Der FC Basel gewinnt in Luzern 4:2 – der Matchwinner ist Xherdan Shaqiri
Xherdan Shaqiri wirkt nach dem Trainerwechsel wie verwandelt – er führt den FC Basel in Luzern zum 4:2
Der FCB überzeugt im ersten Spiel nach der Entlassung des Trainers Stephan Lichtsteiner. Die Basler bezwingen den FC Luzern nach frühem Rückstand 4:2 – Shaqiri trifft doppelt und steuert einen Assist bei.
Isabelle Pfister, Luzern
13.09.2026, 19.34 Uhr
3 Leseminuten
Aktualisiert
Strahlt gegen den FC Luzern wieder Spielfreude aus: der FCB-Captain Xherdan Shaqiri.
Urs Flüeler / Keystone
Nachdem Stephan Lichtsteiner am Mittwoch vor der Mannschaft «überkommuniziert» haben soll – ein Fauxpas, der ihm den Job als FCB-Trainer kostete – und der FC Basel im Gegenzug in den Tagen danach nicht kommunizierte, die übliche Medienkonferenz vor einem Spiel ausfallen liess und hinter verschlossenen Türen trainierte, stellte sich Valentin Stocker am Sonntag in Luzern vor die Journalistinnen und Journalisten.
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Doch er sagte: nichts. Die Aussagen blieben ähnlich nebulös wie eine Woche zuvor nach der Heimniederlage gegen Lugano, als sich der 37-Jährige weder klar für noch gegen Lichtsteiner als Trainer ausgesprochen hatte. Auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Entlassung sagte er nun: «Es gibt irgendwie keinen richtigen Zeitpunkt dafür», die Gerüchte um den Vorfall in der Kabine bestätigte er nicht, dementierte sie aber auch nicht. Er blieb: vage.
Stocker widersprach sich teilweise selber. Man suche nicht zwingend jemanden mit mehr Erfahrung, aber natürlich sei Erfahrung auf dem Niveau ein Thema, damit man im Umfeld des FC Basel reüssieren könne. Die klarste Aussage war letztlich, dass der neue Trainer vor der Länderspielpause feststehen werde. «Wir sind nicht kurz vor Abschluss», sagte Stocker, fügte dann aber an: «Behaftet mich aber nicht drauf, wenn heute Abend etwas kommuniziert wird.»

Erzielt in Luzern seinen fünften Saisontreffer: der Basler Stürmer Zan Celar (rechts).
Urs Flüeler / Keystone
Shaqiri und Otele zeigen Spielfreude
So vage Stocker Fragen beantwortete, umso deutlicher war die Antwort der Mannschaft auf dem Platz. Und das, obwohl die Basler denkbar schlecht in die Partie gegen den FC Luzern gestartet waren: Schon in der ersten Minute gerieten sie in Rückstand; Daniel Mikolajewski setzte sich im Kopfballduell gegen den 15 Zentimeter grösseren Akpe Victory durch. Aber anders als in den zwei vorangegangenen Spielen, als der FCB nach dem ersten Gegentor jeweils wenige Minuten später das zweite kassierte, reagierte das Team von Interimstrainer Luigi Nocentini und glich drei Minuten später durch den Stürmer Zan Celar aus.
Nocentini setzte, im Gegensatz zu Lichtsteiner, von Anfang an auf den Captain Xherdan Shaqiri, auch Philip Otele spielte von Beginn an. Shaqiri wie auch Otele waren an diesem Sonntagnachmittag in Luzern der Beweis dafür, dass im FCB doch noch so etwas wie Spielfreude vorhanden ist.
Den Ausgleich leitete Otele ein, mit einem Pass, den man normalerweise aus den Füssen Shaqiris kennt. Das zweite Tor kurz vor der Pause erzielte Otele gleich selber; ein Kopfball nach einem Eckball von – na, klar – Shaqiri. Dieser wiederum erzielte nach rund einer Stunde das 3:1: ein indirekter Freistoss, bei dem er sich den Ball im Strafraum seelenruhig zurechtlegen konnte. Jubelnd schlug er sich auf die Brust, auf das Logo seines Vereins, die Mitspieler zeigten auf ihren Captain.
Shaqiri holt gleichsam die Skorerpunkte nach
Shaqiri erzielte zehn Minuten später, in der 65. Minute, auch das 4:1. Es erweckte den Eindruck, als wolle er die verpassten Skorerpunkte in den letzten Monaten unter Lichtsteiner wettmachen; innerhalb der ersten 71 Minuten, die er nach dessen Entlassung spielte, machte Shaqiri gleich viele Skorerpunkte wie während der 226 Tage mit Lichtsteiner an der Seitenlinie.
Nach dem Spiel sagt er, viele seiner Teamkollegen hätten befreiter aufspielen können: «Man hat gesehen, dass viele Spieler heute anders aufgetreten sind als in den letzten Spielen.» Shaqiri beschreibt die Teamleistung als «FCB-like» und resümiert am Ende: «Das war die richtige Antwort.» Wer oder was das Fragezeichen war, kann man sich nach diesem Spiel wohl denken.

Trifft kurz vor der Pause mittels Kopfball zum 2:1: Philip Otele.
Urs Flüeler / Keystone
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