, das Spielfeld für die Zukunft zu ertüchtigen. Und die so manche Bedenken auslöste. Dennoch ging die entsprechende Bauvoranfrage mehrheitlich durch.

TSV Murnau will Fußballplatz am Staffelsee ertüchtigen: „Möchten Infrastruktur nutzen“

Am „Stammsitz“ der erfolgsverwöhnten Fußballer an der Poschinger Allee ist es eng geworden. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Phillip Zoepf, Zweiter Vorsitzender des TSV-Hauptvereins. Teilweise, berichtet er, müssen sich mehrere Jugendmannschaften den Kunstrasenplatz teilen. Zoepf hat dabei auch die Gesundheit der Nachwuchs-Fußballer im Blick. „Der Untergrund ist schlecht für die Gelenke.“ Auch deshalb wollen die Drachen künftig regelmäßig auf den Platz am See ausweichen. „Wir möchten die Infrastruktur, die wir haben, nutzen“, betont Zoepf.

Fußball spielen im Idyll: Der Platz liegt in der Murnauer Bucht am Staffelsee.

Fußball spielen im Idyll: Der Platz am See soll Werbebanden erhalten. Das wiederum sorgt für Bedenken im Bauausschuss. © Dominik Bartl

Die Verantwortlichen haben deshalb einen ganzen Katalog an Maßnahmen erarbeitet. Nummer eins: ein pflegender Rückschnitt der Bepflanzungen, die immer weiter in den Rasen hineinwachsen. Eine Einfriedung in Form eines Zauns soll verhindern, dass der Platz als Abkürzung benutzt wird. Immer findet sich auf dem Rasen außerdem Hundekot. Geplant ist des Weiteren der Bau eines erhöhten Ballfangnetzes hinter dem ostseitigen Tor. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ein solches bereits. Wesentlich kostspieliger dürfte die Flutlichtanlage werden, die Spiele in den Abendstunden ermöglicht.

Kritik an geplanter Werbebande für Fußballplatz: „Stört den Blick auf den See“

Und dann wären da noch die Werbebanden, die an den beiden Längsseiten entstehen sollen. Mithilfe der Einnahmen durch die Sponsoren will der TSV die Ertüchtigung der Sportanlage finanzieren. Was übrigens komplett in Eigenregie und ohne finanzielle Unterstützung der Marktgemeinde erfolgen wird. Dennoch löste dieser Teil des Vorhabens Bedenken aus. Michael Jungnitsch (ÖDP/Bürgerforum) etwa äußerte Zweifel: „Die Bandenwerbung stört den Blick auf den See.“ Der Kritik schloss sich auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) an. „Das ist eine parkähnliche Anlage, und da möchte ich keine Werbung sehen.“ Lorenz Brey (CSU) hingegen verteidigte die Pläne. „Es ist löblich, dass der TSV das alles selbst bezahlt“, sagte er. „Eine gewisse Refinanzierung ist da notwendig.“ Der Fußballplatz sei von außen „klar als Sportanlage erkennbar“. Dem widersprach Petra Daisenberger (Grüne). „Das ist nicht mit jedem Sportplatz vergleichbar.“

Trotzdem hat der TSV die Mehrheit der Marktgemeinderäte überzeugt. Jetzt geht es an die Umsetzung, und die soll laut Zoepf „so schnell wie möglich“ erfolgen. „Wir holen zuerst Angebote ein“, schildert er. Im Verlauf des kommenden Jahres, schätzt der Zweite Vorsitzende, soll der Fußballplatz sein neues Gesicht bekommen.