Zeichen für Vielfalt entwurzelt: Unbekannte reißen Gedenkbaum für CSD-Anschlagsopfer heraus

Zeichen für Vielfalt entwurzeltUnbekannte reißen Gedenkbaum für CSD-Anschlagsopfer heraus

06.09.2026, 13:11 Uhr

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Der Gedenkort für die Opfer des Anschlags beim Christopher Street Day am 1. September 2026 in Berlin Tiergarten - die zerstörte Regenbogenbank ist hier bereits entfernt worden. (Foto: picture alliance / XAMAX | XAMAX)

Mit einer Regenbogenbank und einem Baum schaffen Berliner einen Ort des Gedenkens an den Anschlag auf den Christopher Street Day. Inzwischen ist beides zerstört. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Graf zeigt sich erschüttert - und kündigt Widerstand gegen die Vandalen an.

Nach der Regenbogenbank ist nun auch jener Baum zerstört worden, der im Berliner Tiergarten an den Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) erinnern sollte. "An dem Gedenkbaum wurden erhebliche Beschädigungen festgestellt", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei. Der Ahorn war erst Anfang August an der Stelle des mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags gepflanzt worden.

Der Polizeisprecherin zufolge wurden die Zerstörungen in der Nacht gegen 1.20 Uhr entdeckt. Der Baum sei aus dem Erdreich gerissen worden. Außerdem seien Gegenstände beschädigt worden, die dort lagen. Die Täter seien noch unbekannt.

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf zeigte sich erschüttert. "Ich bin voller Wut und Fassungslosigkeit, aber auch trotzig", erklärte er. "Ich sage allen queeren Menschen in dieser Stadt: Ihr seid nicht allein." Graf kündigte an: "Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist."

Zeichen der Vielfalt zerstört

Bei dem Anschlag vom 25. Juli hatte ein 21-Jähriger am Rande der CSD-Veranstaltung einen Lieferwagen in eine Menschenmenge und anschließend gegen einen Baum gesteuert. Danach attackierte er weitere Opfer mit einer Machete. Eine Frau aus Polen wurde getötet, 31 weitere Menschen wurden verletzt.

Zum Gedenken ersetzte der Bezirk Mitte den Baum, der nach dem Anschlag gefällt werden musste. Außerdem stellte er eine Bank in Regenbogenfarben auf. Damit sollte nach Bezirksangaben ein Ort für das Gedenken geschaffen und gleichzeitig ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und selbstbestimmtes Leben gesetzt werden.

Vor einigen Tagen wurde bereits die Bank beschädigt. Mehrere Holzlatten wurden der Polizei zufolge "mit erheblicher körperlicher Gewalt" aus dem Metallrahmen gelöst und die Rückenlehne vom übrigen Gestell abgebrochen. Die Zerstörung sorgte parteiübergreifend für Entsetzen. Der Bezirk stellte Strafanzeige gegen Unbekannt. Er kündigte an, die Bank wieder aufzubauen.

Der polizeiliche Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt in dem Fall. Er übernahm nun auch die Ermittlungen wegen des zerstörten Ahornbaums und wegen Sachbeschädigung.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP