Wissenswertes über Kaffee und Tee: Zwei "große" Bücher

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Wissenswertes über Kaffee und Tee: Zwei "große" Bücher

Wenn es um Genussmittel quer über alle Kulturkreise geht, überzeugen Kaffee und Tee dank vielfältiger Zubereitungen durch ihre Geschmacksvielfalt

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Thomas Hofmann

Nicht nur das Wasser (22. März), auch der Kaffee hat seinen fixen Tag im Jahreskreis. Der 1. Oktober steht im Zeichen des Kaffees. In Österreich gibt es den Tag Dank der Initiative des österreichischen Kaffee- und Teeverbandes seit dem Jahr 2001. Bei unseren deutschen Nachbarn ist seit 2006 der Kaffee an diesem Tag ein nationales Thema. Im März 2014 erklärte auch die 1963 gegründete International Coffee Organization (ICO) den 1. Oktober zum "International Coffee Day" (ICD). Übrigens, der Internationale Tag des Tees ist der 21. Mai.

Naturgemäß gibt es über Kaffee und Tee zahlreiche Bücher, wobei nachfolgend je eines vorgestellt wird. Es geht in beiden Büchern um umfassende Gesamtdarstellungen mit einer globalen Sichtweise, zu Recht haben sie im Titel das Adjektiv "groß".

"Heute ist Kaffee omnipräsent"

Wer hätte es geahnt? "Kaffeenation Deutschland" nennt sich das erste Kapitel jenes Buches, das der Deutsche Kaffeeverband im Sommer 2026 herausgab. Zur Untermauerung einige Zahlen und Fakten: Unsere Nachbarn importieren über eine Million Tonnen Rohkaffee pro Jahr und liegen damit weltweit, hinter den USA, auf Platz zwei. Kein Wunder, der jährliche Kaffeekonsum liegt bei 163 Litern pro Kopf. 93 Prozent aller Erwachsenen trinken Kaffee. Bei der häuslichen Zubereitung dominiert die Filterkaffeemaschine mit 42 Prozent, sprich der "Melitta-Kaffee". Diese Details wie auch die Ansage "Wir sind Weltmeister im Entkoffeinieren", finden sich auf Seite 19.

Thematisiert wird in diesem Buch die weniger bekannte Welt des Kaffees beginnend mit der Pflanze (Seite 34) über dessen Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung bis hin zu Lagerung. Naturgemäß wird auch dem Handel, dem Rösten, Mahlen wie auch der Zubereitung Raum gewidmet. Auf den entkoffeinierten Kaffee (Seite 182), folgen Kaffeeveredelung (Seite 194), löslicher Kaffee und schließlich die "Kunst der Kaffeezubereitung" (Seite 214): Natürlich dürfen auch Themen wie Qualitätssicherung als Basis für exzellenten Kaffee, sowie Kapitel über "Kaffee & Gesundheit – Genuss mit Wirkung" (Seite 274) oder "Die Kaffeeregeln – von globalen Gesetzen und stillen Verpflichtungen" nicht fehlen. Final geht’s um "Kaffee im Wandel – Genuss, Ritual und individuelle Vielfalt" (Seite 294).

Filterkaffee
Beliebt und weit verbreitet: Der Filterkaffee, auch "Melitta-Kaffee", geht auf das Jahr 1908 zurück, als Melitta Bentz in Dresden den Kaffeefilter erfand.

"Schon gewusst?" und "Fun Fact"

Das gut lesbare, reichlich bebilderte und mit zahlreichen bunten Infoboxen ("Schon gewusst?" und "Fun Fact") aufgelockerte Buch vereint eine Fülle von Wissen. Dem Autorenteam gelingt es die Informationsfülle wohldosiert und leicht fasslich, auch dank des lockeren Layouts zu vermitteln.

Wer Kaffee gut und richtig machen möchte, beginnt bei der Zubereitung. So sollte das Kaffeewasser frisch und sauerstoffreich sein, die Gesamthärte bewegt sich idealerweise zwischen 4 und 8 °dH (=Deutsche Härte), der pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 7,5. Wasser sollte man nicht kochend verwenden, denn bei 100° Celsius verbrennen die feinen Aromen. Die ideale Temperatur liegt zwischen 88° und 96° Celsius. Als Faustregel gilt: Nach dem Aufkochen das Wasser etwa 30 bis 60 Sekunden abkühlen lassen.

Noch ein Wort zur Milch. Auf Seite 236 erfährt man: "Milch puffert Säuren ab – ideal für empfindliche Genießer. Und: Duch das Milchfett wird das Koffein langsamer aufgenommen. Die Wirkung setzt also später ein, hält dafür aber länger an." Dieses Beispiel zeigt, stellvertretend für das ganze Buch, wie man tausende Fakten, Erfahrungen und eingebürgerten Traditionen aus der Welt des Kaffees mit einfachen Worten nachvollziehbar erklären kann.

Auch Österreich wird im Kapitel "Von Fika bis Flat White – wie die Welt Kaffee liebt" erwähnt (Seite 253f). "Kaum ein Land pflegt seine Kaffeekultur so hingebungsvoll wie Österreich. […] Aus dem exotischen "Geschenk" (es geht auf zurückgelassene Kaffeesäcke osmanischer Truppen des 17. Jahrhunderts zurück) wurde ein Kulturgut – und das Wiener Kaffeehaus zu einem Ort des Denkens, Schreibens, Debattierens."

Tee: "Ein faszinierendes Getränk"

Rainer Schmidt – in der "Welt am Sonntag" (10. Dezember 2000) als Hamburgs "Teepapst" bezeichnet – gehört seit Jahrzehnten zu DEN großen Teeexperten. Für den Braumüller-Verlag hat er drei Teebücher verfasst. Hier geht es um den Klassiker schlechthin: "Das große Teebuch".

Die Bedeutung von Tee ist unbestritten: "Nach Wasser ist Tee das am meisten getrunkene Produkt weltweit", stellt er im Vorwort fest und fährt fort: "Tee hat sich allerdings mit seinen gesunden Eigenschaften und der angenehm beruhigenden Wirkung über den gesamten Globus verbreitet und reicht historisch tausende Jahre zurück; kaum ein anderes Getränk hat den Menschen in seiner Evolution so lange begleitet wie der Tee."

Am Beginn des Buches steht die immergrüne Teepflanze (Seite 12ff): Sie gehört zur Gattung der Kamelien, hat mehrere Meter lange Pfahlwurzeln und unscheinbare Blüten. Tee wird als Saatpflanze oder als Stecklig kultiviert, erstere können sehr alt werden (bis über 500 Jahre), letztere werden nach 25 Jahren durch neue ersetzt. Die Ernte erfolgt traditionell händisch und – je nach Anbaugebiet – alle zwei bis drei Wochen oder nur zwei- bis dreimal pro Jahr. Gepflückt werden immer "Two leaves and a bud", zwei Blätter und eine Blattknospe.

Teebeutel
Einfach und schnell gemacht: Tee wird weltweit zu 60 bis 70 Prozent in Aufgussbeuteln konsumiert. Teebeutel sind meist schon nach einer bis eineinhalb Minuten trinkbereit.

Umfassend und ausführlich: 143 Tees in allen Details

Bei der Teeherstellung (Seite 20) werden alle Schritte, zu denen auch eine Fermentation gehört, für schwarzen und grünen Tee anschaulich erklärt. Das Buch zeichnet sich durch eine umfassende Darstellung aus, so liegen etwa bei den Blattbezeichnungen von grünem Tee, zwischen Sencha ("langes, gerades, hell- bis dunkelgrünes, flach gepresstes Blatt, Tee aus der Sommerernte") und Matcha ("pulverisierte Grünteeblätter der ersten Pflückung, Aprilernte") neun weitere Varietäten. Die Differenzierung des schwarzen Tees geht noch weiter, Buchstaben und Buchstabenkombinationen, wie man sie manchmal bei erlesenen Tees findet, werden auf den Seiten 47 bis 51 erklärt.

Für die Zubereitung von schwarzem Tee gilt es frisch kochendes Wasser zu nehmen, nicht zu hoch zu dosieren, maximal drei Minuten Ziehzeit nicht zu überschreiten und die Teeblätter gleich danach zu entfernen. Noch etwas rät uns der Experte: "Das Tee-Ei gehört ins nächste Museum! Bitte meiden Sie deren Verwendung und verzichten sie, wenn möglich, auch auf Teezangen – die Blätter können sich darin nicht gut entfalten und geben deutlich weniger Geschmack ab." (Seite 61).

Das richtige Geschirr, die Qualität des Wassers (Härte) werden ebenso beleuchtet und mit Bildern dargestellt wie Teezeremonien, seien sie in Japan (Seite 102ff) oder in China (Seite 112ff). Wer es noch nicht wusste: Es gibt auch eine ostfriesische Teezeremonie: "Drei Tassen sind ein Muss" (Seite 120).

Der Hauptpart des Buches (Seite 140 bis 301) ist den Regionen gewidmet. Jeweils auf einer Seite wird der Tee, das Getränk und eine Karte mit der Herkunft abgebildet, dazu kommen Infos über Erntezeit, Blattbeschaffenheit, Geschmack, Qualität, Zubereitung, Ziehzeit, Tassenfarbe und Haltbarkeit. Diesem Schema folgen 143 Tees, wobei hier auch Kräuter- und Früchtetees inkludiert sind.

Fazit: Sowohl "Das große Buch vom Kaffee" als auch "Das große Teebuch" überzeugen als umfassende, gut geschriebene Gesamtdarstellungen, die eine Fülle von Informationen inklusive deren jeweiligen Kulturgeschichten enthalten, die man – egal ob man eher Kaffee oder Tee bevorzugt oder beide Getränke liebt – gerne lesen wird. (Thomas Hofmann, 1.10.2026).

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