Wochenlange Sperrung: Dorf in Oberbayern vom Verkehr abgeschnitten – Notumfahrungen geplant

Stand: 07.08.2026, 07:18 Uhr

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Ab dem 21. September wird die Staatsstraße 2072 in die Jachenau auf viereinhalb Kilometern saniert. Wochenlange Vollsperrung und Notumfahrungen sind die Folge.

Jachenau – Die lang ersehnte Sanierung der Staatsstraße 2072 ins oberbayerische Sonnental rückt näher – und bringt für die Jachenauer massive Einschränkungen mit sich. Wie Merkur-Reporter Andreas Steppan berichtet, wird die einzige Hauptverbindungsstraße in das Tal wochenlang voll gesperrt. Um die Gemeinde nicht komplett von der Außenwelt abzuschneiden, laufen bereits intensive Bemühungen um Alternativrouten.

  • Ab dem 21. September saniert das Staatliche Bauamt Weilheim die Staatsstraße 2072 auf viereinhalb Kilometern zwischen Leger und Raut.
  • Drei Wochen lang ist die Strecke montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr vollständig gesperrt, dazu entsteht am Brunnenberg ein Steinschlagzaun.
  • Bürgermeister Sepp Danner verhandelt mit Grundstücksbesitzern und Landwirten über private Notumfahrungen.

Die Staatsstraße zwischen Leger und Raut bekommt einen neuen Fahrbahnbelag. Die Hauptverbindung in die Jachenau ist deswegen zeitweise abgeschnitten.

Die Staatsstraße zwischen Leger und Raut bekommt einen neuen Fahrbahnbelag. Die Hauptverbindung in die Jachenau ist deswegen zeitweise abgeschnitten. © Andreas Steppan

Sanierung der Staatsstraße 2072: So lange dauern die Arbeiten in der Jachenau

Martin Herda, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Weilheim, nennt den 21. September als Starttermin. Bürgermeister Sepp Danner zufolge sei der Beginn um eine Woche nach hinten verschoben worden, weil die Schulschlusszeiten in der ersten Woche noch schwanken – und damit auch die Zeiten für den Schulbus durch die Baustellenbereiche. Zwischen Leger und Raut erhält die Fahrbahn auf viereinhalb Kilometern neuen Asphalt. Dabei werden laut dem Staatlichen Bauamt Schadstellen beseitigt, Bankette erneuert, die Entwässerung verbessert und Markierungsarbeiten erledigt. Abschluss soll der 16. Oktober sein. Zusätzlich errichtet das Bauamt am Brunnenberg auf rund 800 Metern einen Steinschlagzaun – voraussichtlich bis Ende Oktober.

Während der Bauarbeiten an der Staatsstraße 2072 in den rot markierten Bereichen führt die einzige Umleitungsstrecke (gelb markiert) in die Jachenau über den Walchensee.

Während der Bauarbeiten an der Staatsstraße 2072 in den rot markierten Bereichen führt die einzige Umleitungsstrecke (gelb markiert) in die Jachenau über den Walchensee. © Staatliches Bauamt Weilheim

Während der ersten drei Wochen bleibt die Straße für den gesamten Verkehr dicht, ebenso der Radweg. Außerhalb der Arbeitszeiten – also vor 8 Uhr und nach 17 Uhr sowie am Wochenende – soll die Strecke halbseitig befahrbar sein. Mittags ist laut Herda ein Zeitfenster für Schulbusse und Anwohner vorgesehen. In der ersten Woche am Brunnenberg gehe das allerdings nicht, weil bei Rodungsarbeiten Bäume die Fahrbahn blockieren. Auch in der zweiten und dritten Woche zwischen Raut und Leger gebe es „leider kein Durchkommen", so Herda – dann werde asphaltiert. Als offizielle Umleitung dient ausschließlich die Mautstraße am Südufer des Walchensees.

Jachenau ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und liegt eingebettet in ein abgelegenes Alpental südlich des Walchensees.

Notumfahrungen und Rettungskonzept für die Jachenau während der Sperrung

Bürgermeister Danner verhandelt parallel über private Ausweichstrecken für Pflegedienste, Milchlaster oder den Postboten. „Ich rede mit dem Forst, mit Grundstücksbesitzern und Landwirten", sagt er. Teils gebe es bereits Vereinbarungen. „Das sind keine offiziellen Umleitungen", betont er – im Notfall könnten sie aber in Absprache mit der Gemeinde genutzt werden. Herda ergänzt, dass ein Rettungswagen auch über frisch asphaltierten Belag fahren dürfe. Trotz der harten Einschnitte überwiege in der Gemeinde die Vorfreude auf die neue Fahrbahn. „Die paar Wochen werden vorbeigehen, die sanierte Straße bleibt aber", sagt Danner. Für drei Viertel der Gesamtstrecke steht die Sanierung allerdings noch aus – wann es weitergeht, hänge laut Herda von den verfügbaren Mitteln ab. Allein die diesjährigen Maßnahmen sind mit rund zwei Millionen Euro veranschlagt.