Übers Jobcenter in sinnvolle Arbeit: Langzeitarbeitslose beseitigen illegale Müllkippen

Für dieses Ziel arbeitet das Wuppertaler Jobcenter eng mit dem städtischen Eigenbetrieb Straßenreinigung Wuppertal (ESW) zusammen. "Wilde Kippen" heißt das neueste Team bestehend aus einer Teamleiterin von den ESW und vier Langzeitarbeitslosen.

Die machen einen Knochenjob und damit die Stadt sauberer. Indem sie Müll beseitigen, der einfach in Wälder, Grünflächen und im öffentlichen Raum "entsorgt" wird - illegale Müllkippen. "Eine Arbeit, da sieht man den Erfolg in jeder Hinsicht. Ein Mehrwert für das Stadtbild und eine sinnstiftende Arbeit durch Teilhabe," erzählt Lukas Kwiotek vom ESW.

Lukas Kwiotek
"Wir wissen nicht, warum die Menschen solange arbeitslos waren und welches Schicksal dahinter steckt. Wir haben keine Vorbehalte und beurteilen nur die Arbeit jetzt." Lukas Kwiotek, Abteilungsleiter beim ESW, zuständig für die Jobcenter-Teams.

Gleichwertigkeit bei vollem Tariflohn

Das Jobcenter, das ihnen diese Arbeit vermittelt hat, zahlt für zwei Jahre den vollen Tariflohn - gefördert über das Teilhabechancengesetz (§ 16i SGB II). Laut Kwiotek arbeiten die Jobcenterkunden gleichwertig mit den bereits fest Angestellten bei der Straßenreinigung zusammen: "Die sind voll integriert, gehören zu uns. Da machen wir keine Unterschiede. Wir sind froh, die Teams an Bord zu haben. Tolle Menschen!"

Neben dem Austausch bei der Arbeit, gibt es einmal im Monat zusätzlich ein Coaching beim Jobcenter. Denn wieder in einen geregelten Arbeitsalltag zu finden mit Vorgesetzen und Kollegen, das ist für viele nicht so leicht. Aber Klaus Koch vom Jobcenter, der die Arbeitslosen vermittelt, hat positive Erfahrungen gemacht. Die Projekte laufen erfolgreich, sagt er.

Mann mit grauen Haaren lächelt
"Das ist mal ein gutes Instrument von der Politik. So viele hätten es ohne dieses Teilhabechancengesetz, das es seit 2019 gibt, nicht in eine dauerhafte Beschäftigung geschafft." Klaus Koch, Jobcenter Wuppertal

60 Prozent der Teilnehmenden aus vergleichbaren Projekten sind laut Koch am Ende tatsächlich von der Straßenreinigungsbetrieb ESW übernommen worden.