Dieses kostenlose Steam-Horrorspiel fühlt sich an wie X-Faktor

„Ist diese Geschichte wirklich so passiert oder haben wir sie frei erfunden?“ Wer mit X-Faktor: Das Unfassbare aufgewachsen ist, dürfte diesen Satz praktisch automatisch mit der Stimme von Jonathan Frakes lesen. Seit Jahrzehnten präsentiert uns die Kultserie mehr oder weniger unglaubliche Geschichten, bei denen wir anschließend entscheiden müssen: Wahr oder erfunden?

Was wäre aber, wenn wir die Geschichten nicht nur anschauen, sondern selbst erleben könnten? Genau diese Idee steckt hinter Tales of Fear: Episode Zero, einem kostenlosen Horrorspiel auf Steam. Statt uns lediglich ein paar gruselige Geschichten zu erzählen, versetzt uns das Spiel direkt in die Rolle ihrer Protagonisten. Erst nachdem wir die Ereignisse selbst durchlebt haben, müssen wir entscheiden, welche Fälle tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhen.

Und nachdem wir uns bereits selbst durch die drei Geschichten gegruselt haben, können wir euch das kostenlose Abenteuer durchaus ans Herz legen.

Im Grunde spielen wir eine Folge X-Faktor

Das Konzept von Tales of Fear ist angenehm simpel. Episode Zero enthält drei voneinander unabhängige Fälle, die jeweils eine eigene Geschichte, Umgebung und Atmosphäre bieten.

Dabei schlüpfen wir in die Rolle der jeweiligen Hauptfigur, erkunden die handgefertigten Schauplätze aus der Ego-Perspektive, führen Dialoge, erledigen kleinere Aufgaben und lösen gelegentlich Rätsel. Vor allem müssen wir aber ziemlich genau darauf achten, was um uns herum passiert.

Denn einige der Geschichten sind erfunden, während andere auf tatsächlichen Ereignissen basieren sollen. Welche davon in welche Kategorie gehören, verrät euch das Spiel natürlich nicht sofort.

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Damit funktioniert Tales of Fear tatsächlich ein bisschen wie eine interaktive Version von X-Faktor. Nur dass wir dieses Mal nicht gemütlich auf der Couch sitzen und darauf warten, dass Jonathan Frakes uns am Ende angrinst.

Drei Geschichten, bei denen wir möglichst wenig verraten wollen

Allzu detailliert möchten wir auf die einzelnen Fälle bewusst nicht eingehen. Gerade weil ein großer Teil des Reizes darin besteht, nicht zu wissen, wohin sich die Geschichten entwickeln und ob an ihnen tatsächlich etwas dran ist.

Der erste Fall trägt den Namen Enfield Encounter. Darin begleiten wir Patrick McKelvy, dessen zunächst entspannter Abend eine ziemlich unerfreuliche Wendung nimmt. Eine mysteriöse Kreatur spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Alice und Bob schlägt dagegen eine ganz andere Richtung ein. Hier verbringen zwei Mitarbeiter eines großen Tech-Unternehmens ihre Nachtschicht mit einem KI-Experiment. Was könnte dabei schon schiefgehen? Vermutlich könnt ihr euch die Antwort denken.

Der dritte Fall, Doai Station, führt uns schließlich nach Japan. Zwei Brüder telefonieren miteinander, während einer von ihnen nach Recherchen am Mount Tanigawa den vermeintlich letzten Zug nach Hause nehmen möchte. Nur gibt es dabei ein kleines Problem: Laut Internet ist der letzte Zug bereits vor Stunden abgefahren. Mehr möchten wir an dieser Stelle wirklich nicht verraten.

Wir haben uns selbst durch die Fälle gegruselt

Spielerisch solltet ihr allerdings kein komplexes Horrorspiel im Stil von Resident Evil erwarten. Tales of Fear ist im Kern ein klassischer Horror-Walking-Simulator. Ihr erkundet die Umgebung, interagiert mit Gegenständen, folgt der jeweiligen Geschichte und löst kleinere Aufgaben.

Das klingt zunächst ziemlich unspektakulär, funktioniert unserer Meinung nach aber ziemlich gut. Vor allem die Atmosphäre hat uns beim Spielen gefallen. Die drei Fälle unterscheiden sich deutlich voneinander und das dynamische Audiosystem trägt seinen Teil dazu bei, dass wir nicht immer ganz entspannt durch die Schauplätze spaziert sind.

Der eigentliche Star sind für uns aber die Geschichten. Gerade die Frage, ob wir hier möglicherweise gerade etwas nachspielen, das tatsächlich passiert sein soll, gibt den einzelnen Szenen einen zusätzlichen Reiz. Nach Abschluss könnt ihr eure Einschätzung außerdem mit den Antworten anderer Spieler vergleichen.

Der vielleicht beste Grund, Tales of Fear einfach selbst auszuprobieren: Episode Zero ist kostenlos auf Steam erhältlich. Ihr müsst also nicht lange überlegen, ob euch das Konzept den Kaufpreis wert ist. Wer Walking-Simulatoren, kurze Horrorgeschichten oder eben X-Faktor mag, kann im Grunde einfach reinschauen und selbst entscheiden.

  • Tales of Fear verbindet klassische Horror-Walking-Simulatoren mit einem ungewöhnlichen Ratespiel: Einige der spielbaren Geschichten sind erfunden, andere sollen auf realen Ereignissen basieren.
  • Episode Zero bietet drei unterschiedliche Fälle mit eigenen Schauplätzen, kleineren Rätseln und interaktiven Dialogen und ist vollständig kostenlos auf Steam erhältlich.
  • Wir haben die drei Fälle bereits selbst gespielt und können das kurze Horror-Abenteuer vor allem wegen seiner Atmosphäre und der interessanten Geschichten empfehlen.

Wir hatten jedenfalls unseren Spaß damit. Jetzt fehlt eigentlich nur noch Jonathan Frakes, der uns nach jedem Fall fragt, ob wir diese Geschichte wirklich für möglich halten. Könnt ihr Wahrheit und Fiktion auseinanderhalten oder würde euch Tales of Fear genauso hinters Licht führen wie damals X-Faktor?